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Die Mailbox von Yoko's Handy meldet eine neue
Nachricht. Der Absender: Sie selbst! Das Datum: Übermorgen! Die Nachricht:
Ihr Todesschrei! Zwei Tage später ist sie tot, von einem Zug überfahren.
Die Polizei glaubt an Selbstmord. Doch ihre Freundin Yumi weiß, dass etwas
anderes dahinter steckt: Kurz vor ihrem Tod hatte Yoko sie angerufen.
Dieselben Worte wie in der Nachricht, derselbe Schrei. Nach und nach
erhalten ihre Freunde per Handy die Ankündigung ihres Todes. Einer nach dem
anderen stirbt. Alle Leichen haben eine Gemeinsamkeit: Sie haben ein rotes
Bonbon im Mund. Als Natsumi, Yumi's beste Freundin, während eines
Exorzismus vor laufenden Fernsehkameras auf bizarre Weise getötet wird,
wendet sich Yumi an den jungen Polizisten Hiroshi.
Gemeinsam mit ihm stellt sie Nachforschungen an. Könnte es der Geist einer
Frau sein, die jahrelang ihre Kinder misshandelt hat? Einer Frau, die sich
dafür rächen will, dass ihre Tochter einst an einem Asthmaanfall erstickt
ist?
Für Yumi und Hiroshi bleibt nicht mehr viel Zeit. Denn auch Yumi's Handy
klingelt... |
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Die Japaner sind schon ein merkwürdiges Volk:
Da erfinden sie allerlei nützliche Dinge, verkaufen technische Geräte in
die ganze Welt. Und dann setzen sie alles daran, die Kunden zu vergraulen,
indem sie sie in Angst und Schrecken versetzen. Mal ehrlich: Welcher
Horror-Fan kann nach seit Hideo Nakata's "Ring" noch unbeschwert
eine Videokassette in den Rekorder legen, ohne daran denken zu müssen, dass
im nächsten Moment eine grimmige langhaarige Frau aus dem Fernseher
krabbelt? Das Telefon ist ohnehin schon abgeklemmt...
Nun macht sich also Takashi Miike auf, dem Konsumenten auch den Spaß an
seinem liebsten Kind, dem Handy zu nehmen. Anrufe von "Unbekannt",
merkwürdige SMS-Botschaften, die man nicht zuordnen kann. Kennt jeder, kann
und muss jeder Handybesitzer mit leben. Wenn sich aber die eigene Stimme per
Mailbox meldet, vom eigenen Handy, und dann auch noch aus der Zukunft. Da
dürfte selbst bei dem hartgesottensten Telefonjunkie Schluss mit lustig
sein.
Takashi Miike bedient sich für seinen Thriller bei altbewährten Mitteln,
wie sie seit dem Erfolg der "Ring"-Serie offensichtlich aus keinem
japanischen Gruselschocker mehr wegzudenken sind : Lange schwarze Haare,
mysteriöse Botschaften, unheimliche Videosequenzen. Warum etwas ändern,
was sich in der Vergangenheit gut bewährt hat? Die Rechnung geht auf,
allerdings nur zum Teil: Spannung ist da. Die dazugehörige Portion Mystery
ist da. Schock und Ekel geben sich auch ein Stelldichein. Natürlich ist es
mal wieder nett, niedliche japanische Studentinnen in Todesangst vor
irgendwelchen Geistern und Unheimlichkeiten zittern zu sehen. Natürlich
erwischt man sich dabei, wie man bei einigen wirklich spannenden und
gruseligen Szenen an den Fingernägeln kaut. Natürlich bekommt die
persönliche Beziehung zum eigenen Handy durch den Film einen Knacks.
Doch irgendwie hat man das alles schon mal gesehen, zu häufig in letzter
Zeit. Was zu Beginn der ganzen Welle japanischer Horrorfilme wirklich
bahnbrechend innovativ war, reizt sich zunehmend aus. Neue Akzente verleiht
Takashi Miike dem Horrorgenre mit seinem Beitrag allerdings nicht. Schade,
da war man von ihm in der Vergangenheit etwas mehr gewöhnt. Wohlgemerkt:
"The Call" ist beileibe kein schlechter Film. Auch wenn Miike
nicht sein ganzes Können abgerufen hat: Das Resultat lässt sich gut
ansehen. Es lässt die vielen europäischen und amerikanischen
Direct-to-Video-Schnellschüsse oder unnötigen Remakes asiatischer
Originale weit hinter sich. Punkt. Aus.
Fazit: "Ring" - Horror per Handy. Kein neues
"Japan-Wunder" aber solide Gruselspannung. |