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Bei einem Testflug
über den Süd-Pazifik sieht der Pilot eines Kampfjets plötzlich ein
seltsam schimmerndes Objekt am Himmel, das sich zu materialisieren scheint.
Bevor er ausweichen kann, kommt es unweigerlich zu einer Kolision mit dem
Flugobjekt und der Pilot muss seine Maschine auf einer dicht bewaldeten
Insel notlanden. Auch das UFO hat eine ungemütliche Bruchlandung auf der
selben Insel hingelegt, was dem Piloten zum Verhängnis wird. Die Strahlen
des Außerirdischen Raumschiffs haben sich auf die Umgebung ausgewirkt und
eine Spinne zu einem riesigen Monster werden lassen.
Kurze
Zeit später versammeln sich auf einem nahe gelegenen Festland einige
Forscher und Ärzte im Krankenhaus von Dr. Samuel Leon (José Sancho). Dort
wurde kürzlich ein Mann eingeliefert, der von einer unbekannten Spinnenart
gebissen wurde und nun unter schrecklichen Schmerzen im Krankenhaus
verendet. Dr. Leon möchte ein Gegenmittel gegen das Gift finden und
organisiert einen Flug zu einer Inselgruppe, wo er sich ein Gegenmittel zu
finden erhofft. Mit dabei ist der toughe Abenteurer Valentine (Chris
Potter), Dr. Leon's Assistentin Susana (Neus Asensi), die hübsche Pilotin
Mercer (Alex Reid), der etwas eigenartige Arachnologe Henry Capri (Ravil
Issyanov), sowie einige andere Begleiter. Blöderweise läuft der Flug nicht
wie geplant und Mercer verliert die Kontrolle über das Wasserflugzeug. Die
bunte Gruppe muss auf der selben Insel notlanden, auf der bereits der
Kampfjet und das UFO abgestürzt sind. Kurz nach ihrer Ankunft kann Capri
bereits kleine, mutierte Insekten bestätigen, doch das ist noch nichts im
Vergleich zu dem, was im Inneren der Insel auf die Expeditionsteilnehmer
wartet... |
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"Arachnid"
ist eine Produktion der spanischen Filmschmiede "Fantastic
Factory", die jedem Horrorfilmguru sofort ein Begriff sein sollte.
Fantastic Factory - Oberhaupt Brian Yuzna kennt man durch seine Beteiligung
an zahlreichen namenhaften Horrorstreifen wie etwa "Faust",
"Re-Animator" oder "The Dentist" und vielen, vielen
weiteren. Bei "Arachnid" nahm er nicht auf dem Regiestuhl Platz,
sondern übernahm lediglich den Part des Produzenten, was man dem Werk auch
deutlich anmerkt. Für die Inszenierung des Tierhorrorflicks wurde Jack
Sholder verpflichtet, ebenfalls kein No-Name. So war er unter anderem für
den wirklich guten "The Hidden - Das unsagbar Böse"
verantwortlich, konnte allerdings auch durch die beiden Werke
"Nightmare 2" und "Wishmaster 2" für kurze Zeit von
sich reden machen.
"Arachnid"
beginnt nicht sehr vielversprechend und zeigt dem Publikum als Vorheizer
gleich mal eine unsagbar schlechte CGI-Animation, die so auch aus einem
beliebigen PC-Spiel stammen könnte. Positiv fällt dagegen sofort die
gewählte Lokation auf. Die Insel, auf der sich der Anfang und das spätere
Geschehen abspielt, sieht toll aus, vermittelt zuerst ein bisschen
Urlaubsstimmung, bevor es dann ans Eingemachte geht. Dichte Wälder
bestimmen das Hauptszenario und gerade dadurch erhält "Arachnid"
eine tolle Atmosphäre. Bevor es aber so weit ist, müssen die verschiedenen
Charaktere vorgestellt werden, die hier sehr abwechslungsreich ausfallen.
Mit Valentine haben wir den Inbegriff des Filmhelden, von dem man schon im
ersten Moment weiß, dass er den Streifen überleben, und zum Schluss das
Mädchen bekommen wird. Das "Mädchen" ist in diesem Fall die
ehemalige Airforce Pilotin Mercer, die die Ärzte und sonstigen
Expeditionsteilnehmer zur Insel fliegt. Sie ist nicht auf den Mund gefallen
und sieht zudem blendend aus. Dr. Samuel Leon ist der typische Film-Arzt aus
dem Lehrbuch, etwas älter und besserwissend, zudem mit einer vollbusigen,
blonden Assistentin, Susan, an seiner Seite. Henry Capri ist ein typischer
Außenseiter und Sonderling, eine Art Steve Buscemi Verschnitt, der alles
über Spinnen und sonstige Insekten weiß. Das waren die wichtigsten
Charaktere, der Rest besteht aus Kanonenfutter, das so früh es geht
verheizt wird.
Die Story ist
simpel und deren Verlauf im Schlaf vorhersehbar. Sobald man auf der Insel
angekommen ist, stößt man zuerst auf kleinere Exemplare von mutierten
Insekten, bis dann die große Spinne in Erscheinung tritt.
"Arachnid" lässt sich nicht viel Zeit für eine Einleitung,
sondern liefert den Fans sofort das, was diese sehen wollen. Zermürbendes
durch den Dschungel waten, und nach und nach dezimiert werden. So kennt man
Tierhorrorfilme, so will man Tierhorrorfilme sehen. Obwohl sich
"Arachnid" sicherlich nicht durch seine Story auszeichnen kann,
hat er Stärken, die ihn vor anderen Streifen des Genres etablieren. Da
hätten wir zum Einen den Ekelfaktor des Films, der sogar mich manchmal
erschaudern ließ. Die derbste Szene ist wohl die, in der ein Insekt in
einen armen Kerl eindringt und sich im Stil von "Die Mumie" unter
seiner Haut fortbewegt. Als ob das noch nicht genug wäre, darf der Kerl
später noch faustgroße, madenähnliche Tiere auskotzen, bis ihm Parasiten
bei lebendigem Leib aus dem Hals und dem Auge herausplatzen. Wer auf
derartige Ekeleffekte steht, wird sie hier geboten bekommen. Etwas
überraschend ist die FSK ab 16 Jahren schon, aber dies erklärt sich
vermutlich dadurch, dass die explizite Gewalt in diesem Fall von Tieren und
nicht von Menschen ausgeht.
Ebenso zu gefallen
weiß stellenweise die Darstellung der Riesenspinne. Während die
Anfangssequenz schon überaus billig am Computer entstand, waren meine
Befürchtungen groß, doch die Spinne ist glücklicherweise mithilfe eines
Models dargestellt worden. Dadurch sind die Bewegungsabläufe des Monsters
zwar ziemlich peinlich, doch wenigstens sieht die Spinne halbwegs glaubhaft
aus. Zudem wurde am Set viel mit echten, kleineren Spinnen gearbeitet,
weshalb man "Arachnid" für Leute mit einer Spinnenphobie abraten
sollte.
Trash bekommt man
hier nicht geboten, doch wer auf strohdoofe B-Kost steht, darf hier dennoch
zugreifen. Das Verhalten der Charaktere ist meist unter aller Kanone und die
Story ohnehin blödsinnig. Die Expeditionsteilnehmer wussten im Voraus
nichts von einer eventuellen Gefahr, sind allerdings dennoch bis an die
Zähne bewaffnet. Die Spinne hingegen ist gegen Maschinengewehrsalven und
Handgranaten immun, kippt aber nach drei Giftpfeilen schon um. Ebenso darf
natürlich der Einsatz weiblicher Reize nicht fehlen, auch wenn sich dieser
hier, im Vergleich zu anderen Genrevertretern, stark zurückhält.
Was die
Schauspieler angeht, habe ich ausschließlich positives zu berichten. Sehr
erstaunt war ich von dem Mitwirken des eher unbekannten Akteurs Chris
Potter, der mir, als ich "Arachnid" zum ersten Mal sah, auch noch
kein Begriff war, den ich aber nun schon seit geraumer Zeit als Dr. David
aus der Serie "Queer as Folk" kenne. Den smarten Helden und
Frauenaufreißer spielt er glaubhaft und, wie man es von ihm kennt, mit viel
Talent. Alex Reid dagegen ist ein guter Grund für alle Männer, sich den
Film mal näher anzusehen. Eine derart gutaussehende Schauspielerin muss man
erst mal auftreiben, die trotz ihrer Schönheit natürlich wirkt und
durchaus schauspielern kann. Auch beim restlichen Cast, wie etwa Ravil
Issyanov als Arachnologe und Sonderling, oder José Sancho als altkluger Dr.
Samuel Leon gibt es nichts zu meckern. Natürlich sind die Charaktere nicht
sonderlich tiefgehend oder perfekt geschrieben, doch für das Drehbuch
können die Schauspieler ja nichts.
"Arachnid" ist ein sehr guter Tierhorrorfilm. Ich bin mir sicher,
dass diese Meinung nicht jeder teilen wird, doch wenn man weiß, dass diese
spanische Produktion kein unendliches Budget hatte, dann sollte einem
unterhaltsamen Abend nichts mehr im Weg stehen. Die Effekte sind, bis auf
die Anfangssequenz, solide, der Ekelfaktor erstaunlich hoch und die
Schauspieler allesamt überzeugend. Die Spannung hält sich hier zwar in
Grenzen, doch dafür wird man durchweg gut unterhalten und bekommt die
typischen Merkmale eines Tierhorrorfilms geboten. Das Einzige, was ich als
Negativ empfunden habe, war das etwas in die Länge gezogene Ende, das
"Arachnid" einen Teil des zuvor aufgebauten Tempos raubt.
Ansonsten aber ein absolut zu empfehlendes B-Movie. |