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Don Jose kommt mit seiner
frisch angetrauten Gattin Bella zurück in sein Heimatdorf. Hier
hat sich in der Zeit, in der er weg war, einiges getan. Es gibt
kaum noch Frauen, dafür aber einen Wahnsinnigen, der
offensichtlich über die dort lebenden Ameisen herrscht. Der
Wahnsinnige ist kein geringerer als der Bruder von Don Jose, Loco
Satano. Und der hat mit seinen untertänigen Krabbelviechern
nichts geringeres vor, als die Weltherrschaft zu erlangen. |
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„Wir machen jetzt einen Trash-Film
- Koste es, was es wolle.“ So, oder zumindest so ähnlich, müssen
es die Macher des Films „Antrage“ gesagt respektive gedacht
haben, als sie sich für die Produktion des Streifens entschieden
haben. Die Fähigkeit, einen guten Trash- oder halt B-Movie
abzuliefern haben nicht viele. Vielleicht eine handvoll Leute,
deren Namen Charles Band, Lloyd Kaufman, Roger Corman oder Terence
Fisher in der Szene bekannt sind. Nun kommt aber ein gewisser
Christoph Gampl, der noch nichts dergleichen in seiner filmischen
Vita stehen hat. Da wird man als fachkundiger Gucker natürlich
misstrauisch.
Aber egal. Als Allesgucker bekommen so viele Filme eine Chance,
warum dann nicht auch dieser hier? Und es geht auch gar nicht so
schlecht los: Ein Sprecher mit seltsamen, mexikanischem Akzent führt
uns in die Szenerie ein. In der mexikanischen Wüstenlandschaft
des Studio Babelsberg, nahe Potsdam, darf man die verschiedenen
Figuren beobachten, wie sie verschiedene Dinge machen. Alles wirkt
irgendwie komisch. Wie im Film. Allerdings ohne eine trashige
Note. Aber sei es drum. Was auffällt, ist das die Geschichte
nicht gerade geradlinig ist. Ein roter Faden fehlt ebenso, wie der
Durchblick beim Betrachter. Da ist es durchaus hilfreich, einen
Blick auf die Rückseite der DVD zu schmeißen und sich den Text
dort noch mal durchzulesen.
Der Film lebt lange vom Treiben der Darsteller, welches durchaus
nett anzusehen ist. Zwar völlig übertrieben, aber meist
professionell in den Kasten gebracht. Und das ist auch nicht
verwunderlich. Denn zur Schauspiel-Crew gehören unter anderem Götz
Otto („James Bond 007 - Der Morgen stirbt nie“), Yasmina
Filali (bekannt aus Funk und Fernsehen und als Ehefrau des
ehemaligen FC Bayern Spielers Thomas Helmer), Lars Rudolph
(„Mein Führer“) Elisabeth Volkmann („Klimbim“) und auch
Gojko Mitic („Winnetou“). Alles bekannte Gesichter der
deutschen Film- und TV-Szene. Lars Rudolph als Ameisen-Oberhaupt
und Elisabeth Volkmann (R.I.P.) als Bürgermeisterin sind
hervorzuheben. Allerdings spielen die Beiden auch mit Abstand am
übertriebensten.
So nett das Staraufgebot aber auch ist, man bemerkt schnell, dass
dem Film etwas fehlt. Und zwar Substanz. Das Treiben um die
Ameisen und den angekündigten Ameisen-Mann lässt ganz schön
lange auf sich warten. Hier und da bekommt man zwar mal etwas mit,
wo der Film hinsteuert ist aber lange Zeit unklar. Und da es, wie
bereits erwähnt, auch nicht so richtig trashen will, ist der
Unterhaltungswert nicht sonderlich hoch. Man kann sich mal eine
alberne Kotzszene angucken, brachialen Dialogen lauschen oder Frau
Filali als billiges Flittchen betrachten, irgendwie denkt man
aber, man befindet sich in Helge Schneiders „Texas“ (aber ohne
Witzigkeit) oder in einem sandigen Kammerspiel.
Zum Glück hält dieser Zustand aber nicht dauerhaft an. Im
letzten drittel des Films bekommen die Macher die Kurve und präsentieren
dem geneigten Betrachter das, was er sich erhofft.
Ameisen-Quatsch, Monster-Quatsch und sogar die ein oder andere
Splatterszene. Und... man glaubt es kaum: Das Monster, welches
auftritt ist Trash. Richtig schöner, purer Trash. Das sieht mal
so richtig scheiße aus.
Auch wenn das Vieh und der damit verbundene Showdown etwas an den
japanischen Trash-Streifen „Nezulla - The Rat Monster“ (natürlich
ohne Ameisen) erinnern, kommt Freude auf. Etwas doof ist
allerdings, dass das Monster zu 95% im dunkeln auftaucht. Dies
dient sicherlich zum Selbstschutz der Verantwortlichen...
Unterm Strich ist „Antrage“ einer dieser Filme, die sich am
Schluss retten können und somit einigermaßen gut im Gedächtnis
festigen. Für Freunde des „normalen“ Filmgenuss ist der
Streifen mit - an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit -
nichts. Für die heimischen Trash-Gucker ist es eine gute
Alternative zum amerikanischen Standard-Material. Allerdings
sollte man nicht mit allzu hohen Erwartungen an die Sache ran
gehen. Denn die BRD hat in diesem Genre, wie auch in allen anderen
(Außer vielleicht Nazi-Verfilmungen) noch einiges aufzuholen.
Aber wer an seinen Defiziten arbeitet ist auf dem richtigen Weg.
Und daher kann man sich schon mal auf die weiteren Teile der
„Planet B Edition“ freuen. Für Interessierte seinen hier noch
schnell die Titel erwähnt: „Mortal Beauty - Fluch der Schönheit“
und „Lovelorn und die Rache des Pharao“. |