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Zwei
Schwerverbrecher entkommen aus dem Gefängnis und flüchten in die Sümpfe
Floridas, einen dicht nacheilenden Suchtrupp im Nacken. Als von diesem kurz
darauf jede Spur fehlt, zieht Sheriff Ruth Gainey Coates (Kathleen LaGue)
ihren Ex, den Tierfänger Delmar (Doug Swander), zu rate, der dahinter
zuerst einen Alligatorenangriff vermutet. Gemeinsam stellen sie
Nachforschungen an, bei denen sie sich nicht nur erneut näherkommen,
sondern auch die Machenschaften eines gewissen Dr. Soren Abramson (Simon
Page) aufdecken, der in dieser Gegend dubiose Experimente an Aalen betrieb
und dabei ein monströses, 4 Meter langes Ungetüm heranzüchtete. Genau
dieser Killeraal ist es, der vor einiger Zeit aus dem Labor des
Wissenschaftlers entkam und nun unter zahlreichen Einheimischen ein
regelrechtes Blutbad anrichtet... |
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Dass es gar nicht
so schwer sein kann, einen technisch halbwegs ordentlichen Horrorfilm auf
die Beine zu stellen und diesen dann international zu vermarkten, dass zeigt
sich wieder einmal an dem jüngsten, perfekten Beispiel
"Angiralus", der im Original weitaus passender mit
"Razortooth" betitelt wurde. Zuerst sollte man sich als Regisseur
für ein Subgrenre entscheiden und da liegt der Tierhorrorfilm natürlich
immer besonders nahe. Die Vergangenheit hat in diesem Fall schon zahlreiche
Male bewiesen, dass den Fans hierbei jeder Müll anzudrehen ist, des
weiteren sind CGI-Effekte heutzutage für jedes noch so kleine Filmstudio
erschwinglich, gut aussehen müssen sie schließlich sowieso nicht. Als
nächstes caste man eine handvoll unbekannter Akteure, die sich durch einen
solchen Trash eine steile Karriere erhoffen und für jeden Scheiß bereit
sind - schon steht der eigene Tierhorrorfilm.
Ein derartiger
Mumpitz wie ein Drehbuch ist für ein solches Vorhaben im Grunde überhaupt
nicht von Nöten, im Zweifelsfall engagiert man sich eben mal schnell die
zwei erstbesten Dumpfkacheln, die im nächsten Drogenrausch ihre geistigen
Ergüsse zu Papier bringen sollen. So und nicht anders muss der
Arbeitsvorgang der hier als Regisseurin agierenden Patricia Harrington
ausgesehen haben, die bislang ohnehin auf eine äußerst merkwürdige
Filmkarriere zurückblicken darf. Bevor sie mit "Angiralus" ihr
bahnbrechendes Debüt auf die Beine stellte, war sie zuvor schon als
Casting-Verantwortliche für das Meisterwerk "Hot Ticket" tätig,
produzierte den oscarverdächtigen "Stripteaser", spielte eine
Nebenrolle im überragenden "Carnosaurus", schrieb das Drehbuch
zum Kulthit "To Sleep with a Vampire" und kümmerte sich am Set
des preisgekrönten Klassikers "Sorority House Massacre II" um die
Elektrik. Ja, das ist doch mal eine Karriere, die im Grunde nur zu beneiden
ist.
Nachdem das
Tierhorrorgenre mittlerweile schon dutzendfach querbeet abgegrast wurde und
beinahe schon jedes noch so friedliche Lebewesen als teenieverschlingendes
Monstrum herhalten musste, erwischt es in "Angiralus" nun den Aal.
Natürlich ist dieser in seiner ursprünglichen Proportion noch nicht
sonderlich furchteinflößend, wieso er hier dank reichlich CGI als
riesenhaftes Untier mit zahlreichen Reißzähnen dargestellt wird. Dem ist
im Grunde nichts entgegenzusetzen, handelt es sich dabei doch um eine
gängige Prozedur bei Tierhorrorfilmen. Blöd nur, wenn das Resultat dann in
etwa so aussieht wie etwas, das in der Regel im Klo runtergespült wird. Die
optische Präsentation des Aals ist eine Katastrophe, was auch nicht gerade
von der Tatsache verbessert wird, dass das Vieh auch an Land aktiv sein kann
und somit reichlich Screentime erhält.
Natürlich darf
dabei nicht vergessen werden, dass es sich hierbei zum einen um reinrassigen
Trash handelt und sich die Käufer dieses Werkes dieser Tatsache zudem
durchaus bewusst sein werden. Wenn es also nur genretypische
Unzulänglichkeiten wären, die aus "Angiralus" eine mittelschwere
Katastrophe machen, dann wäre das noch zu verschmerzen, doch Patricia
Harrington's Werk versagt selbst für Anhänger derartiger Unterhaltung. Storytechnisch wird über 90 Minuten ein absolut spannungsarmer, belangloser
Quark runtergeleiert, der schon nach nur 15 Minuten alle erzähltechnischen
Unfähigkeiten der Verantwortlichen entblößt. "Angiralus" führt
eine handvoll unterschiedlicher Charaktere oder Gruppen ein, darunter das
Ex-Paar, das nun wieder zusammen arbeiten muss und nach wenigen Minuten in
der Kiste landet, zwei entlaufene Sträflinge, einige Studenten, ein
Kanu-Club und viele mehr.
Der Riesen-Aal
frisst sich fleißig durch die reichlich vorhandenen Opfer und sorgt dabei
für ordentlich Splatter, was sicherlich erfreulich wäre, wenn dieser zum
Teil nicht auch äußerst unschön anzusehen aus dem Computer stammen
würde. "Angiralus" mag ein unerwartet blutiger Film mit
zahlreichen Entweidungen und ähnlichen Leckereien sein, doch wenn dies dann
derart dilettantisch in Szene gesetzt wird, dann hat selbst der letzte
Gorehound keine Freude mehr daran. Viel mehr hat das Werk dann leider auch
nicht zu bieten. Die Handlung ist, da stets nur von einer Attacke zur
nächsten gesprungen wird, enorm spannungsarm und schnell ermüdend, die
Charaktere absolut belanglos. Genre-Kenner werden das Geschehen des weiteren
natürlich mit verbundenen Augen und zugehaltenen Ohren vorhersagen können.
"Angiralus" hat seine spaßigen Momenten, etwa wenn ein
Redneck-Fettsack auf einem Dixi-Klo zur Hauptmahlzeit des Aals wird und das
stille Örtchen dabei munter wackeln darf, oder wenn Delmar das riesige
Monster im Finale beinahe mit den bloßen Händen bezwingt, doch von ein
paar kleinen Erheiterungen abgesehen ist das Gezeigte absolut belanglos und
selbst für Trash-Fans langweilig. Die Schauspieler bleiben in ihren Rollen
allesamt blass und können dem Streifen letztendlich auch keine Qualitäten
hinzufügen.
Tierhorrorfilme sind eine leichte Rechnung, die in den meisten Fällen
aufgehen. Hier ist dies jedoch nicht der Fall, "Angiralus" bietet
selbst den Trash-Fans kaum Sehenswertes. Der Killeraal ist, ebenso wie die
zahlreichen Splattereffekte, sehr dürftig inszeniert und somit nur mit
reichlich Alkohol zu ertragen, während die Story von vorne bis hinten nur
öde und vorhersehbar erscheint. Im direkten Vergleich bieten sich da viele
ähnliche Filme an, die ihre Sache weitaus besser machen und sogar wirkliche
Unterhaltung liefern können, als Beispiel sei hier der 2004 erschienene
"Frankenfish" genannt. Um "Angiralus" hingegen darf
gerne ein Bogen gemacht werden. |