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Hach, was gibt es doch schöne
Filmtitel. "Blutspur der Killerladies". Wer wird einen Film mit
solch einem schönen Namen denn wohl achtlos im Regal der Videothek stehen
lassen? Der Name ist
dann auch Programm. Hier haben wir es mit einem typischen
Frauenknast-Ausbruchs-Exploiter zu tun, wobei die Blutspur
selbstverständlich keine Anspielung auf irgendwelche unangenehmen
Menstruationsnebenwirkungen sein soll. Wichtige
Voraussetzungen für derartige Filme:
1. Ein Knast (den haben wir,
und zwar einen mit ein- oder besser gesagt ausladenden riesigen
Abwässerrohren, ideal für Ausbrüche jeglicher Art),
2. Gefangene (ebenfalls
vorhanden: gröhlend, lachend, catfightend. Knastjulen eben...),
3. Wärter, bevorzugt
weiblich, sadistisch und sexsüchtig, die die Gefangenen mit eiskaltem
Wasser oder gummihandschuhbewehrten Leibesvisitationen malträtieren (diese
kommen hier leider nicht wirklich zum Zuge, sondern bekommen direkt schon zu
Beginn des Films einen auf die Mütze. Ist ja schließlich in erster Linie
ein Ausbruchs-Film...) Ach ja: Arabella Kiesbauer und Michael
Jackson spielen auch mit..
Los geht es: Schnell eben in
den ersten 5 Minuten ausgebrochen und schon können die Killerladies ihre
Blutspur hinterlassen. Das ganze ist schön untermalt mit Seventies-Mucke
inklusive Schweineorgel, Saxophon und unmotiviertem Sitar-Gezupfe zur
Spannungserzeugung.
Nun endlich in der Freiheit,
gibt es Landschaft zu genüge zu sehen, schließlich treibt es die
Ausreißerinnen erstmal quer durch die Walachei. Dabei präsentieren
die Damen natürlich, wie es sich für ordentliche Knastploiter gehört,
auch Blicke auf ihre persönlichen Hügellandschaften. Gelegenheiten dazu
ergeben sich wie immer durch Catfight-Einlagen, Nacktbadeszenen und die
obligatorischen
"Eine-Titte-lugt-beim-Rennen-immer-hervor"-Knasthemdchen.
Leicht einen an der Waffel zu
haben scheint die ein oder andere der Gruppe auch noch. Die eine zerrt von
einem Kindheitstrauma, die andere faselt wirres Zeug und brüstet (welch
Wortspiel...) sich mit ihren Taten. Die Dialoge drehen sich zumeist
ums Ficken und Lesbischsein, wenn nicht zwischendurch mal eine Dame ihre
pfadfinderischen Kindheitserfahrungen zum besten gibt.
"Pass nur auf, dass Dein
Büstenhalter zugehakt ist. Sie steht nämlich auf BUSEN!!" ruft
"Arabella" ihrer Kameradin noch zur Warnung hinterher, als diese
ihre verletzte Kollegin zu Bett bringt.
Es versteht sich für einen Exploitationfilm wohl von selbst, dass diese
Warnung ignoriert wird oder? Doch statt dass es zur Lesbianisierung
kommt, widersteht die Samariterin den Becircungen. Die beiden Mädels
plaudern stattdessen aus dem Nähkästchen, schließlich wollen die 90
Minuten ja auch irgendwie ausgefüllt werden. Derart verschmäht lässt sich
der BUSEN-Fan kurz darauf dann vom lieben Gott mit dem Lasso holen.
Trotz aller Knast-Härte haben
sich die Ladies jedoch noch ihren Charme bewahrt: "Und Du machst keine
Zicken, sonst hast Du'n Loch inner Birne!", bitten sie ein John Holmes
- Double um Unterschlupf.Dieser wird dann auch noch mit vorgehaltener
Pistole gezwungen, den Chauffeur für die Knastrologinnen zu spielen, wobei
er das in dieser Situation einzig richtige macht: Durchdrehen und verrückt
lachend aufs Gaspedal treten!!!
Es kommt wie es kommen muss:
Pepe, wie der rasende Gockel heißt, kriegt nun doch sein angedrohtes Loch
in die Birne, der Wagen kommt von der Straße ab. In Peckinpah'scher
Zeitlupenmanier prescht der Wagen über der Straßenrand... Sand wirbelt
auf... Gleich wird der Wagen sicherlich einen Steilhang hinunterstürzen
oder sich wild wirbeln überschlagen... Fehlanzeige!!! -
Er bleibt einfach neben der Straße stehen. Und DAFÜR wird so ein
Brimborium veranstaltet?? Tz... Schnell raus aus dem Wrack,
Lagebesprechung, dann watscheln die vier Ladies bei einer heroischen Ballade
Richtung Sonnenuntergang. Da sie über die Grenze nach Mexiko
wollen, benötigen sie natürlich noch neue Papiere. Wer kann ihnen da
helfen? Richtig! "Pretty Boy". Pretty Boy ist nämlich der
Falschpass-König mit professioneller Druckerei und blauer Latzhose. Ein
knallharter Geschäftsmann ("Macht's Euch bequem, Ihr bezahlt ja
dafür").
Er schickt Arabella erst mal
zum Geldbeschaffen zu ihren Bruder. Dieser ist Besitzer eines Nachtclubs,
von dem mindestens 20 Blaxploitationfilme hätten zehren können, so viele
"Michael Jackson -früher - Doubles", wie dort rumhängen. Zudem
hat er, genau wie sein Kollege, einen schmucken überdimensionalen Hut mit
goldener Krämpe. Und wer so ein Statussymbol auf dem Deckel hat, der darf,
nein MUSS, auch seine Mädels auf den Strich schicken um mal eben ein
bisschen Kohle zu besorgen. Das tun dann auch zwei gewitzte Nüttchen in
einer Szene, die an trashigem Klamauk kaum zu überbieten ist: Da ziehen sie
einem kleinen Kerlchen mit schütterem Haar, roter Unterhose und
schwarzen Kniestrümpfen mal eben die Geldbörse leer. Dieser beschwert
sich, dass das "nicht nett sei" und das die beiden ja "noch
nichts dafür getan hätten". Die Antwort der Damen "Ja, Du doch
auch nicht!". Daraufhin rauft sich der Typ in bester Louis de Funes -
Tradition seine Haarreste und jammert: "Was soll ich den tun?
Purzelbäume schlagen, Fingernägel kauen oder meine Locken kämmen?".
Derart aufmüpfig wird er von den beiden Damen kurzerhand bei lustiger
"Klamaukmusik" per Rolle rückwärts neben das Bett befördert.
GAAANZ großes Kino!!!
So, nachdem die Mädels nun
die Kohle für die falschen Pässe haben, zahlen sie Pretty Boy aus, fesseln
ihn (man weiß ja nie..) und machen sich auf zu einem Bekannten, der sie mit
einem Flugzeug über die mexikanische Grenze schleusen soll. Alles scheint
perfekt, bis auf die Tatsache, dass der Kumpel von dem Hobbypilot ein dicker
Sheriff ist und der Typ zudem ein schlechter Frühstückskoch ist. Gerade
als die Mädels mit dem Rosinenbomber abhauen wollen, macht ihnen dann der
Gesetzeshüter mit Kimme und Korn einen Strich durch die Rechnung. Nur die
"Kiesbäuerin" kann entfleuchen... Die
anderen liegen theatralisch im Sand, ihre Wummen daneben. Die Ohren der
Anführerin bluten. Ob's an der nun einsetzenden Schluss- Ballade liegt...
Was bleibt ist die Frage nach
der Moral von der Geschicht'? Ist es die Erkenntnis, dass sich Verbrechen
nur in EINEM von fünf Fällen lohnt? Dass man mit Fingernägelkauen und
Glatzekämmen noch lange keine Nutten becircen kann? Oder einfach nur, dass
es eigentlich keinen großen Sinn macht, bei der Autoverfolgung in einer
menschenleeren Wüste die Sirene des Streifenwagens anzustellen?
Vielleicht entbehrt der Film
aber auch jeglicher Moral, und man findet diese dann in dem auf der
VHS-Kassette von "Gloria" nun folgenden Trailer von Russ Meyer's
"Megavixen", hier als "Drunter, drüber und drauf"
präsentiert. Ein absoluter Information-Overload!! Wie ein Wasserfall
brabbelt der Marktschreier seinen Text herunter, erzählt sogar mehr, als
der Film inhaltlich wohl hergibt, während Kitten Natividad,
"Pocahontas" und ähnliche Big- Size- Frauen ihre Eva-Melonen in
die Kamera halten. Alles klar: Moral gefunden...
Fazit: Thelma & Louise
& 3 andere hauen auf den Putz. Trashiges 70ies Frauenknast - Ausbruchs-
Roadmovie. (Un-) Freiwillig komisch, dadurch aber gerade herrlich
unterhaltsam!! |