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Es ist
grundsätzlich absolut nichts dagegen auszusetzen, wenn junge Amateurfilmer
ihrer Passion nachgehen und ihre eigene Vision von guter, abendfüllender
Low-Budget Unterhaltung auf die Menschheit loslassen. Der Amerikaner Mel
House liefert mit "Closet Space", der in Deutschland als
"Between Two Worlds" vermarktet wird, seine zweite Produktion ab,
nachdem er bereits 2001 seine erste Indie-Arbeit "Fade to Black"
fertig stellte. Ob mit dem Mann allerdings ein neuer Stern am Amateur-Himmel
gefunden wurde, darf in Frage gestellt bleiben, ist "Between Two
Worlds", von dem der Regisseur selbst scheinbar große Stücke hält,
doch eher ein formvollendeter Griff ins Klo als eine beeindruckende Leistung
eines talentierten Regie-Newcomers.
Es muss schon
ernsthaft überlegt werden, inwiefern der Größenwahn bei einem Filmemacher
ausgebrochen sein muss, der sich mit einem Mikrobudget ausgerechnet auf H.P.
Lovecraft's Spuren wagt und davon ausgeht, dass dem Horror-Autoren mit ein
paar Gummitentakeln und sehr viel Dunkelheit Tribut gezollt werden kann.
Nichts anderes will "Between Two Worlds" nämlich letztendlich
sein, kommt aber vielmehr als trauriges "From Beyond"-Ripoff
daher, dass sich alleine schon durch sein niedriges Budget und seine
mangelhafte Ausstattung als ernstzunehmender Horror
disqualifiziert. Zum Brüllen komisch auch Mel House' Interpretation zu der
alten Horror-Weisheit, dass es oftmals besser ist, das Grauen im Dunkeln zu
lassen, statt es permanent in die Kamera zu halten. House taucht kurzerhand
einen Großteil des Films in komplette Dunkelheit, so dass sich der
Zuschauer freuen kann, wenn er außer ein paar von Taschenlampen beleuchtete
Gesichter einiger untalentierter Schauspieler überhaupt mal etwas erspäht.
Die Story selbst
ist dabei nicht einmal so schlecht, dass sie in anderer Form vielleicht
nicht doch überzeugen könnte. Natürlich müsste sie an einigen Ecken noch
etwas aufgebessert werden, doch im Kern liefert die "Studenten suchen
nach ihrem Professor und stoßen hinter einer Tür auf ein böses
Universum"-Erzählung ausreichend Ansätze für eine spannende
Horrorgeschichte. Der bereits erwähnte "From Beyond" von Stuart
Gordon bewies bereits, dass man aus einer ähnlichen Erzählung mit etwas
mehr Budget durchaus brauchbares Horror-Entertainment herausholen kann. Mel
House legt aber aufgrund seiner eigenen Ansprüche eine Bruchlandung in
jeder Hinsicht hin.
"Between Two
Worlds" bietet nicht einmal Liebhabern von Amateurproduktionen noch die
Möglichkeit, diesem Werk auch nur ansatzweise etwas Positives abgewinnen zu
können. Die Story zieht sich unglaublich in die Länge und ist mit einer
viel zu langen Laufzeit bemessen. Der Beginn, oder alles, was sich vor dem
Eintritt in die fremdartige Welt abspielt, könnte belangloser nicht sein
und liefert dem Publikum eine handvoll absolut uninteressanter Charaktere,
denen man bereits zu diesem Zeitpunkt den Tod wünscht. Doch auch dann, wenn
die Protagonisten das fremde Universum erkunden, wird der Film in keinster
Weise besser, eher noch im Gegenteil. Als böse Dämonenwelt diente
vermutlich der vollkommen abgedunkelte Keller von House' Großvater, in dem
die Laiendarsteller, mit einigen Taschenlampen und diversen Lichterketten
bestückt, hilflos herumstapfen. Von der Umgebung erkennt man überhaupt
nichts, alles liegt in absoluter Dunkelheit. Dies macht den Streifen jedoch
nicht spannend, sondern zu einem einzigen Ärgernis.
Ab und an gibt es
dann Angriffe diverser Kreaturen zu bestaunen, doch die sind meist so
schnell und abrupt in Szene gesetzt, das man dem Geschehen kaum folgen kann.
Die zahlreichen, sich umherwindenden Tentakel, die gelegentlich auftauchen,
sehen zwar nicht unbedingt grottig aus, vermitteln allerdings auch kein
Gefühl der Bedrohlichkeit. Hinzu kommt, dass die Tentakel sich gerne mal
bei ihren Opfern anzapfen und diese somit in Zombies verwandeln, welche dann
allerdings auch nicht unbedingt glaubwürdiger erscheinen. Der einzige
Moment, der noch im Ansatz Horror entstehen lassen kann, ist eine Sexszene,
bei der sich das Geschlechtsteil des Frauchens plötzlich als mit
zahlreichen scharfen Zähnen bestückter Mund entpuppt und sich dem armen
Mann kurzerhand ins Gesicht frisst.
"Between Two
Worlds" scheint zu allem Überfluss einfach kein Ende nehmen zu wollen.
Endloses Herumgeschleiche vor undurchschaubarer Dunkelheit, ab und zu der
Versuch eines Schreckmoments und dann das selbe Spiel wieder von vorn. Das
strengt an, ermüdet und macht einfach keinen Spaß. Ansatzweise interessant
wird es erst in den letzten 15 Minuten, in denen es zwischen den letzten
zwei Überlebenden zum Showdown mit den Dämonen kommt und schon mal etwas
Monsterblut vergossen wird, doch zu diesem Zeitpunkt hat "Between Two
Worlds" die Sympathien seiner Zuschauer längst verloren.
"Between Two
Worlds" ist ein derart schlechtes und belangloses Stück
Low-Budget-Film, dass selbst die gestandensten Amateur-Fanatiker schwer
damit zu kämpfen haben werden, diese Zelluloidverschwendung bis zum Ende
durchzustehen. Wer nirgendwo mehr eine Kaminfeuer-DVD findet, kann abends
auch dieses Werk einlegen, denn das endlose Herumstolpern der
unsympathischen Protagonisten in völliger Dunkelheit dürfte den selben
Zweck erfüllen und sein Publikum schnell einschlafen lassen.
Glücklicherweise könnte das hässliche Cover seinen Zweck erfüllen und
einen Großteil der potentiellen Käufer automatisch auf Distanz zu diesem
Rohrkrepierer gehen lassen.
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