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Geld, Macht, Frauen. Die, mal abgesehen von
Fußball, wohl drei "schönsten Nebensachen" der Welt haben schon
so manchen ehrenhaften Mann zum Schurken werden lassen. Im Film meistens in
Kombination mit Wahnsinn und Selbstüberschätzung. Fatal wird es, wenn es
sich bei dem Schurken, wie in diesem Fall, um einen schusseligen
Leichenbestatter handelt, der sich mit Hilfe eines Serums eine Zombiearmee
bastelt. Das Chaos ist vorprogrammiert. Und der Spaß beginnt. Eine
ordentliche Mischung aus Horror und Slapstickkomödie stellt sich ein.
Naja, zumindest über weite Strecken des
Films. "Corpses" ist ein B-Movie, eine kleine Produktion, die
daraus auch keinen Hehl macht. Mit Szenenübergängen, wie man sie aus
Amateurproduktionen kennt, billigen aber blutigen Effekten und wenig
geistreichen Dialogen. Der Film bedient sich gleich reihenweise vieler
gängiger Klischees und bekannter Motive aus Klassikern des modernen
Horror-Films: Ein giftgrünes Serum, das Tote zu Zombies werden lässt -
"Re-Animator" Herbert West wird sicherlich beim Patentamt
Beschwerde einlegen. Zombies mit amourösen Gedanken und einen
Zombiekiller mit Gartengeräten kennt man schon von Braindead. Parallelen
zur Zombiekomödie "Nightlife" sind ebenfalls nicht von der Hand
zu weisen. Ein unbedarfter Lehrling in einer Leichenhalle voller Zombies ist
ja vom Prinzip her auch gar keine schlechte Grundlage für eine
Splatterkomödie.
Aber "Corpses" bietet natürlich
auch eigene Ideen. Schräge Gags und Einfälle, die zwar nicht bahnbrechend
sind, trotzdem ganz gut funktionieren und nett anzuschauen sind. Zum
Beispiel, wenn Leichenbeschauer Fred seine Zombies auf Beutezug schickt. Im
Split-Screen-Verfahren kann der Zuschauer die etwas tollpatschigen Gesellen
beobachten, wie sie sich mit Hunden und Freiern rumschlagen. Die Zombies
sind auf das Serum angewiesen und inzwischen gewissermaßen zu Junkies
geworden. Sie müssen ihrem Boss Fred gehorchen, um den nächsten
"Schuss" zu bekommen. Und Fred begeistert seine Untertanen mit
seinen Welteroberungsplänen. Tosender Applaus. Auch von einem Zombie mit
Dauer-Erektion. Todesursache: Eine Überdosis Viagra.
Generell haben die Zombies ihre menschlichen
Charaktereigenschaften weitestgehend behalten. Die einen spielen Baseball,
der Viagra-Mann rennt geifernd hinter den Frauen her. Eine freizügige
reanimierte Nutte kann sogar sprechen, bekommt deshalb von Fred einen
Spezialauftrag: Sie soll den neuen Freund seiner Ex-Frau in die Falle
locken.
Dieser ist ein etwas träger Police-Officer,
der sich von seiner neuen Frau um den Finger wickeln und für ihre Intrigen
einspannen lässt. Nach außen hin gibt er zwar den toughen Macho. Seine
aufmüpfige Tochter hat er aber nicht im Griff. Gespielt wird er von Jeff
Fahey. Der "Rasenmähermann" von damals ist ganz schön in die
Jahre gekommen. Mit seinem leichten Bauchansatz und Geheimratsecken kommt er
aber ganz glaubwürdig in seiner Dorfpolizisten-Rolle rüber. Auch die
übrigen Rollen sind ganz ordentlich besetzt. Negativ fällt eigentlich
keiner der Darsteller auf.
Witzig anzusehen ist Jeff Faheys Auftritt als
"Baumarkt-Rambo" am Ende des Films. Mit Zigarre im Mundwinkel und
allerlei Handwerkzeugen bewaffnet, sagt er den Zombies den Kampf an:
"Jetzt ist die Stunde der Rache gekommen." Schön, wenn
Schauspieler ein bisschen Selbstironie zeigen. Dann geht es los. Mit Harke,
Axt, Rechen und Flinte. Das Ganze allerdings, ohne in ein Blutbad à la
Braindead auszuarten. Dennoch dürften Splatterfans auf ihre Kosten kommen.
"Corpses" ist bei weitem kein
Meilenstein. "Alter Wein in neuen Schläuchen" bringt es wohl eher
auf den Punkt.
Eines steht allerdings fest. Langweilig ist dieser Neuaufguss bewährter
Horrorkomödien nicht!!!
Fazit: Braindead meets Re-Animator. Dreist
zusammengeklaut. Dafür aber unterhaltsam. |