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In sieben Tagen schuf Gott die Erde.
Nur einen Tag länger Zeit hatte Regisseur Ryuhei Kitamura Zeit,
um seinen Film „Aragami“ zu vollenden. Das nämlich war der
Deal, den die beiden japanischen Filmemacher Yukihiko Tsutsumi
(„Chinese Dinner“) und eben Ryuhei Kitamura seinerzeit
gemeinsam mit dem „Ring“-Produzenten Shin’ya Kawai
abschlossen. Nach nur einer Woche sollte jeder von Ihnen einen
kompletten Film präsentieren. Das Thema: Zwei Kontrahenten, ein
Raum, ein Duell.
Während sich Yukihiko Tsutsumi im „Duel-Project“ mit seinem
Beitrag „2LDK“ dem Zickenterror widmete, schickte Ryuhei
Kitamura mit „Aragami“ ganz traditionell zwei Samuraikrieger
ins Rennen.
Das Resultat kann sich sehen lassen. Bei einer Länge von gerade
einmal 75 Minuten bietet Kitamuras Kammerspiel genau die richtige
Mischung aus Action und Dialogen - mal dramatisch, stellenweise
aber auch witzig.
Während sich das Duell zwischen den beiden Hauptdarstellern in
der ersten Hälfte des Films fast ausschließlich auf Wortgefechte
beschränkt, kreisen zum Ende hin spektakulär die Klingen.
Masaya Kato, der u.a in Takeshi Kitano’s „Brother“ (2000)
und Takeshi Miike’s „Gozu“ (2003) mitwirkte, und Takao Osawa,
den Ryuhei Kitamura später auch in seinem „Sky High“ (2003)
einsetzte, machen sich als Kriegsgott Aragami bzw. namenloser
Samurai gegenseitig das „ewige“ Leben schwer. Beide Darsteller
spielen ihren Part mit einer derartigen Intensität, als seien sie
mit ihrer Rolle im Film eins geworden. Sie nutzen die Anspannung
und Konzentration durch die Strapazen der Dreharbeiten zum
positiven Zwecke und übertragen sie auf ihre Filmcharaktere.
Obwohl die Handlung in ein und demselben Raum spielt, schafft es
Ryuhei Kitamura durch Beleuchtung und insbesondere effektvolle
Kameraeinstellungen den Film äußerst facettenreich zu gestalten.
Dies kommt vor allem auch bei den Kampfszenen sehr gut zur
Geltung, die einmal mehr sehr gut choreographiert sind.
Und natürlich lässt es sich der Regisseur auch hier nicht
nehmen, dem traditionellen „Chambara“-Thema, also dem Genre
des japanischen Schwertkampf-Films, seinen ganz persönlichen
modernen Stempel aufzudrücken, sei es durch schnelle Schnitte,
rockigen Soundtrack oder einfach durch eine gelungene Pointe zum
Schluss.
„Ein Film entsteht erst, wenn man sich quält“, gibt Ryuhei
Kitamura im Making-Of zum Besten. Gequält haben sich bei „Aragami“,
seinem Beitrag zum „Duel-Project“, definitiv alle Beteiligten.
Schließlich ist nicht nur ein Film entstanden, sondern ein guter
noch dazu…
Fazit: Kurze Produktionszeit, dennoch kein Schnellschuss. Rasante
Schwert-Action und coole Dialoge. Ein „Highlander“ aus dem
Land der aufgehenden Sonne. |