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Zu
Beginn des Films gibt es einen kleinen Rückblick auf das Geschehen in
"Tanz der Teufel 2":
Ash (Bruce Campbell) ist ein gewöhnlicher, unscheinbarer Typ, der als
Verkäufer im S-Markt arbeitet. Eines Tages beschließt er, mit seiner
Freundin Linda zu einer abgelegenen Waldhütte zu fahren um dort ein ruhiges
Wochenende zu verbringen. Mit dieser Ruhe ist es allerdings schnell vorbei,
als er die Tonbandaufnahmen eines Professors findet, der darauf aus dem Buch
der Toten, dem Necronomicon, vorliest. Die Aufnahmen wecken böse Dämonen,
die Linda töten und Besitz von Ash's Hand ergreifen. Diese sägt er sich
mit Hilfe einer Kettensäge ab, wird daraufhin allerdings in einen
Zeitstrudel gesogen und mitsamt Auto, doppelläufiger Schrotflinte und
Kettensäge ins 14. Jahrhundert katapultiert.
Dort angekommen wird Ash von den Männern Lord Arthur's (Marcus Gilbert)
gefangengenommen, die ihn für einen von Graf Henry's dem Roten (Richard
Grove) Leuten halten. Zusammen mit Graf Henry wird Ash in eine Burg
gebracht, wo er in eine Grube geworfen wird, in der dämonische Wesen
hausen. Ein weiser alter Mann (Ian Abercrombie), der in Ash die prophezeite
Rettung der Menschheit sieht, kann ihm gerade noch rechtzeitig seine
Kettensäge zuwerfen, mit der dieser sich der Dämonen in der Grube
entledigen kann. Ash hat somit zwar die Ehrfurcht der Ritter gewonnen, doch
alles was er will, ist zurück in seine Zeit zu gelangen. Deshalb trifft er
mit dem weisen alten Mann die Vereinbarung, dass er das Buch der Toten, das
Necronomicon, von einem verfluchten Friedhof beschaffen soll. Mit diesem
Buch ist es möglich, Ash in seine Zeit zurück zu schicken. Bei der
Beschaffung des Buches unterläuft dem tollpatschigen Ash allerdings ein
fataler Fehler, durch den er versehentlich die untote Armee der Finsternis
erweckt. Die skelettierten Krieger wollen das Buch zurückhaben und
marschieren unaufhaltsam auf die Burg Lord Arthur's zu. Es kommt zu einer
großen Schlacht.. |
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Kaum ein Horrorfilm
hat in Deutschland einen derart schlechten Ruf wie "Evil Dead" aka
"Tanz der Teufel". Obwohl das Werk zu den ganz großen Klassikern
des Horrorfilms zählt, ist er bei uns bis heute zum Teil noch als
ultrabrutales Schlachtwerk verschrien, in dem sich ein blutiger
Kettensägenexzess auf den anderen reiht. Dass das Ganze tatsächlich nur
halb so wild ist und sich hinter dem Titel ein atmosphärisch dichter
Horrorfilm verbirgt, der von einigen jungen Leuten damals mit viel Liebe auf
die Beine gestellt wurde, das dürfte der deutschen Zensur so ziemlich egal
sein, die sich bis heute so sehr an den Splattereffekten stört, dass das
Werk noch immer verboten ist. Traurig aber wahr und das, obwohl heutige
Filme wie "Texas Chainsaw Massacre: The Beginning" dem Klassiker
in Sachen Gewalt in nichts nachstehen. Aber wie dem auch sei, Fakt ist, dass
Sam Raimi mit den "TdT" Filmen eine der einflussreichsten
Horrorfilmreihen überhaupt gelungen ist, auch wenn diese sich über die
Jahre immer mehr verändert hat. Bot der erste Teil noch harten Horror,
wurde in "Tanz der Teufel 2" der Gewaltgrad schon nach unten
geschraubt und erste, humoristische Tendenzen erkennbar. "Armee der
Finsternis", der 6 Jahre darauf erschien, ist letzten Endes fast schon
eine pure Komödie, die beinahe gänzlich ohne Splatter auskommt.
Ganz anders als viele Sequels im Horrorbereich ist "Armee der
Finsternis" im Prinzip ein gänzlich eigenständiger Film, den man auch
dann problemlos verstehen kann, wenn man die Vorgänger nicht gesehen hat.
"Tanz der Teufel" 1 & 2 haben beinahe die haargenau selbe
Geschichte erzählt, deshalb war es genau die richtige Entscheidung von Sam
Raimi, die Story an einem anderen Ende anzupacken und gänzlich
umzukrempeln. Bis auf den einmalig arroganten und coolen Hauptdarsteller Ash
hat "Army of Darkness" nur sehr wenig mit seinen Vorgängern
gemeinsam, da sich das Geschehen hier nicht nur auf eine kleine Waldhütte
fixiert, sondern in einer großen, mittelalterlichen Welt angesiedelt ist.
Dort landet dann unser sympathischer Hauptdarsteller mit seiner
Schrotflinte, der Kettensäge, die er sich als Armersatz auf den Stumpf
geschraubt hat und seinem Wagen - und darf sich natürlich prompt verbale
Gefechte mit angrifflustigen Rittern liefern.
Das Erfreuliche an "Armee der Finsternis" ist, dass er so gut wie
jede Zielgruppe zufrieden stellen dürfte. Fans der vorangegangenen Teile
werden vielleicht anhand des fehlenden Horrors enttäuscht sein, werden aber
schnell durch Ash wieder entschädigt, denn dieser ist hier so cool wie nie
zuvor. Beinahe am Fließband bringt er einen zitatwürdigen Spruch nach dem
anderen. Besonders einprägsam ist dabei die Szene, in der Ash den
verängstigten Rittern und sonstigem Bauernvolk seine doppelläufige
Schrotflinte als Zauberstab vorstellt und deren Funktion erklärt.
"Armee der Finsternis" ist ganz klar als Komödie gedacht, bedient
sich aber großteils des schwarzen Humors. So kann es durchaus mal
vorkommen, dass Ash plötzlich mit drei kleinen Mini-Ash's zu kämpfen hat
oder gar ein böser Doppelgänger auftaucht, dem er kurzerhand das halbe
Gesicht wegschießt.
Wer flotte und leichte Unterhaltung sucht, kommt hier definitiv auf seine
Kosten, doch den ganz großen Kultfilm, den viele Fans in "Armee der
Finsternis" sehen, kann ich nicht bestätigen. Natürlich ist Ash
unglaublich cool, doch ganz so lustig, wie oftmals umschrieben, ist das Werk
dann doch nicht. Es ist zwar schon einmalig, wenn der Anführer der Armee
der Finsternis Sprachprobleme hat und ihm bei einem bestimmten Wort immer
wieder der Kiefer wegfällt, doch auf die ganz großen Lacher wartet man
vergeblich.
Doch sei's drum. "Armee der Finsternis" hat alles, was ein
unterhaltsames Genrespekakel braucht. Zerlegte Dämonen, flotte Sprüche,
ein ordentliches Tempo, Witz und eine gehörige Portion Selbstironie.
Langweilig dürfte bei diesem Spektakel sicherlich niemandem werden, doch
sollte man sich davor hüten, hiervon einen Horrorfilm im Stil vom ersten
"Tanz der Teufel" zu erwarten. "Armee der Finsternis"
hat andere Stärken. Die Effekte sind zwar oftmals nicht die Teuersten,
erfüllen ihren Zweck aber vollkommen. So sehen die marschierenden Skelette
zwar nicht nach einer überwältigenden Millionenproduktion aus, passen aber
bestens in den Streifen. Und spätestens wenn Bruce Campbell zum Schluß
gegen die Armee der Finsternis in die Schlacht zieht, dann dürfte wohl
niemand mehr den Horror in diesem dritten Teil vermissen.
Zu den Schauspielern möchte ich nicht viel Worte verlieren, doch zumindest
Bruce Campbell muss an dieser Stelle noch einmal gelobt werden. Durch seine
Darstellung der Figur Ash wurde der Schauspieler selbst schon zum Kult und
das hat er sich auch verdient. Kaum ein anderer hätte den genervten und
arroganten Antihelden so treffend verkörpern können, so viel steht fest.
War Ash in "Tanz der Teufel" noch unscheinbar, ist er nun
endgültig zum gefeierten Allein-Entertainer mutiert und liefert eine
großartige Show ab.
Wer schon immer mal sehen wollte, wie ein sprücheklopfender S-Markt
Verkäufer mitsamt Schrotflinte und Kettensäge im Mittelalter gegen
allerlei dämonische Wesen kämpft, der ist hier richtig. "Armee der
Finsternis" verfolgt nicht mehr ganz das Konzept seiner Vorgänger, was
aber auch nicht erforderlich war, um eine gute Fortsetzung abzuliefern. Sam
Raimi und seine Crew haben sich jedenfalls viel einfallen lassen, um einen
unterhaltsamen Mischmasch aus Action, Humor und etwas Horror auf die Beine
zu stellen und garnieren dies mit vielen Effekten und einem großartigen
Bruce Campbell. Der Streifen macht Spaß, keine Frage, doch das ganz große
Meisterwerk, das viele darin sehen, ist er dennoch nicht. Alles in allem
reicht es aber allemal für ein überzeugtes: Groovy! |