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Die
beiden Reporter Mark (Joe Davison) und Christine (Raine Brown) haben keine
Lust mehr auf belanglose Boulevard-Meldungen und befassen sich neuerdings
mit Serienkillern, um auf diese Weise vielleicht mal an eine reißerische,
interessante Nachricht zu kommen. Da tut ihnen ein schrecklicher Zufall
einen Gefallen, denn ein unbekannter Killer, der sich selbst als Clown
verkleidet, hat in einem Obdachlosenheim in Tampa Bay, Florida, zahlreiche
Menschen brutal ermordet. Die Reporter wittern natürlich ihre große Chance
und nehmen die Fährte des Killers auf. Sie sammeln allerhand Informationen
und Hinweise und stoßen alsbald auf einen Wanderzirkus, deren Mitarbeiter
mehr zu wissen scheinen, als sie zu gestehen bereit sind. Langsam aber
sicher lüften Mark und Christine das Geheimnis um den Killerclown mit dem
überdimensionalen Fleischerbeil und machen den Geisteskranken alsbald auf
sich aufmerksam... |
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Obwohl Clowns die
Menschen eigentlich zum Lachen bringen sollen, ist es doch nicht
ungewöhnlich, dass viele Leute sogar eher eine Angst vor den geschminkten
Unterhaltern verspüren, was mittlerweile schon in einigen Horrorfilmen
aufgegriffen wurde. Mit "100 Tears" kommt nun ein weiterer
Vertreter aus der Low-Budget Ecke, der einen griesgrämigen Clown zum
schlachtenden Psychopathen werden lässt. In Szene gesetzt wurde das
äußerst bluthaltige Werk von einem gewissen Marcus Koch, der bislang als
Regisseur noch nicht sonderlich aktiv war, sondern eher im Hintergrund
agierte. So zeichnet sich Koch für die Special Effects vieler Low-Budget
und Indepentenproduktionen verantwortlich, unter anderem hat er sich mit
seiner FX-Kenntnis bereits an "The Toxic Avenger IV", "Nikos
the Impaler", "Ghost Lake" oder "Between Two
Worlds" beteiligt.
Bei "100
Tears" durfte der Effekt-Spezialist endlich mal für sein eigenes Werk
Hand anlegen und in Sachen Gewaltdarstellung so richtig die Sau rauslassen.
Der Streifen kommt mit einer enormen Menge an Splatter und
Gewalttätigkeiten daher, die dann sogleich auch den Hauptinhalt des Films
bilden. Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei "100 Tears" um
eine sehr günstige Produktion und somit sollten die Erwartungen an den
Streifen selbst nicht zu hoch angesetzt werden. Von den Effekten alleine
lebt der Clown-Splatter dann allerdings doch nicht, denn im Gegensatz zu
vielen Filmen der selben Preisklasse, erzählt "100 Tears"
zumindest noch eine halbwegs brauchbare, wenn auch nicht gerade oscarreife
Story.
Die Handlung folgt
parallel den Bluttaten von Gurdy, dem Clown und den Ermittlungen des
Reporterpärchens Christine und Mark. Während die Beiden das Puzzle immer
weiter zusammensetzen und dem Killer auf die Schliche kommen, richtet der in
regelmäßigen Abständen wahre Blutbäder an, bis die beiden Handlungen
letztendlich zusammenlaufen und die Reporter mit dem Irren konfrontiert
werden. Vor allem anfangs legt "100 Tears" ein überraschendes
Tempo an den Tag und steigt sogleich mit einem Massaker in einem
Obdachlosenheim ein, bei dem sich der Zuschauer fragen muss, wie dies
später noch zu toppen sein wird. Mit einem riesigen Fleischerbeil werden
massenhaft Gliedmaßen abgetrennt, fröhlich Köpfe abgeschlagen und auf
allerhand Arten Körper deformiert, so dass es nicht wundert, dass "100
Tears" in den USA sogar mit einem seltenen NC-17 Rating bedacht wurde.
Nach dem blutigen
Einstieg hält sich der Streifen im weiteren Mittelteil eher zurück, um die
beiden Charaktere Mark und Christine einzuführen. Die Zwei machen dabei
einen durchaus seltsamen Eindruck, da sie in einer Art Wohngemeinschaft
leben und sich zwar ständig sexuelle Anspielungen zuschleudern, im
Endeffekt aber kein Paar sind, sondern lediglich gemeinsam arbeiten. Für
die tragenden Figuren einer Low-Budget Produktion gehen diese Charaktere
allerdings in Ordnung, da die Schauspieler Raine Brown und Joe Davison
durchaus ein gewisses Talent mitbringen und die beiden Reporter somit nicht
gänzlich unsympathisch verkörpern. So lässt man sich dann auch als
Zuschauer die etwas actionlosere Phase des Films ein, in der hauptsächlich
auf Ermittlungen gesetzt wird. Das eine oder andere Detail wird dabei zwar
etwas überspannt, so dass gelegentlich leichte Langeweile aufkommt, doch
alles in allem lässt sich "100 Tears" ohne Einschlafgefahr
überstehen.
Irgendwann macht
der Film dann eine etwas unglaubwürdige Wendung, wenn wir über die
Vergangenheit Gurdys aufgeklärt werden und zudem erfahren, dass er eine
Tochter hat. Diese sucht er dann kurzerhand auf und macht sie zur
Mittäterin seiner blutigen Amokläufe. Wieso ein junges Mädchen sich einem
solchen Wahnsinn anschließen würde, erklären uns Marcus Koch und sein
Drehbuchautor Joe Davison nicht, ab dem Zeitpunkt hat "100 Tears"
dann schlicht und einfach zwei Killer. Gegen Ende wird dann wieder fleißig
abgeschlachtet, es wird erneut geköpft, zerstückelt und verstümmelt was
das Zeug hält, Arme und Beine fliegen fleißig durch die Szenerie und
Köpfe werden mit Herzenslust von Clownsstiefeln zerstampft. Hier offenbart
sich dann ein weiteres Mal die eigentliche Stärke des Films. Die Effekte
sind zahlreich und ordentlich in Szene gesetzt, wodurch die sonstigen
Stärken oder Schwächen von "100 Tears" beinahe schon belanglos
erscheinen.
Sehr blutiger
Low-Budget Splatter, in dem ein fieser Killerclown mit einem gigantischen
Fleischerbeil für reichlich Kunstblutverguss sorgen darf. Letztendlich ist
"100 Tears" ohnehin nur für Splatterfans interessant, die sich an
sonstigen Aspekten nicht sonderlich stören, doch auch für diese sei
erwähnt, dass die eigentliche Inszenierung des Films zwar sehr billig,
alles in allem aber ordentlich geraten ist. Die parallelen Handlungen, die
letztendlich zusammenfinden, sind halbwegs interessant, die Hauptcharaktere
ausreichend und der Killerclown furchteinflößend. Sicherlich kein Must-See
und definitiv nur für Low-Budget Kenner empfehlenswert, aber alles in allem
ein Garant für 90 unterhaltsam-blutige Minuten.
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