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Völlig
perplex und ohne zu wissen, wie sie hierhin gekommen sind, erwachen sechs
Jugendliche in einem düsteren und verschlossenen Fabrikgebäude. Wie sich
jedoch schnell herausstellt, haben die sechs eine Gemeinsamkeit. Jeder von
ihnen hat sich vor einiger Zeit bei der Reality-Show "Are You
Scared" beworben, bei der es darum geht, seine größten Ängste zu
überwinden, um so einen großen Batzen Geld zu gewinnen. Von einem
unbekannten Mann, der den Spielern über einen Lautsprecher die Regeln
erklärt, wird einer nach dem anderen dazu gebracht, sich seiner größten
Angst zu stellen. Als die ersten Kandidaten jedoch nach einiger Zeit nicht
mehr zurückkehren, wird den verbleibenden Spielern bewusst, dass hier
irgend etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Der Preis von "Are You
Scared" ist nicht Geld, sondern das blanke Überleben, denn die
perversen Spiele des unheimlichen Psychopathen enden für die Opfer meist
mit dem Tod... |
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Als hätten wir es
nicht alle geahnt, dass es früher oder später der Fall sein würde, sind
es mittlerweile nicht mehr nur die Teenieslasher, die für einen schnellen
Dollar kostengünstig abgedreht werden, auch orientiert man sich im B-Movie
Bereich zur Zeit immer häufiger an der sogenannten "Terrorwelle".
Dass von diesen Low Budget Produktionen kaum eine mit den Vorbildern Schritt
halten kann ist vermutlich unnötig zu erwähnen. Jedenfalls hat es nun nach
"House of 9" ein weiterer "Saw" Ableger in die
Videotheken geschafft, der gar nicht erst versucht, seine große Inspiration
zu verleugnen, sondern dieser in allen Belangen nacheifert. Der Regisseur
dieser Produktion ist ein gewisser Andy Hurst, der schon im Jahr 1999 den
eher unbekannten Streifen "You're Dead..." inszenierte und sich
ansonsten meist für Drehbücher verantwortlich zeichnete. So stammen die
Scripts zu den beiden "Wild Things" Sequels von ihm, wie auch das
zu "Vampires: The Turning", ansonsten kann sich Hurst noch mit
keinerlei einigermaßen bekannten Titeln rühmen.
Erst letztes Jahr wurde der blutgierigen Horrorfilmmeute mit dem Foltersicko
"Saw 3" die ultimative Steigerung des Überraschungshits
"Saw" präsentiert, die in erster Linie durch ihre Härte auf sich
aufmerksam machte. Nun muss man sich natürlich fragen, inwiefern man nun
einen billigen Direct to Video Ableger der
Reihe braucht, von dem man schon im Voraus weiß, dass er sowohl in Punkto
Inszenierung, wie auch in Sachen Goregehalt und Härte niemals an die
Vorbilder heranreichen kann. "Are You Scared" ist schon deshalb
kein Must See, weil hier im Prinzip genau die gleiche Handlung wie in
"Saw" 1-3 erzählt wird. Wer eben diese in einigermaßen teuren
Bildern sehen möchte, der soll gleich zur mittlerweile sehr berühmten
Folterreihe greifen, "Are You Scared" hingegen ist wirklich nur
für all jene zu empfehlen, denen ansonsten schon alle Filme
aus der Videothek bekannt sind.
Die hier dargebotene Story ist völlig an den Haaren herbeigezogen und
bloßer Aufhänger für die eine oder andere Mordsequenz. Gleich zu Beginn
darf eine Frau ein Säurebad nehmen, woraufhin dann die sechs
Hauptcharaktere eingeführt werden, die allesamt entführt und in einem
verlassenen Fabrikgebäude ausgesetzt wurden, wo sie nun um ihr Leben
spielen müssen. Bis hierhin ist das alles noch erträglich, erinnert es
doch sehr an den zweiten Auswurf der "Saw" Reihe. Sobald "Are
You Scared" aber versucht, seine Handlung von perversen kleinen
Foltereien auf eine ernstzunehmende Geschichte mit Hintergrund, inklusive
einem unerwarteten Plotttwist am Ende zu erweitern, geht das Ganze gehörig
baden und gibt sich unfreiwillig der Lächerlichkeit Preis. Ohne hier zu
viel verraten zu wollen, sei vorab verraten, dass es Regisseur und
Drehbuchautor Andy Hurst absolut nicht gelungen ist, seine Folterszenen in
eine plausible Handlung einzukleiden, vielmehr wirkt das Ganze absolut
künstlich und auf den bloßen Effekt ausgelegt. Die Charaktere werden kaum
erklärt, sondern sind lediglich Schlachtvieh, das nach einer gewissen Zeit
ohnehin das Zeitliche segnet. Der Versuch, parallel zu den Geschehnissen in
dem Fabrikgebäude die Ermittlungen eines Polizeiduos mit einzubringen, ist
ebenfalls gescheitert, denn diesen Szenen merkt man in jeder Sekunde an,
dass sie nur vorhanden sind, um "Are You Scared" auf eine passable
Laufzeit zu bringen. Dennoch beträgt die Spielzeit des Ganzen gerade mal
gute 74 Minuten.
Hier jedoch haben wir dann einen der positiven Aspekte, denn aufgrund der
relativ kurz bemessenen Laufzeit kommt nur selten Langeweile auf. Ich werde
mich davor hüten, dieses Machwerk mehr als unbedingt notwendig zu loben,
doch zumindest darf man ihm zu Gute halten, dass es meist recht unterhaltsam
daherkommt. Zusammenfassend ist "Are You Scared" aber nicht mehr
als ein "Saw" Abklatsch fürs Videothekenvolk. Die Schauspieler
sind untalentiert, die Kulissen nicht wirklich unheimlich, die
Hintergrundgeschichte lächerlich und der Fadenzieher hinter dem Ganzen
längst nicht so brillant und mysteriös wie das große Vorbild Jigsaw.
Einzig die Fallen sind als gelungen zu bezeichnen, jedoch hapert es hier
stellenweise doch etwas an der kostengünstigen Umsetzung, wie auch an
frischen Ideen. Die Säure kennen wir bereits aus "Saw 3", und
auch, dass sich jemand etwas aus seinem eigenen Körper schneiden muss, um
zu überleben, ist nicht neu. Innovativ hingegen ist die Idee, zwei
Geschwister jeweils an eine Bohrmaschine zu fesseln und den Geschwistern die
Wahl zu lassen, welcher von Beiden für den anderen ins Gras beisst. Ganz so
schlimm, wie es sich nun anhören mag, ist der Streifen aber längst nicht
geworden, denn letzten Endes ist es einem dank der mangelnden Charakteristik
vollkommen egal, wer sterben muss.
"Are You Scared" ist eigentlich nicht mehr als ein unmotivierter
und einfallsloser, kleiner "Saw" Verschnitt, der auch noch ein
bisschen Profit aus der derzeit grassierenden Terrorfilmwelle schlagen
möchte. Wer nichts dagegen hat, dass hier bis auf kleine Änderungen 1:1
die selbe Story erzählt wird, der darf sich den Streifen bei zu viel
Langeweile mal ansehen, allerdings sollte man die Erwartungen dabei sehr
zurückschrauben. "Are You Scared" ist recht unterhaltsam
geworden, und dadurch noch knapp zu empfehlen, allerdings sollten aufgrund
der eher billigen Aufmachung, der untalentierten Schauspieler und der
peinlichen Rahmenhandlung wirklich nur Freunde des B-Films auf dieses Werk
zurückgreifen. |