|
Hae-won kommt zurück auf das
kleine Eiland Moodo, auf dem sie aufgewachsen ist. Die Insel hat
sie vor Jahren verlassen, um nach Seoul zu ziehen. Auf Moodo leben
nur sehr wenige Menschen. Bok-nam ist eine von ihnen. Sie ist die
Jugendfreundin von Hae-won und sehr erfreut über den Besuch vom
Festland.
Denn Bok-nam führt alles andere als ein schönes Leben. Die
Arbeit ist aufreibend, es gibt keinen Luxus und ihre Nachbarn, als
auch ihr Mann, sind sehr grob zu ihr. Einzig die Liebe zu ihrer
Tochter lässt sie immer wieder neuen Lebensmut finden.
Als Bok-nam von ihrer Freundin erfährt, dass es da draußen auch
noch etwas anderes gibt, gedenkt sie von der Insel zu fliehen. Bei
der Bestrebung kommt allerdings ihre Tochter zu Tode. In Trance
und von Hass geblendet beginnt kurz nach dem Tod ihrer Liebsten
ein blutiger Rachefeldzug... |
|
„Bedevilled – Zeit der
Vergeltung“ kommt im Prinzip als einfacher Rache-Film daher. Die
Geschichte ist nicht außergewöhnlich und so, oder so in etwa,
schon viele Male filmisch wiedergegeben worden. Warum sich der südkoreanische
Streifen aber dennoch positiv von seinen Genre-Kollegen absetzt
und somit alles andere als ein Mittelmaß-Film ist, wird in
folgenden Text beschrieben.
Zwei Dinge werden gleich zu Beginn deutlich. Regisseur Jang
Cheol-so nimmt sich bei seinem Debüt sehr viel Zeit, um in das
Geschehen einzufügen und er achtet dabei auf die Optik. Die
Gegend ist bezaubernd und wird ebenso mit der Kamera eingefangen.
Man fühlt sich irgendwie wohl, auch wenn die Lage auf der Insel
alles andere als freundlich ist.
Die Darsteller spielen ihre Rollen nahezu perfekt. Alles wirkt
absolut authentisch. Es dauert zwar ein wenig, bis die Rollen
einigermaßen vorgestellt sind, wenn man mit den Menschen aber
warm geworden ist, versteht man die Dinge die sie tun. Gut und Böse
ist dabei nicht gerade ausgeglichen. Denn das Böse spielt in „Bedevilled
– Zeit der Vergeltung“ eine tragende Rolle und wird im Verlauf
vollkommen übergewichtig. Bok-nam spielt hier die entscheidende
Person. Erst ist sie die Dumme, die Naive, die alle
Boshaftigkeiten ihrer Mitbewohner, die unter dem unfrischen
Genpool leiden, über sich ergehen lässt. So lange, bis das Fass
zum Überlaufen gebracht wird.
Bis dies geschieht geht einige Zeit ins Land. Die Zeit vergeht
allerdings ohne das es langweilig wird. Die erste Stunde des Films
ist brillant. Es gibt nur kleinere Schwächen beim eigentlichen
Rachefeldzug, obwohl es hier temporeich zur Sache geht. Die
ruhigen, deprimierenden Phasen sind es aber, die diesen Film so
wertvoll machen.
Es ist eine bemerkenswerte Charakterstudie. „Bedevilled – Zeit
der Vergeltung“ geht auch viel tiefer als andere Filme mit ähnlicher
Thematik. Es ist nicht wie in anderen Streifen, wo irgendwem
irgendetwas Böses zustößt und die Person dann durchdreht. Das
hier geht tiefer.
Der geneigte Horror-Fan muss bei diesem filmischen Leckerbissen
nicht auf harte Einlagen verzichten. Diese sind zwar nicht
dringend notwendig, aber zugegen und gut gemacht. Nicht als
Schlachtplatte serviert, in ihrer Gesamtheit aber äußerst hart.
Dies alles lässt nur den einen Schluss zu, dass „Bedevilled –
Zeit der Vergeltung“ unbedingt empfohlen werden muss. Es ist ein
Ausnahme-Film, der lediglich in den Racheszenen ganz wenig von
seiner Stärke verliert. Aber trotz der kleinen Schwäche ist „Bedevilled
– Zeit der Vergeltung“ ein Film für Film-Freunde und
Film-Kenner. Es ist ein Stück Zelluloid, das ein breites Publikum
verdient. |