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Die Zutaten, die diese thailändische
Horror-Suppe zu einer kleinen, fernöstlichen Gaumenfreude machen, sind für
das geschulte Auge des Horror-Fans leicht auszumachen. Eine Priese „The
Ring“, dazu etwas „Final Destination“ sowie eine Portion „Wishmaster“
und zum Abrunden des Geschmacks noch ein wenig „Scream“. Das ist
vielleicht nicht sonderlich kreativ, hat aber beste Aussichten, weit über
den asiatischen Markt hinaus zu schmecken.
Und in der Tat: „999“ ist ein
unterhaltsamer, völlig überdrehter Film, in dem Regisseur Peter Manus viel
experimentelle Elemente eingebaut hat. Schnelle Musik, grelle Farben und
schräge Kameraeinstellungen lenken den Betrachter schnell von den
offensichtlichen Parallelen zu den bereits genannten Genregrößen ab und
lassen ihn zu einem recht eigenständigen Film werden.
Immer wieder versuchen die Jugendlichen, aus
verschiedenen Beweggründen, den Inhaber der mysteriösen Telefonnummer zu
erreichen. Und das klappt meist auch. Wünsche werden erfüllt und im
Anschluss das Leben genommen. Die Morde bzw. Unfälle sind dabei recht gut
in Szene gesetzt und meist sehr blutig. Nur einen SFX-Effekt hätte man sich
sparen müssen. Offensichtlich waren die Computer-Grafiker nicht mal
ansatzweise auf einem technischen Niveau, dass es erlauben würde derart
rumzutricksen. Der gezeigte Effekt ist auf jeden Fall mit das schlechteste,
was man auf diesem Gebiet jemals zu Gesicht bekommen hat und passt irgendwie
überhaupt nicht zu den anderen dargebotenen Spezialeffekten. Aber jeder
kann ja mal einen Fehler machen…
… wie halt die Personen im Film indem sie
ihrer Schwäche nachgehen und an den Telefonhörer greifen. Diese werden im
Übrigen von einer mittelmäßig bis schlechten Crew gemimt. Ausschläge
gibt es reichlich. Bei einigen Darstellern ist kein und bei anderen
wenigstens etwas Können zu erkennen. Und derjenige, der mit Abstande am
schlechtesten schauspielert hat auch noch eine total verhunzte
Synchronstimme bekommen. Glücklicherweise muss der Schauspiellaie aber als
erstes ins Gras beißen und nervt so nicht mehr als ertragbar wäre.
Glaubwürdig ist der Film nicht. Muss er aber
auch nicht sein. Auf seine überdrehte Art weiß er zu gefallen, nimmt sich
zu keiner Minute ernst und kommt mit einigen lustigen Einlagen daher. Nur
die charakterlosen Rollen nerven ein wenig. Gegen Ende wird es dann leider
etwas langweiliger, was „999“ einen weiteren Minuspunkt beschert.
Alles in allem überwiegt aber das Positive
und die frische Art, mit der „999“ über den Bildschirm gerauscht kommt.
Dass er überdeutlich an andere Genrebeiträge erinnert stört nicht weiter.
Er ist schnell, blutig, modern, hart, asiatisch und lustig. Eine gelungene
Mischung also - in jeder Hinsicht. |