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David
(Larry Casey) ist kurz davor, in den Hafen der Ehe einzulaufen, weshalb ihm
seine abenteuerlustigen Freunde einen Junggesellenabschied bieten wollen,
den er so schnell nicht wieder vergisst. Man entscheidet sich, gemeinsam
nach Indien zu reisen, um sich dort in die unerforschten Shankali Höhlen
abzuseilen.
In Indien angekommen, ist die Gruppe dank der Hilfe eines Fremdenführers
schnell an der Höhle angelangt und zögert auch nicht lange, den Abstieg zu
wagen. Noch läuft alles glatt, David und seine Freunde erreichen
unbeschadet den Grund der Höhle und beschließen dort sogleich zu lauter
Musik und Alkohol eine Party steigen zu lassen. Das jedoch soll sich schnell
als schlechte Idee herausstellen, denn die Klänge machen einen riesigen,
mutierten Hundertfüßler auf die Gruppe aufmerksam. Als Matt (Steve Herd)
kurz darauf von diesem angegriffen wird, kommt es im Verlauf des Kampfes zu
einer Explosion, der den Höhleneingang verschüttet und die verzweifelte
Gruppe einsperrt. Jederzeit von dem gefräßigen Hundertfüßler verfolgt,
muss die Gruppe so schnell wie möglich einen anderen Weg aus der
labyrinthartigen Höhle finden... |
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Das Tierhorrorgenre
hat sich mittlerweile, genau so wie der Horrorfilm im Allgemeinen, so sehr
auf Klischees und ausgelutschte Ideen festgesetzt, dass es beinahe
unmöglich ist, unter all den inhaltsgleichen Streifen auch nur eine
innovative Ausnahme zu finden. Auch "Centipede" sticht da leider
nicht positiv aus der Masse hervor, im Gegenteil, handelt es sich dabei doch
auch um nichts anderes als einen Genrefilm, wie er schon einige Male zu
sehen war. Dennoch frohlockt hier die Tatsache, dass man immer noch den sehr
guten "The Descent" von Neil Marshall in Erinnerung hat, und man
so immer noch auf einen ähnlich guten Höhlenschocker hoffen kann. Zwar
entstand "Centipede" gut ein Jahr vor dem Erfolgsfilm "The
Descent", dennoch wäre es durchaus möglich gewesen, in den beiden
Streifen gewisse Parallelen entdecken zu können. Wer dies jedoch zu seiner
hauptsächlichen Hoffnung macht, wird sehr schnell böse vor den Kopf
gestoßen, handelt es sich doch bei "Centipede" um einen absolut
unlogischen und billigen Vertreter des B-Movies, der jedwede Atmosphäre und
Spannung vermissen lässt. Das wundert allerdings nicht weiter, wenn man
sich vor Augen führt, wer das Werk inszenierte. Gregory Gieras könnte dem
einen oder anderen noch von dem unterdurchschnittlichen Slasher "Dark
Asylum" ein Begriff sein, war aber ansonsten an noch keinen großartig
nennenswerten Streifen beteiligt.
Sobald man die Tatsache akzeptiert hat, dass einen hier kein wirklicher
"The Descent" oder "The Cave" Verschnitt erwartet, kann
man seine Erwartungen als Freund des B-Movies schnell in andere Breitengrade
verlagern, doch selbst für Fans von billig produzierten Direct-to-Video
Produktionen ist "Centipede" nicht mehr als eine Enttäuschung.
Die Schuld dafür ist nicht bei der eindimensionalen und kaum
wendungsreichen Handlung zu suchen, denn trotz diesen Gegebenheiten haben ja
bereits die genannten Vorbilder "The Cave" und "The
Descent" auch schon bewiesen, dass man bei einer richtigen Inszenierung
immer noch für reichlich Spannung sorgen kann. Hier versagt der
Insektenhorror aber in erster Linie, da Gregory Gieras leider kaum Ahnung
davon hat, wie man einen derartigen Film auch trotz eines geringen Budgets
effektreich und stilvoll in Szene setzt.
Anstatt mit ernstzunehmenden Schauspielern besetzte er die Charaktere mit
den üblichen dämlichen Teeniefiguren, mit denen man sich von Anfang an
nicht identifizieren kann. Was dem Streifen auch nicht all zu gut tut, sind
die vielen Logikfehler und offensichtliche Intellektbeleidigungen des
Zuschauers. Die unnatürliche Mutation des Hundertfüßlers wird durch
unterirdisch gelagerte Giftmüllfässer erklärt, allerdings ist es da schon
erstaunlich, dass anscheinend nur ein Tier diese beachtliche Größe
erreichen konnte und alle anderen von einer Mutation verschont blieben. Auch
lässt einen immer wieder die Tatsache schmunzeln, dass die Gruppe sich
anscheinend mehrere Kilometer unter der Erde befindet, es aber immer und
überall natürliche Lichtquellen zu geben scheint, alles ist meist gut und
alles andere als realistisch ausgeleuchtet. Als ob das noch nicht reichen
würde, hat "Centipede" leider kaum mitreißendes Tempo zu bieten,
vielmehr dümpelt das Geschehen vor sich hin, die Höhepunkte bestehen aus
wenigen Spannungsmomenten, die sich an einer Hand abzählen lassen. So weiß
es zwar zu gefallen, wenn eine der Hauptprotagonistinnen an einem reißenden
Seil über einem klaffenden Abgrund hängt oder die Gruppe durch ein
unbekanntes Gewässer tauchen muss, doch wirkliche Horrorstimmung erzeugt
dies nicht.
Eine solche findet sich leider, auch bei den Auftritten des
Hundertfüßlers, nur selten. Nicht nur, dass dieser alles andere als
glaubhaft aussieht, er geht auch äußerst sacht mit seinen Opfern um, auf
harte Effekte und Blut muss man komplett verzichten. Auch Ekelszenen bekommt
man keine geboten, hier gruseln sich bestenfalls noch Leute mit einer
extremen Insektenphobie. Das alles spricht nicht unbedingt positiv für
"Centipede", weshalb auch mal gesagt werden muss, dass es
natürlich durchaus schlechtere Tierhorrorfilme gibt. Zumindest die Kulissen
sehen hier nämlich durchaus annehmbar aus, man zweifelt nie daran, dass
alles in einer authentischen Höhle gedreht wurde. Auch bei Kameraführung
und Inszenierung kann man sich nicht beschweren, das Ganze ist klar als
B-Movie auszumachen, sieht aber immer noch besser als einige Genrekollegen
aus. Leider war es das dann aber auch schon mit positive Aspekten, denn
alles in allem ist "Centipede" nicht mehr als ein Film der
vergeudeten Möglichkeiten. Auf die unsympathischen Schauspieler muss man an
dieser Stelle gar nicht näher eingehen, diese bleiben einem nicht lange in
Erinnerung.
Vorhersehbar und überaus spannungsarm ist "Centipede" wirklich
nur noch für absolute Tierhorrorfans zu empfehlen, die alles gesehen haben
müssen, doch selbst diese werden dem Film nicht all zu viel abgewinnen
können. Das Monster sieht meist billig aus, die Charaktere können keine
Sympathien erzeugen und auf Blut und Atmosphäre muss man leider vergebens
warten. So ist "Centipede" nur noch dann empfehlenswert, wenn
sonst alle guten Genrevertreter schon vergriffen sind, aber überaus positiv
wird diesen Streifen wohl niemand in Erinnerung behalten. |