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Der bösartige
Berator (Hannes Wagner) ärgert sich, dass er auf dem winzig kleinen
Planeten Karloff leben muss und will mithilfe einer mächtigen Waffe den
Nachbarplaneten Lugosi erobern. Um die erforderliche Energie für dieses
Vorhaben zu gewinnen, schickt er die "Ungerechtigkeitsliga",
bestehend aus Dr. Darm (Simon Gosejohann), Gordon Rogers (Alexander Clarke),
Rex Guilty (Wolfgang Butzlaff) und Dr. Oekter (Dirk Deitemann) zur Erde, um
den Erdkern abzusaugen, mit dessen Energie er unbesiegbar wäre.
Zur
gleichen Zeit lernen wir den Vertreter für Haushaltswaren Dieter Parker
(Jan Hendrik Meyer) kennen, der gerade im Begriff ist, der hübschen
Dietlind (Catrin Hansmerten) neues Küchengeschirr zu verkaufen. Gerade da
taucht allerdings Dietlind's brutaler Gatte auf, der Dieter verprügelt.
Kurz darauf wird Dieter von einem Abgesandten des Planeten Lugosi
aufgesucht, der ihm eine übermächtige Waffe aushändigt, mit deren Hilfe
Dieter zum Superhelden Captain Cosmotic wird. Nur er ist nun noch in der
Lage, die Ungerechtigkeitsliga zu stoppen. Eine weitere Bedrohung stellt
sich ihm in Form der beiden aus dem Gefängnis entflohenen Gothiclesben Lady
Fear (Michaela Frerk) und Lady Dark (Sonja Poppen) entgegen. Wie gut, dass
die jahrelang von ihrem Mann unterdrückte Dietlind durch kosmische Strahlen
zur Superheldin Powerbitch wird und Captain Cosmotic bei seinem Kampf gegen
den intergalaktischen Abschaum hilfreich zur Seite steht... |
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Thilo Gosejohann,
Kopf der NEVERHORST Film Company und Regisseur der meisten Streifen der
Crew, sowie sein wesentlich bekannterer Bruder Simon Gosejohann dürfen sich
zurecht als zwei der talentiertesten Amateurfilmer Deutschlands bezeichnen.
Neben zwei Spielfilmen - "Operation Dance Sensation" und eben
"Captain Cosmotic" - gehen zahlreiche Kurzfilme auf ihr Konto, wie
etwa " Ingo Jownes und die schlimme Mumie", "Notruf! - Patrik
Peter braucht Verstärkung" oder zuletzt "Geschichten aus der
Grotte (Tales Without a Script)". Sie alle haben etwas gemeinsam: Sie
entstanden mit dem Minimum eines Budgets, viel Liebe fürs Detail und einer
erstaunlichen Kenntnis vom Filmemachen.
Obwohl es sich
hierbei um Amateuerfilme der "billigsten" Art handelt, haben im
zweiten Film der Crew, "Operation Dance Sensation", schon derart
bekannte Namen wie Bela B., Anke Engelke und Jasmin Wagner mitgewirkt, was
für sich sprechen dürfte. In "Captain Cosmotic" hingegen werden
sämtliche Rollen noch von Freunden der Gosejohanns verkörpert, einige
spielen sogar gleich zwei oder drei Rollen. Auch die Sets sind
dementsprechend billig, die simpelsten Haushaltsgegenstände werden
plötzlich zu Raumschiffen, Laserwaffen und Raumanzügen umfunktioniert. Das
Budget des Films betrug nur 1800 DM.
Aber dennoch:
"Captain Cosmotic" funktioniert einfach auf der ganzen Linie und
das deshalb, weil man merkt, dass die Macher wussten, was sie da tun. Der
Streifen entstand in mühevoller Kleinarbeit in einem Rahmen von mehreren
Jahren, in denen die Dreharbeiten des öfteren mal eingestellt, Schauspieler
ausgetauscht, oder neue Requisiten besorgt werden mussten. Dadurch, dass
viele der am Film beteiligten Personen gleich mehrere Aufgaben übernahmen,
kam es natürlich mitunter auch mal zu Stress und Frustration, doch im Jahre
1998 dann war "Captain Cosmotic" endlich fertiggestellt und durfte
seine Premiere in Gütersloh feiern.
Der Streifen kommt
als Parodie auf das Science-Fiction und Superhelden Genre daher und spielt
demzufolge auch mit bekannten Versatzstücken dieser Thematiken. Filmkenner
werden hier zahlreiche ironische Seitenhiebe und Anspielungen erkennen,
alles natürlich mit einem Augenzwinkern und nie sonderlich ernst gemeint.
Es ist erstaunlich, was man aus ca. 1800 DM. und einem guten Willen alles
herausholen kann. Obwohl man gerade in den Dialogszenen klar das niedrige
Budget des Films erkennen kann, wartet "Captain Cosmotic" auch mit
einigen spektakulären Sequenzen auf, für die man die Macher einfach nur
loben kann. Verfolgungsjagden, Kämpfe auf fahrenden Autos, Fahrrad-Stunts,
viel Explosionen, einiges an blutigem Splatter und ein stetiger
Szenarienwechsel erwarten einen hier. Dieses Werk hat rein gar nichts mit
Deutschen Amateuergurken à la "Violent Shit" oder dem
"Piratenmassaker" gemein, die dagegen wie der billige Filmversuch
eines dreijährigen wirken.
Als Schauspieler
kann zwar nicht jeder der hier auftretenden Personen überzeugen, doch
gerade die Hauptrollen sind mit Jan Hendrik Meyer und Catrin Hansmerten sehr
gut besetzt. Die Beiden bringen die Superhelden für einen Amaterufilm sehr
ordentlich rüber und bieten keinen Anlass für ein Ärgernis. Etwas
übertrieben dagegen fällt die Darstellung der Ungerechtigkeitsliga durch
Simon Gosejohann, Dirk Deitermann, Alexander Clarke und Wolfgang Butzlaff
aus. Hier ist ein klares Overacting zu erkennen, das aber im Rahmen der
Sache immer noch Spaß macht und niemanden ernsthaft stören dürfte. Auch
Thilo Gosejohann ist in einem Kurzauftritt als Soldat Jackson zu sehen, der
allerdings erst in "Operation Dance Sensation" seinen großen
Auftritt bekommt.
"Captain
Cosmotic" ist der beste Beweis dafür, dass es nicht immer ein riesiges
Budget braucht, um etwas unterhaltsames erschaffen zu können. Dank
jahrelanger Erfahrung im Bereich des Filmemachens haben Thilo & Simon
Gosejohann und viele ihrer Freunde eine Perle des Amateurfilms auf die Beine
gestellt, die zumindest in Deutschland fast schon eine Referenz in diesem
Bereich darstellt. Ein dickes Lob auch für die zahlreichen Effekte, für
die die Crew wunderbare Arbeit leistete, sowie für den eingängigen, von
Thilo und Jan Hendrik Meyer vorgetragenen Titelsong. Mir hat dieses Werk
alles in allem sehr gefallen, weshalb ich mich auch schon ausgesprochen auf
"Operation Dance Sensation" freue.
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