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Der Atomphysiker Tony Nelson (James Congdon)
ist fest davon überzeugt, eine Möglichkeit gefunden zu haben, mit der es
ihm früher oder später gelingt, harte Materialien zu durchdringen. Bei
einem seiner Versuche geht allerdings etwas schief, was zur Folge hat, das
sein Arbeitsplatz einem großen Feuer zum Opfer fällt. Aufgrund dieser
ungünstigen Situation sucht Tony seinen Bruder Scott (Robert Lansing) auf,
der ebenfalls als Atomphysiker tätig ist. Dieser ermöglicht ihm eine
Fortsetzung seiner Versuche, glaubt allerdings nicht so recht an die Idee
seines Bruders. Des weiteren fällt ihm auf, dass sich seine Verlobte Linda
Davis (Lee Meriwether) immer offensichtlicher an Tony heranschmeißt, was
Scott natürlich sehr missfällt.
Als es Tony kurz darauf gelingt, einen Bleistift durch eine dicke
Stahlplatte zu stechen, ist sein Bruder Scott sichtlich beeindruckt. Tony
allerdings erkennt mittlerweile die Gefährlichkeit seiner Experimente und
entschließt sich dazu, diese abzubrechen. Nun ist es Scott, der von der
Idee begeistert ist, und diese deshalb heimlich fortsetzt. Dabei kommt es zu
einem folgeschweren Missgeschick. Bei dem erneuten Versuch mit dem Bleistift
rutscht Scott ab und gleitet mit seiner gesamten Hand durch den massiven
Stahlblock. Dieses Ereignis verändert Scott's Gehirn und so ist er schon
bald in der Lage, sämtliche Materialen und Gegenstände nicht nur mit der
Hand, sondern mit seinem ganzen Körper zu durchdringen. Diese Vorgänge
kosten ihn jedoch sehr viel Lebenskraft und lassen ihn erschreckend schnell
altern. Die verlorene Energie holt sich Scott von nun an von Menschen
wieder, denen er diese abzapft, wodurch sie dann schließlich
sekundenschnell altern und sterben. Als Tony davon erfährt, entschließt er
sich dazu, seinen Bruder aufzuhalten... |
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Wie der Titel schon verrät, handelt es sich
bei "Der 4D-Mann" um einen typischen Vertreter des Science-Fiction
Films aus den 50er und 60er Jahren. Eine Ära, in dem so ziemlicher jeder
Filmname mit einem reißerischen "Amazing" begann und kolossale
Giganten und monströse Riesentiere noch scharenweise (meist jungendliches)
Publikum in die Kinos zog. Irvin S. Yeaworth Jr.darf mit Fug und Recht von
sich behaupten, mehrere solide Beiträge zu dieser wahrhaften Flutwelle an
Sci-Fi und Trashfilmen geleistet zu haben, sein bekanntestes Werk ist dabei
auch heute noch "Blob, Schrecken ohne Namen", der sogar schon ein
Remake erfuhr. Des weiteren noch ein Probesichten wert ist sein billiges
Monsterfilmchen "Dinosaurus!", vielleicht sogar der spaßigste
aller Yeaworth Jr. Ausflüge in den phantastischen Film.
Hier und heute beschäftigen wir uns jedoch mit einem anderen Film, der
nicht unerwähnt bleiben darf. So kommt "Der 4D-Mann"
erstaunlicherweise sehr effektreich und in Farbe daher, was für die
damalige Zeit nicht unbedingt gewöhnlich war. Dies kannte man so schon von
dem ein Jahr zuvor erschienen "The Blob", weshalb es fast schon so
scheint, als wollte Irvin S. Yeaworth Jr. an den Erfolg dieses Filmchens
anknüpfen. Verübeln kann man es ihm jedoch keineswegs, da hinter jedem
"Yeahwort Jr." erstaunlich viel Mühe und Liebe fürs Detail
steckt, ein Faktor, den man auch "Der 4D-Mann" deutlich anmerkt.
Während viele Regisseure der damaligen Zeit ihren Müll nur schnell
runterdrehten und dann verkauften, ist das hier glücklicherweise nicht der
Fall. So ist alleine schon die Story überraschend liebevoll aufgebaut und
spart nicht mit Einzelheiten über die verschiedenen Charaktere und deren
Verhältnisse zueinander. Tony ist der typische Frauenaufreißer, Scott
dagegen einer von den Typen, die sich voll ihrer Arbeit widmen und dabei
alles um sich herum vergessen. So kommt es auch zu der heimlichen Liebschaft
zwischen Tony und Linda, die sich von ihrem Mann vernachlässigt fühlt.
Sowohl dies, als auch die voranschreitenden Forschungen, wie auch deren
unheilvolle Resultate erhalten viel Spielraum und werden nicht, wie sonst im
Genre üblich, nebenbei heruntergeleiert.
Leider, leider hat diese Medaille aber auch eine Kehrseite. In diesem Fall
ist die Laufzeit zu lang geraten, so dass sich in die Erzählung gewisse
Längen einschleichen, die sich nicht verleugnen lassen. Es dauert gute 40
Minuten oder sogar noch etwas mehr, bis man mal etwas zu sehen bekommt, was
ins Science-Fiction Genre passt und bis es so weit ist, konzentriert sich
"Der 4D-Mann" ausschließlich auf die Liebäugelein zwischen Tony
und Linda, sowie auf den bedrückten Scott, der dem Treiben wie ein
begossener Pudel zusehen muss. Da kann nach einer gewissen Zeit schon eine
gewisse Spur der Langeweile aufkommen, und das hätte wirklich nicht sein
müssen, denn wenn "Der 4D-Mann" dann mal anfängt, aufs Gaspedal
zu treten, dann ordentlich.
In der zweiten Hälfte konzentriert sich der Streifen nämlich nur noch auf
die außerordentlich gut gelungenen Effekte, sowie einen konstanten
Spannungsaufbau. Hier beweist Irvin S. Yeaworth Jr. ein exzellentes
Händchen für inszenatorisches Geschick, denn dadurch, dass der Film in
Farbe gedreht wurde, wirken die Effekte um so eindrucksvoller. Betrachtet
man das Alter des Films, dann ist es geradezu erstaunlich, wie Scott seine
Hand in einen festen Metallgegenstand bewegt oder durch Wände geht. Die
Kamera blendet hier auch nicht weg, wie sonst so oft üblich. Nein, uns wird
die volle Pracht der Effekte gezeigt, für die damals ein gewisser Bart
Sloane verantwortlich war. Nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ
stimmt hier alles, so dass man derartige Effektparaden beinahe schon im
Minutentakt zu sehen bekommt.
Auch an den schauspielerischen Leistungen habe ich letzten Endes nichts
auszusetzen. James Congdon macht mehr den Eindruck eines coolen Playboys,
als den eines Atomphysikers, was jedoch keine Kritik an seinen Fähigkeiten
darstellt. Congdon, dessen Filmkarriere sich auf überraschend wenig
Produktionen beschränkt, überzeugt hier ebenso wie sein
"Filmbruder" Robert Lansing. Dieser stellt den betrogenen
Verlobten ebenso eindrucksvoll dar wie den besessenen Physiker, der durch
die Forschung seines Bruders zum Mörder mutiert. Alles in allem, und das
gilt auch für die sonstigen Nebendarsteller, ein Cast, an dem es nichts
auszusetzen gibt.
Überragende Effekte und eine spannende zweite Hälfte schaffen es leider
nicht, über den etwas langatmigen Anfangspart hinwegzutäuschen. Wenn man
es aber schafft, über das hinweg zu sehen, dann erwartet einen hier eine
gelungene Variante des bekannten "Professor mutiert zur
übernatürlichen Gefahr" Themas, dass durch seine Farbe, die
Schauspieler, sowie die bereits erwähnten Effekte punkten kann. Wenn da
eine unterhaltsamere, erste Hälfte wäre, würde meine Bewertung sicherlich
besser ausfallen. |