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Paul
und Isabel sind zusammen mit dem befreundeten Pärchen Lucy und Norman nach
Nordspanien gefahren, um dort einen Urlaub zu verbringen. Paul hat spanische
Wurzeln und vor einem knappen Jahr das Haus hier in der Gegend gekauft, in
dem einst seine Großmutter lebte bevor sie nach England auswanderte.
Pauls Haus liegt in einer sehr schönen, abgelegenen Gegend. Es scheint hier
lediglich eine handvoll Einheimische zu geben. Die lernen sie am nächsten
Tag in der hiesigen Bar kennen. Besonders freundlich scheinen sie nicht zu
sein, Paul versucht aber alles um ein netter Emigrant zu sein. Als Paul und
Norman nach dem Besuch der Gaststätte auf die Jagd gehen, ahnen sie noch
nicht was ihnen heute wiederfahren soll.
Erst finden sie zufällig ein kleinen, degeneriertes Mädchen, welches sie
aus ihrem Kerker befreien und dann müssen sie feststellen, dass die
Einheimischen nichts Gutes mit ihren neuen Nachbarn vorhaben. Die Jagd
beginnt... |
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“Backwoods - Die Jagd beginnt“
beschäftig sich, wie man aus dem gradlinigen Titel der deutschen Fassung
erahnen kann, mit dem Phänomen des Hinterwaldes. Diesmal ist aber kein
Baumgemenge in good old Amerika der Schauplatz, sondern eines mitten in
Europa. Na ja... nicht ganz zentral, aber das tut natürlich überhaupt
nichts zur Sache. Entscheidender ist es da schon, dass sich „Bosque de
sombras“, wie der Film im Original heißt, keinesfalls hinter seinen
Genre-Kollegen aus den USA zu verstecken braucht. Zumindest hinter denen aus
der älteren Vergangenheit, wie zum Beispiel „Wer Gewalt sät“ von 1971
oder „Beim Sterben ist jeder der Erste“ von 1972. In diese Epoche
siedelt sich “Backwoods - Die Jagd beginnt“ auch selbst ein und ist an
einigen Stellen sogar mit den beiden genannten Filmen vergleichbar.
Die Story ist vom Prinzip her nur eine kleine Geschichte, die nicht gerade
mit viel Inhalt daherkommt. Der Plot reicht aber völlig aus, um den
geneigten Betrachter über die 93 Minuten Spielzeit bestens zu unterhalten.
Längere Szenen, die langweilen oder langatmig sind gibt es nicht.
Allerdings gibt es auch nicht sehr viele Szenen, die extrem spannend sind,
was im Nachhinein betrachtet einer der wenigen Kritikpunkte an diesem
gelungenen Streifen ist.
Nach kurzer Eingewöhnung geht es schnurstracks ins Verderben. Fremde
Kulturen mit unterschiedlichen Werten treffen aufeinander und mischen dabei
das Gut und Böse immer wieder durch. Bei diesen Konfrontationen treten
besonders zwei Darsteller, aus der grundsolide agierenden Schauspieltruppe,
hervor. Zum einen Lluís Homar („Rottweiler“)
als einheimischer Anführer und Gary
Oldman („Bram Stoker's Dracula“, „Hannibal“ uvm.) als sein
englischer Gegenpart. Oldman agiert in diesem Streifen so gut wie lange
nicht mehr. Die Rolle, die aus dem Klischee „Zivilisation trifft
Hinterwäldler“ entsteht, scheint ihm auf den Leib geschnitten zu sein. Es
kann aber auch daran liegen, dass man sich mit den Rollen gut anfreunden
kann, da sie gut charakterisiert sind und sich erstaunlich entwickeln.
Besonders Oldmans Rolle.
Die Abgeschiedenheit, die schönen Naturaufnahmen im Regen und das Auftreten
der Einheimischen sorgen für eine solide Atmosphäre. Auch wenn der
wirkliche Redneck-Horror und Splatter-Orgien ausbleiben kommt eine
pässliche Stimmung auf. In Sachen Spezial-Effekten wird sehr wenig geboten.
Dies sorgt aber durchaus für mehr Authentizität. Etwas schade ist es
allerdings, dass einige Sachen etwas zu kurz kommen. Neben der erwähnten
Hochspannung wäre da noch die Tatsache, dass man viel zu wenig über den
eigentlichen Grund der Eskalation erfährt. Das kleine Mädchen ist einfach
nur da, ohne das groß auf das Wie und Warum eingegangen wird.
Insgesamt betrachtet muss man aber unweigerlich zum Schluss kommen, dass “Backwoods
- Die Jagd beginnt“ ein wirklich gelungener Genre-Beitrag ist, der Spaß
macht. Ohne viel Drumherum und ohne viel Effekthascherei wird einem eine
solide Geschichte präsentiert, die denen ohne Frage gefallen wird, die sich
auch schon mit Filmen wie „Beim Sterben ist jeder der Erste“ anfreunden
konnten. Neben den guten schauspielerischen Leistungen, der guten
Atmosphäre und den schönen Naturaufnahmen kann man einen mit vorurteilen
bespickten Wettkampf zwischen Gut und Böse verfolgen, der die Frage wer gut
und wer böse ist offen lässt.
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