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Eine
besonders fröhliche Kindheit hat der kleine Billy (Cainan Wiebe) wahrlich
nicht. Von seiner Mutter wurde er aufgrund einer angeborenen Krankheit, die
eine gelbliche Verfärbung seiner Haut verursachte, von Geburt an gehasst.
Im zarten Kindesalter musste er dann miterleben, wie sein Vater von seiner
Mutter und deren Liebhaber grausam umgebracht wurde, er selbst wurde seitdem
jahrelang wie ein Tier auf dem Dachboden gefangen gehalten. Als seine Mutter
dann auch noch die inzestuös entstandene Agnes zur Welt bringt, der all die
Liebe zuteil wird, die ihm seit jeher verwehrt blieb, bringt dies das Fass
zum Überlaufen. An einem Weihnachtsabend bringt er seine gesamte Familie
auf brutalste Art und Weise um und fristet sein Leben von diesem Tag an in
einer psychiatrischen Anstalt.
Viele Jahre später wurde das Haus, in dem die Bluttat einst begangen wurde,
zu einem Studentenwohnheim umfunktioniert, in dem sich die jungen Girls
Kelli (Katie Cassidy), Dana (Lacey Chabert), Lauren (Crystal Lowe), Megan
(Jessica Harmon), Heather (Mary Elizabeth. Winstead) und Melissa (Michelle
Trachtenberg) schon eifrig auf das Weihnachtsfest vorbereiten. Als dann aber
eines der Mädchen spurlos verschwindet und ein anonymer Anrufer sie mit
furchteinflößenden Anrufen belästigt, keimt in den Mädels der Verdacht,
dass kein geringerer als der geisteskranke Killer Billy aus der
psychiatrischen Anstalt entflohen ist um sein blutiges Werk fortzusetzen... |
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Das Geschäft der
Neuverfilmung boomt, noch nie waren Remakes angesagter als heutzutage. Ein
Ende der derzeitigen Remake-Welle ist nicht absehbar, kein Wunder also, dass
auch mehr und mehr Klassiker des Horrorfilms neu interpretiert oder in
manchen Fällen einfach neu gedreht werden. Nach namentaften Titeln wie
"Texas Chainsaw Massacre" und "The Hills Have Eyes"
werden im Zuge des aktuellen Trends auch immer mehr vergleichsweise
unbekannte Genrevertreter einem breiten und modernen Publikum zugänglich
gemacht. Passend zur Weihnachtszeit schickte sich letztes Jahr ein gewisser
Glen Morgan, seines Zeichens Regisseur von "Willard", sowie
Produzent und Drehbuchautor von "Final Destination" 1 & 3 an,
die kitschüberfluteten Weihnachtstage mit einer Neuverfilmung des
Klassikers "Black Christmas" blutrot zu färben. Jener 1974
erschienene, kanadische Horrorfilm ist in Deutschland unter dem Titel
"Jessy - Die Treppe in den Tod" bekannt und gilt in Fachkreisen
als Vorbild für John Carpenter's "Halloween", welcher dann, 4
Jahre später, dem Slashergenre erstmalig Berühmtheit verschaffte.
Gerade im Vergleich mit dem Original ist "Black Christmas", ein
Film der verpatzten Möglichkeiten, weiß "Jessy - Treppe in den
Tod" doch gerade durch eine tolle Atmosphäre zu gefallen. Das Remake
hingegen springt vielmehr auf den aktuellen Trend der härteren Gangart auf.
Was den Goregehalt angeht, muss sich "Black Christmas" keinesfalls
vor "The Hills Have Eyes" oder ähnlichen Kalibern verstecken,
auch wenn es der Weihnachtsslasher keinesfalls schafft, eine ähnliche,
erbarmungslose Intensität entstehen zu lassen. Nicht umsonst prägte die
"Hardcore" Fraktion des derzeitigen Horrorfilms immer mehr den
Begriff "Terrorkino", und in dieses kann sich "Black
Christmas" dann eben doch nicht einreihen. Was wir hier haben ist nicht
mehr und nicht weniger als ein beliebiger Slasher, dem es aber dank einiger
kleiner Ärgernisse nicht gelingt, sich im guten Mittelfeld zu halten.
Was sich bereits nach wenigen Minuten unverkennbar und enttäuschend
bemerkbar macht, ist die Erkenntnis, dass einem die Hauptprotagonistinnen im
weiteren Filmverlauf leider absolut egal sein werden. Die sechs Mädchen
sind so oberflächlich und schablonenhaft angelegt, dass jeder Versuch einer
Identifikation von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist. Das wirkt sich
an manchen Stellen deutlich auf die Spannung aus und sorgt auch dafür, dass
es einem nicht selten vollkommen egal ist, wenn wieder jemand ins Gras
beißen muss. Dieses Stichwort ist jedoch ausschlaggebend für die am
deutlichsten hervorstechendste Stärke des Films: Der Blutlevel ist
überraschend hoch und der Goregehalt nicht von schlechten Eltern. Man wird
Zeuge allerlei kreativer Tötungsarten, da zeigt sich, was man noch alles
mit Zuckerstangen und Plätzchenformen anstellen kann. Für viele dürfte es
sicherlich schon über die Grenze des Erträglichen hinausgehen, wenn Opfer
erst mit Plastiktüten stranguliert werden, nur um anschließend die Augen
herausgerissen zu bekommen, die dann auch noch genüsslich zerkaut werden.
"Black Christmas" mag ein Teenieslasher wie viele andere sein,
aber zumindest der Gewaltgrad hebt sich über vieles hinweg, was man sonst
so aus dem Genre kennt. In regelmäßigen
Abständen wird gemeuchelt, werden Augen entfernt und wird herausgerissene
Haut zum anschließenden Verzehr im Backofen gebraten, nichts für schwache
Nerven also.
Dem wiederum gegenüber steht dann aber eine im Schlaf vorhersehbare Story,
die nur in wenigen Ansätzen punkten kann. Die Rückblicke auf Billy's
Kindheit sind immer sehr erschreckend in Szene gesetzt, ansonsten
präsentiert Glen Morgan seinem Publikum aber eine absolute 08/15 Handlung,
die typischer und banaler für das Genre nicht sein könnte. Selbst ein
eingebauter Storytwist hat nicht die Wirkung, die er wohl erfüllen sollte.
Man sieht also im Grunde genommen einigen Mädels beim kreativen Ableben zu,
was zwar optisch recht souverän in Szene gesetzt wurde, ansonsten aber
keinerlei Neues für Fans des Genres bieten kann. Wer sich als absoluter Fan
der Filmgattung bezeichnet, wird "Black Christmas" mögen, ebenso
können Splatterfans hier mal zugreifen, ansonsten sticht der Streifen durch
nichts von der Durchschnittskost hervor. Die Schauspieler tun indes zwar ihr
Bestes, kommen gegen die viel zu einfach gestrickten Charaktere aber einfach
nicht an.
Alle Jahre wieder.. erwartet uns durchschnittliche Slasherkost aus den
Staaten, hier in ein weihnachtliches Gewand gezwängt und mit überaus
derben Effekten behaftet, aber alles in allem dennoch nichts, was aus der
Masse heraussticht. Meine Erwartungen wurden jedenfalls nicht erfüllt, im
Voraus hätte man mit deutlich mehr rechnen können. Einiges an Blut und
Gore macht den Film für den einen oder anderen schon interessant,
allerdings werden wohl nur die hartgesottensten Slasherfans ihre Freude mit
diesem Vorhersehbaren Film haben. Spannung sucht man leider selten, ebenso
wie sympathische Charaktere. Für den kleinen Blutdurst zwischendurch aber
empfehlenswert. |