|
Ein kleiner Zirkus hat im Rumänien des 18.
Jahrhunderts eine Menge skurrile Attraktivitäten zu bieten. Bärtige
Frauen, Siamesische Zwillinge, Kleinwüchsige und eine attraktive junge
Dame, die auf der ersten Blick ganz normal wirkt. Allerdings ändert sich
das, als ihre Hand unter Zwang in Wasser getaucht wird und danach üble
Verbrennungen aufweist. Aber anstatt sich um die Frau zu kümmern, wird sie
weiter Malträtiert. Ihr werden noch ein paar Schnittwunden zugebracht,
bevor sie dann mit Schafsblut gefüttert wird und die Verletzungen
urplötzlich verschwinden.
Rayne, so der Name der jungen Frau, ist ein Dhampir. Eine selten vorkommende
Mischung aus Mensch und Vampir. Ihre Mutter wurde seinerzeit von einem
Vampir vergewaltigt und später auch ermordet. Rayne ist außerhalb der
Zirkusshow in einem Käfig untergebracht, ihr gelingt eines Tages aber die
Flucht. Ein Mann will sie in ihrem Kerker überfallen, was er mit seinem
Leben bezahlen muss. Dabei trinkt der Dhampir erstmals Blut, und aus Rayne
wird Bloodrayne, die noch vor Ort in einen Blutrausch verfällt. Der
Blutrausch bleibt ein nachhaltiges Erlebnis, da Bloodrayne nach dem Massaker
beschließt, sich nur noch von Vampirblut zu ernähren. Sie will keine
Menschen mehr töten.
In Freiheit macht sich Bloodrayne nun auf die Suche nach ihrem Vater Kagan,
welcher der mächtigste aller Vampire ist, um sich an ihm zu rächen. Der
Weg zu Kagan ist aber kein einfacher, da sie eine Menge Abenteuer und
Kämpfe zu durchstehen hat… |
|
Regisseur Uwe Boll ist als Videospielverfilmer
zu Recht in die Kritik geraten. Sein Werk „House Of The Dead“
erntete zumeist vernichtende Kritiken. Viele Leute glaubten, dass er nicht
geeignet sei, Filme dieser Art zu drehen, doch in „Bloodrayne“ beweist
er uns das Gegenteil. Der Film beruht auf dem gleichnamigen Computerspiel,
welches einen mittelprächtigen Bekanntheitsgrad hat. Sicherlich haben viele
Filmfans die Diskussionen um „House Of The Dead“ mitbekommen und sind
weniger an einem ähnlichen Desaster interessiert, allerdings wird das
Interesse sicherlich wieder erweckt, wenn man alleine mal einen Blick auf
die Schar der berühmten Darsteller wirft: Kristanna Loken, Michelle
Rodriguez, Michael Madsen, Matt Davis, Ben Kingsley, Udo Kier, Geraldine
Chaplin, Billy Zane, Meat Loaf. Das sind größtenteils Namen, die für
große Filme stehen.
Ob „Bloodrayne“ die Referenzen der
Beteiligten um einen weiteren Ausnahmefilm erweitert, ist fraglich. Fest
steht aber das „Bloodrayne“ ein wirklich guter Streifen ist. Gleich zu
Beginn nimmt er ein gutes Tempo auf, was fast bis zum Ende anhält.
Interessante Einlagen wechseln sich mit zahlreichen Kämpfen ab, für die
ein ganz besonderer Freund des Horror-Films seinen Make-Up Beutel geöffnet
hat. Olaf Ittenbach heißt der Freund, der mittlerweile jedem bekannt sein
dürfte. Sein Talent für Spezialeffekte zeigt er einige Male, in gewohnt
guter Qualität. Es gibt es viele harte Szenen, viel Blutgespritze und viele
Körperteile, die sich vom Rumpf lösen. Ein Fest für Ittenbach-Fans, auch
wenn die ein oder andere Szene etwas zu sehr vom Computer beeinflusst
wird.
„Bloodrayne“ zeichnet des Weiteren aus, dass er meist sehr rasant und
somit kurzweilig ist. Nur einige, wenige Szenen lassen langweilige Momente
aufkommen. Besonders interessant sind einige Szenen, in denen die
Protagonistin Aufgaben erledigen muss, um dem Ziel näher zu kommen. Hier
merk man deutlich, dass die Vorlage ein Computerspiel, mit den typischen
Spielsituationen ist. Einige der Kulissen wirken bei diesen Szenen leider
aber etwas künstlich, obwohl das Budget nicht unbedingt das Geringste war.
Von den namhaften Schauspielern sind leider nicht alle in einer Hauptrolle
zu sehen. Besonders schade ist es, dass Udo Kier nur eine kleine Rolle hat.
Etwas negativ fällt der sonst so großartig agierende Michael Madsen auf,
für den die Rolle des Vampirjägers Vladimir sicherlich keine Paraderolle
ist. Zudem sieht er in seinem Kostüm äußerst uncool aus. Kristanna Loken
spielt die Hauptrolle und macht ihren Job gut ob sie sich für diesen Film
und dessen künstlerischen Aspekte unbedingt entkleiden musste, bleibt
fraglich. Ben Kingsley, der den Anführer der Vampire mimt, macht auch einen
guten Job, sieht aber, wie einige andere auch, oftmals so aus, als ob er nur
seinen Hut runterspielt.
Storytechnisch ist „Bloodrayne“ sicherlich kein Film, der dafür
Ausgezeichnet wird, er macht aber Spaß und ist ein kurzweiliges Vergnügen.
Somit kann Regisseur Boll von sich behaupten, dass er nicht nur Mist drehen
kann und sich vielleicht mal an einer Klassiker-Adaption a la „Frogger“,
„Defender of the Crown“ oder vielleicht sogar „Maniac Mansion“
wagen. |