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In einem geheimen
Forschungslabor ist es einem Team von Wissenschaftlern unter dem Auftrag des
skrupellosen Unternehmers Murdoch (John Rhys-Davies) gelungen, eine Anakonda
genetisch so zu manipulieren, dass sich daraus letztendlich vielleicht sogar
ein Heilmittel gegen Krebs gewinnen lässt. Unglücklicherweise wuchs das
Tier durch die Experimente zu einem riesigen und aggressiven Monster heran,
das in seinem Terrarium nur auf eine Möglichkeit zur Flucht wartet. Als
Murdoch die Forschungseinrichtung eines Tages selbst besichtigt und die
Anakonda dabei mit einer Taschenlampe beleuchtet, bringt diese Aktion das
Tier derart in Rage, dass es das Panzerglas beinahe mühelos zerstört, ein
heilloses Blutbad unter den Mitarbeitern anrichtet und anschließend
gemeinsam mit einem schwangeren Weibchen ins Freie flüchtet.
Es
muss schnell gehandelt werden, denn wenn das Weibchen seine Babys zur Welt
bringt, wären die Bewohner der umliegenden Städte in höchster Gefahr. Aus
diesem Grund wird der Söldner Hammett (David Hasselhoff) angeheuert, der
sich auf das Einfangen gefährlicher Tiere spezialisiert hat und die
Anakondas nun mit Hilfe seines Teams und der Unterstützung der
Wissenschaftlerin Amanda (Crystal Allen) unschädlich machen soll. Die gefährliche
Jagd entwickelt sich bald darauf zu einer äußerst verlustreichen
Angelegenheit... |
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Vor nicht all zu
langer Zeit ging ein allgemeines Lachen durch die Reihen der
Horror-Fangemeinde, als bekannt wurde, dass der Tierhorror-Hit "Anaconda"
aus dem Jahr 1997 mit zwei weiteren Sequels bedacht werden soll, bei denen
es sich um zeitgleich gedrehte, US-Rumänische Koproduktionen handelt. Zu
allem Überfluss sollte kein geringerer als Schnapsleiche David Hasselhoff
als Star für Teil 3 herhalten, was den Spott perfekt abrundete und die Filme schon
in die Trash-Kategorie beförderte, noch bevor sie überhaupt erschienen
oder gar erstes Bildmaterial vorhanden war. Nun ist der erste der beiden
Filme, "Anaconda: Offspring" unlängst erschienen und hat souverän
alle Befürchtungen der Fans bewahrheitet. Der dritte Teil ist ein übles
Trash-Machwerk, das als ernstzunehmender Film vollends versagt, in punkto
billigem Horror-Klamauk aber neue Akzente setzt.
Zwar
handelte es sich schon bei dem 2004 erschienen "Anacondas - Die Jagd
nach der Blut-Orchidee" um eindeutige B-Ware, doch mit dem Abstieg, die
diese Filmreihe 2008 vollziehen würde, hätte damals wohl noch keiner
gerechnet. Während der zweite Teil wenigstens noch passable Drehorte, erträgliche
Effekte und sogar ein Kino-Release vorzuweisen hatte, lässt Teil 3 all
diese Attribute vermissen und präsentiert sich als unverschämt billiger
Ramsch der Marke US-TV-Produktion. Storymäßig bedient man sich nicht an
den Vorgängern, sondern griff stattdessen tief in die Klischee-Mottenkiste,
um die altbekannte Handlung um den todkranken Millionär erneut zu erzählen,
der aus Gründen der Selbsterhaltung fragwürdige Experimente mit Tieren
durchführen lässt, die daraufhin zu riesigen Killern mutieren. Hat man
zwar schon dutzendfach gesehen, dennoch hat "Anaconda: Offspring"
seine Stärken gerade in der ersten Viertelstunde, die sich noch in dem
Labor abspielen und sogar eine brauchbare Spannung aufbauen können.
Je weiter sich die
Story dann voranschlängelt, desto mehr bleibt der Einfallsreichtum auf der
Strecke. Es wird die typische Crew aus hirnlosen Machos, ähem, Jägern
zusammengetrommelt, welche die Schlangen wieder einfangen sollen und sich
dabei ungefähr so geschickt anstellen wie eine Horde scharfer Elefanten im
Porzellanladen. Entgegen der Behauptungen bleibt es zu bezweifeln, ob überhaupt
schon mal irgend einer dieser Knallchargen an einer Jagd beteiligt war, da
die Aktionen keinerlei Sinn ergeben, aber den Zuschauer soll dies nicht stören.
Diesem fällt schnell auf, dass "Anaconda: Offspring" ungemein
blutiger als seine Vorgänger ausgefallen ist und die Freigabe ab 18 Jahren
definitiv zu Recht trägt. Selbstgefällig und aus reiner Freude am blutigen
Effekt werden da Gliedmaße entfernt, Köpfe abgerissen und Opfer bei
lebendigem Leib gefressen, was aus diesem Film definitiv einen der
blutigsten Tierhorrorfilme überhaupt macht. Mehr als ärgerlich ist da
allerdings die Tatsache, dass kaum althergebrachte FX-Arbeit zu sehen ist,
sondern hauptsächlich CGI-Blut fließt, was einen Großteil der Freude über
den reichhaltigen Gore wieder revidiert. Der digitale Ursprung der Effekte
ist einfach zu deutlich zu sehen, als dass der Zuschauer seinen Spaß damit
haben könnte.
Ähnlich
desaströs verhält es sich bei der Inszenierung der Riesenschlangen, was
aber zu erwarten war. Sorgten schon die Animationen in den ersten beiden
Filmen nicht gerade für Jubelschreie bei vielen Zuschauern, so befindet man
sich nun endlich um 15 Jahre in der Zeit zurückversetzt und wird mit
Effekten aus Atari-Zeiten gequält, die aus diesem Machwerk unter ernsten
Gesichtspunkten eine mittelschwere Katastrophe machen. Da der Streifen aber
ohnehin für die Trash-Klientel gedreht worden zu sein scheint und sowieso
niemand mit Besserem gerechnet hätte, kann an dieser Stelle auch nicht
ernsthaft Beschwerde eingereicht werden. Was dagegen vielmehr für Enttäuschung
sorgt, sind die lieblosen Kulissen und Szenarien. Während sich die Anakonda
einstmals perfekt in die Dschungel-Szenarien der Teile 1 und 2 einfügte,
muss sie sich nun mit einem rumänischen Wald begnügen, wo bekanntermaßen
schon viele trashige B-Monster ihr Unwesen treiben mussten.
"Anaconda:
Offspring" erfüllt wirklich alle Kriterien eines unterirdischen
Trashfilms. Rumänische Tagelöhner, die im Abspann sogar als Schauspieler
bezeichnet wurden, werden in öden Wäldern von David Hasselhoff auf
Schlangenjagd angeführt, der vom Publikum aber mehr bemitleidet wird, als
dass er das Machwerk mit seinem Namen in höhere Ebenen hievt. Nach
zahlreichen Alkohol-Eskapaden bedeutet sein Auftritt in einem solchen
Machwerk wohl das endgültige Aus seiner ernstzunehmenden
Schauspielerkarriere, was er im Laufe des Films aber wenigstens mit einigen
selbstironischen Späßen quittiert. Ein weiterer, bekannter Name findet
sich dann noch mit John Rhys-Davies, der hier tatsächlich noch eine
passable Rolle abgreifen konnte und seine Sache als einziger noch ordentlich
macht.
"Anaconda:
Offspring" ist genau der Scheißfilm, den der typische Filmkonsument
hiervon auch erwarten würde und gleichzeitig, oder gerade deshalb, das
langersehnte Spektakel für Trash-Fetischisten. Alle Qualitäten der Vorgänger
wurden konsequent die Toilette runtergespült, Einzug hielten hingegen
katastrophal schlechte Effekte, unpassende Locations und eine schon
tausendmal gesehen Story. Wer deshalb schon "Anaconda" und seine
Fortsetzung als Billigfilme ansah, wird hier endgültig den guten Glauben
verlieren, Freunde der bewusst schlechten Unterhaltung werden
hiermit jedoch ihren Spaß haben.
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