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| OT: Angulimala |
| ca. 102 Minuten |
| Thailand 2003 |
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| Regie |
| Suthep
Tannitratana |
| Darsteller |
Noppachai
Chaiyanam
Stella Malucchi
John Rattanaveroj
u.a. |
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Weil
finstere Zeichen die Geburt Ahimsakas begleiten, und die Gelehrten dem
Neugeborenen eine Zukunft als blutrünstiger Verbrecher prophezeien, will
ihn sein Vater zunächst töten lassen. Dem Einspruch des gnädigen Königs
hat er es jedoch zu verdanken, dass er stattdessen in einer entlegenen
Provinz den Weg der Tugend erlernen soll.
Schon als Kind und Heranwachsender merkt er, dass ihn die Lehren der Weisen
Männer dort nicht die Erfüllung verschaffen, die er sich erhofft. Als
erwachsener Mann soll ihm dieses nun durch einen anderen Weg ermöglicht
werden. Als er die in Ungnade gefallene zukünftige Ehefrau des
Hohepriesters vor dem rituellen Selbstmord rettet, flieht er mit ihr in die
Berge. In einer Höhle trifft er auf eine unheimliche weise Macht, einen
Berggeist, dessen Lehre ihm den Weg der Tugend verspricht, wenn er 1000
sündige Menschen von ihrem Dasein erlöst. Ahimsaka macht sich sogleich an
die Vollstreckung der göttlichen Weisung. Sind es zunächst Banditen,
Wegelagerer und Ungläubige, so steigert er sich immer weiter in seinen
religiösen Wahn, ermordet wahllos sogar Frauen und Kinder. Die Menschen
kennen ihn nur noch als Angulimala, den Verbrecher, der sich aus den
abgeschnittenen Fingern seiner Opfer ein Amulett anfertigt.
Als er schließlich 999 Menschen erlöst hat, soll seine eigene Mutter ihm
durch ihren Tod das Seelenheil bringen. Da erscheint ihm eine Gestalt, die
seinem schändlichen Treiben ein Ende bereitet... |
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Der thailändische Angulimala schafft das, was
auf den ersten Blick beinahe unmöglich scheint und nur wenigen Filmen
bisher gelungen ist: Religiöse philosophische Ansätze mit knallharter
Action zu verbinden. Basierend auf einer Überlieferung aus der Zeit
Buddhas, wird die Geschichte eines fehlgeleiteten Gläubigen erzählt, der
durch falsche Lehren fehlgeleitet wird und unter religiöser Verblendung zum
unerbittlichen vielfachen Mörder wird, am Ende jedoch geläutert die wahre
Erfüllung seines Glaubens erfährt.
Und von Erzählung kann man in diesem Falle wirklich reden, da eine
angenehme Frauenstimme aus dem Off in die Geschichte einführt und auch im
Laufe des Films kapitelartig immer wieder hier und da mit einleitenden
Kommentaren auftaucht. Erinnerungen an „Herr der Ringe“ werden wach.
Gleiches gilt auch hinsichtlich mancher Kulissen, wie z.B. wunderschönen
Berglandschaften. Der Soundtrack ist sehr eindringlich und untermalt die
dramatische Stimmung sehr schön. Leider wiederholt sich der Score zum Ende
hin etwas arg häufig, direkt nervig wirkt er jedoch nicht.
Angulimala sorgte bei seiner Erstaufführung in Ostasien für rege
Proteststürme bei vielen Anhängern buddhistischer und hinduistischer
Religionsgemeinschaften, schließlich sahen sie ihre Lehren falsch oder in
verunglimpfender Weise dargestellt. Dabei geht es aber doch gerade bei
Angulimala um die Missinterpretation von Glaubenslehren und die fanatische
Verfolgung falscher Ideale und Ziele.
Der Film bietet einerseits sehr schöne Fantasy-Action, mit mehr oder
weniger opulenten Schlachtenszenen, die teilweise recht blutig ausfallen,
wie schon erwähnt, schönen Kulissen und sehr guten (zudem auch angenehm
sparsam eingesetzten) Computereffekten. Horror-Fans dürfte sicherlich
neben einigen gorigen Szenen auch die quasi „Serienkiller-Thematik“
gefallen. Sehr interessant und unappetitlich ist übrigens in diesem
Zusammenhang der Einfall mit Angulimalas Rosenkranz aus abgehackten
Fingern. Auf der anderen Seite ist Angulimala ein ruhiges Drama um
Schuld und Sühne, Erlösung und Erleuchtung. Philosophische Dialoge über
das menschliche Dasein und den Sinn des Lebens wechseln sich ab mit
eleganten schwelgerischen Bildern, ohne Worte, einzig untermalt von sanften
Klängen des Soundtracks. Dabei erhält der Zuschauer Einblicke in die für
Westeuropäer doch eher fremde Welt des Buddhismus’ und Hinduismus’ und
irrtümlicherweise Konflikte zwischen den Anhängern dieser Religionen.
Sicherlich dürften Zuschauer, die sich ein wenig mit diesen Religionen
auskennen, die ein oder andere Wendung der Handlung verständlicher
erscheinen. Es bedarf allerdings keines expliziten Fachwissens, um dem Film
folgen zu können, jedoch entfaltet er nach Auseinandersetzung mit dieser
Thematik bei mehrmaligem Ansehen seine wahre Tiefe.
Angulimala kann somit Filmfreunde unterschiedlicher Klientel bedienen,
dürfte allerdings aufgrund seiner stellenweise etwas langatmigen
Dialoglastigkeit und inhaltlichen Schwere nicht unbedingt jedermanns Sache
sein. Fantasyfreunde (mehr), Horrorfans (mehr), Romantiker (weniger),
Freunde tiefgründiger Filmkost (mehr), für jeden ist etwas
dabei... Mehr als nur einen Blick ist Angulimala daher allemal
wert!!
Fazit: Angulimala ist intelligentes asiatisches Fantasy-Kino. Auf den ersten
Blick ein harter, kurzweiliger Fantasyfilm unter vielen, bei genauerer
Betrachtung eine philosophische Parabel über religiöse Lehren und deren
Auslegungen.
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