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Marcos ist ein etwa
30jähriger Mann, der auf den ersten Blick normal wirkt. Seinen
Lebensunterhalt verdient er in einer Fleischfabrik, die für ihre gute Suppe
bekannt ist, die nur mit dem besten Fleisch gekocht wird. Neben der Arbeit
vergnügt sich Marcos mit seiner neuen Freundin, die einige Jahre jünger
ist als er. Als die beiden eines Nachts unterwegs sind, kommt es zu einem
handfesten Streit mit einem Taxifahrer. Marcos tötet ihn im Kampf mit einem
Stein, woraufhin die beiden flüchten.
Paula, die Freundin, ist nach der Tat fix und fertig und möchte das Marcos
sich der Polizei stellt, was der aber vehement ablehnt. Als sich der Streit
zuspitzt, erwürgt er das junge Mädchen und versteckt die Leiche in seinem
Schlafzimmer. Als am nächsten Tag sein Bruder bei ihm vorbeischaut,
erzählt er ihm die Geschichte. Sein Bruder zwingt Marcos zur Polizei zu
gehen und droht das er ihn sonst selber anzeigt, was sein Todesurteil
bedeutet.
Als weitere Menschen von den Morden erfahren, ist es auch um sie geschehen.
Marcos hat bald arge Probleme mit den Leichen, da seine Wohnung
fürchterlich stinkt und selbst Deosprays nichts mehr nutzen. Aber zum
Glück ist da ja noch die Fleischfabrik, die eine Maschine hat, in der
Fleischtücke zermahlen werden. Marcos muss sich aber beieilen, da man ihm
bereits auf den Schlichen ist... |
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Als erstes muss man wohl
erwähnen, dass „Cannibal Man“ nicht unbedingt ein Kannibalenfilm ist,
auch wenn der Titel darauf schließen lässt. Zwar kommt es zu einer Szene,
in welcher der Protagonist anstatt seiner Lieblingssuppe versehentlich eine
aus seiner Arbeitsstelle vorgesetzt bekommt, in der möglicherweise
Menschenfleischstücke enthalten waren. Marcos hat ja die Leichenteile in
der Fleischmaschine entsorgt, sonst kommt es aber zu keinem Kannibalismus.
Daher ist es auch kein Streifen des Kannibalensubgenre sondern nur ein
Thriller, mit menschlichem Beigeschmack.
Marcos ist im Film in keiner wirklich glücklichen Lage. Der erste Mord
passierte noch aus dem Affekt heraus, dann hat er aber wirklich Pech, da
sein Plan nicht hinhaut alles zu verschweigen. Immer mehr Leute erfahren von
seinem Treiben, was die ganze Sache eskalieren lässt. Dabei kommt es dann
aber nicht nur zu grausamen Szenen, denn es gibt zusätzlich einige
gehörige Prisen schwarzen Humor. Allen voran natürlich die Szene mit der
Suppe, in der Carols plötzlich schlecht wird...
Splattertechnisch gibt es nicht allzu viel zu berichten. Es gibt lediglich
eine ganz nette Szene mit einem Beil, dass ein Opfer mitten ins Gesicht
bekommt. Der Effekt ist gelungen und trotz des hohen Alters des Films
ansehnlich. Schauspielerisch bekommt man Durchschnittskost geboten,
allerdings sticht der Protagonist etwas heraus, da er wirklich authentisch
wirkt.
Durch die Morde und die etwas auswegslose Situation des Hauptdarstellers,
erinnert der Film ein wenig an „Henry – Portrait Of A Serial Killer“.
„Cannibal Man“ besitzt eine ähnlich beklemmende Atmosphäre, die im
Zusammenspiel mit der schlichten, aber guten Story zu unterhalten weiß.
Spannung gibt es zwar weniger, allerdings fragt man sich hin und wieder was
Marcos wohl als nächstes passiert und ob das gut geht (für wen auch
immer).
Etwas langweilig wirken die Dialoge, die meist nicht viel zu sagen haben,
sich aber trotzdem über weite Strecken des Films erstrecken. Es gibt zwar
gute Ansätze, die versuchen Marcos Psyche offen zulegen, es bleibt
allerdings meist bei diesem Ansatz, obwohl die ein oder andere Klärung
sicherlich interessant gewesen wäre. Man weiß nämlich nicht warum Marcos
diesem Tötungstrieb unterliegt. Hat es was mit seiner Vergangenheit zu tun,
oder weil er jüngere Mädchen liebt, oder liegt es vielleicht daran, dass
er mit seinem schlichten Leben unzufrieden ist? Fragen über Fragen, die
nicht beantwortet werden, was aber natürlich Raum für die Phantasie
lässt.
Alles in allem ist „Cannibal Man“ ein guter Film, der ein wenig an die
guten alten Giallo erinnert, dem aber auch ganz klar sein Alter anzusehen
ist. Wen komische Frisuren, Klamotten und veraltete Musik nicht stören, der
sollte sich diesen Streifen mal zu Gemüte führen. |