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Büchsenbier auf und zurückgelehnt! Godfrey
Ho bittet einmal mehr zum Tanz um das goldene Ninja-Kalb! Und wieder macht
er dabei keine Gefangenen!
Clash of the Ninjas fackelt nicht lange, geht
sofort in die Vollen... …Und, wie so oft bei Godfrey Ho’s Werken, bietet
auch dieser Film für den normalen Filmgourmet eher filmische Trenn- statt
Vollwertkost. Für einen ernsthaften Film ist er zu sehr unfreiwillig
komisch. Um ihn allerdings als lupenreinen Trash-Film für die Party zu
empfehlen, fehlen ihm wiederum die ganz derben Schnitzer und
Schenkelklopfer. Amüsant und unterhaltsam ist er aber auf jeden Fall!!
Aber schwingen wir uns mal ins Getümmel: Ein
Mann wird von zwei Typen in Kampfanzügen in einen Operationssaal gezerrt.
Schon rückt der Mad-Scientist an und verlangt nach dem Skalpell.
Schwupp-di-wupp ist auch schon der erste Schnitt getan. Das erste blutige
Auge plumpst in das Reagenzglas, das Zweite folgt sogleich. Als nächstes
eine Niere. Tja, Organhandel ist ein eben ein blutiges Geschäft.
Szenenwechsel. Kameraschwenk direkt in die
Schaltzentrale der Organmafia. Der Gangsterboss ist ein aalglatter
schmieriger Hering. Haarschnitt und Vollbart sind akurat gestutzt. Wie ein
frischgebackener WiWi-Studiumsabsolvent thront er unter dem Logo seiner
Firma. Das Logo soll wahrscheinlich einen Ninja-Stern darstellen, erinnert
allerdings eher an die japanische Automarke Mitsubishi. Während der
Auto-Organhändler noch seine Welteroberungspläne mit seinen Untergebenen
bespricht, herrscht plötzlich Großalarm. Eine rot angepinselte 40 Watt
Glühbirne blinkt, eine Stadionfanfare ertönt. Was ist los? „Boss, die
Gefangenen brechen aus.“ – „Befolge sofort meinen Befehl: Töte alle
Rebellen. Sofort! Ohne Ausnahme!“
Doch der Chef ist kein Sesselpupser. Nein! Er
ist der Traum eines jeden Betriebsrats! Ein Chef, der in der Krise seinen
Leuten unter die Arme greift. Doch zunächst greift er erst mal in die
funkelnde Schatulle in seinem Geheimkabuff. Dort hat er nämlich seine
Utensilien für den Außendienst gehortet: Wurfsterne, Schwerter,
Dönerspieße. Was viele Zuschauer wohl schon geahnt haben dürften, ist nun
Fakt: Der Organ-Mitsubishi-WiWi ist ein NINJA! Und ein ganz mieser
obendrein. Wie wir im Verlaufe des Films mitbekommen, ist er der „Teufelsninja“,
der auch nicht davor zurückschreckt, alte Knöppe zu töten oder Frauen
anzubaggern.
Der „Teufelsninja“ stürzt sich also ins
Getümmel und hilft seinen Angestellten bei der Jagd auf die Rebellen.
Unterstützung ist auch verdammt nötig, schließlich stellen sich seine
Angestellten trotz schmucker „Clint-Eastwood-Heartbreak-Ridge-Tarnmontur“
aber auch wirklich etwas doof an. Mr. Roy, so der Name unseres Teufels,
macht keine Gefangenen, wütet im Reisfeld, lässt Pflugscharen zu
Schwertern werden und verteilt mehr (Wurf-)Sterne als ein Restaurantkritiker
von Michelin. Immer gepflegt in die Stirn der Opfer. IN die Stirn? Nee, eher
AUF. Die Pappsterne sind mal wieder so was von dilettantisch aufgeklebt,
dass selbst die Special-FX-Gruppe jedes Hobby-Splatterfilmers das Grausen
(oder Lachen) bekommt. Dennoch ist der Bodycount sehr hoch, sind die Szenen
nicht übermäßig blutig aber actionreich und unterhaltsam. Fast alle
Gefangenen sehen bald Sternchen oder empfinden ihr Dasein als eher
zwiespältig. Allerdings können zwei Rebellen entkommen.
Um diese beiden Herren geht es dann auch und
um die Verfolgung der beiden Abtrünnigen durch die Ninjas. Außerdem geht
es noch um ein paar dämliche, unselbständige Hongkong-Cops. Diese erhalten
glücklicher Weise Unterstützung von Interpol. Von einem Experten. Von:
Paulo Tocha!!!
Paulo Tocha, die südafrikanische
Kampfmaschine mit dem etwas schläfrigen Blick. Er ist so eine Art Sylvester
Stallone des Ninja-Films. Nichtsdestotrotz beherrscht er die Kampfkunst. Das
ist auch gut so. Angesichts der müden Synchro, die ihm hier in der
deutschen Fassung verpasst wurde, macht man sich wirklich Sorgen, dass sein
dargestellter Charakter, der Interpol-Bulle Tony, in der nächsten Szene in
den Winterschlaf verfällt. Dagegen wirkt ein Rocky Balboa schon fast wie
ein Büttenredner. Rocky in der Waldorfschule, so könnte man seinen
Auftritt wohl am treffendsten beschreiben. Wenigstens ist es, wie schon so
oft, ein Heidenspaß, Paulo mal wieder als typischen 80er – Jahre –
Proll zu sehen. Mit Muskelshirt, Pornobrille, Minipli-Vokuhila. Und diesmal
ist er sogar auf der Seite der GUTEN!!!
Damit dieses auch dem letzten
hinterwäldlerischen Ami-Zuschauer deutlich wird, hat Paulo als roter (!)
Ninja statt eines bösen Mitsubishi-Emblems eine Amerika-Flagge an seiner
Stirn pappen.
Paulo Tocha darf alles: Er darf
bedeutungsschwangere Phrasen dreschen, zum Beispiel „Ich will Sicherheit.
Sicherheit für die Bürger. Für mich selbst.“, auf die Frage, des
Teufelsninjas, was er denn überhaupt wolle. Er darf den wohl safesten Sex
der Filmgeschichte haben, indem er angezogen (!) mit seiner Freundin
herummacht, und sie beide mit ihrem Gestöhne sogar Meg Ryan in „Harry
& Sally“ zum stillen Mauerblümchen degradieren. Und er darf
natürlich Dresche verteilen. Oder magische Auren, böse Blicke, oder wie
man das sonst in den Ninja-Fachmagazinen beschreiben würde, wenn seine
Gegner nur aufgrund von Blickkontakt explodieren…
Die Kampfszenen sind es mal wieder, die den
ganzen Film so sehenswert machen. Wenn nämlich schon diesmal die Synchro
nicht die gewohnten Kapriolen schlägt, kein Norbert Gastell die Massen
begeistern kann, dann wird der Film wenigstens in diesem Punkt seinem Image
als „Ninja“-Actionfilm gerecht. Hier tauchen Ninjas aus dem Nichts auf,
verschwinden ebenso schnell wieder (selbstverständlich nicht ohne das
typische „Zisch“ und „Blupp“). Faust und Schwerthiebe, sowie
Luftsprünge sind von der Geräuschabteilung mit Düsenjägersound
untermalt. Die Gegner sind entweder doof, erzählen dem gefangenen Helden in
bester James-Bond-Manier erst mal lang und breit die ganze Geschichte. Oder
aber, sie sind skrupellos, wie der Teufelsninja, der sich auch an
Schallplatten werfenden Aerobic-Queens vergreift.
Trash- Highlight des Films ist, neben einem
Ninja, der seine Schwerter zu Flammenwerfern umfunktioniert, der Endkampf.
Hier wird tief in die leuchtende Ninja-Schatulle gegriffen: Unser Held Paulo
legt sich mit Mr. Roy an. Drei schwarze Ninjas tauchen auf. Mal eben von
Paulo dahingemetzelt, explodieren diese. „puff“ (Rauchschwaden). Aus den
drei schwarzen Ninjas werden drei Weiße!! Zwei, drei Kampfaktionen weiter,
in denen Paulo sich auch mal eben verdreifacht und die Gegner in Stücke
haut, sind auch diese „WEISSEN aus dem Morgenland“ nur noch Schall und
Rauch. „puff“ (Rauchschwaden). Aus dem Nebel entspringt endlich der
schlimme Finger Mr. Roy, samt Peitsche. Er darf schließlich als
Porzellanfigur explodieren. „puff“ … (Rauchschwaden – diesmal sogar
in bunt) …Alles wird gut!
Fazit: Godfrey Ho, Luis Roth, Paulo Tocha –
Drei Namen, die für Qualität bürgen: Ninja-Trash in Reinkultur!
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