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Aleister Crowley lebte vor
einigen Jahren noch und brachte nicht viel Gutes über seine
Umwelt. Mit seinem Tod hatte sich das Problem erledigt. Doch nun
basteln fleißige Forscher an einer Datenbank, die mit dem Wissen
des Altmeisters angereichert wird.
Als diese fertiggestellt ist, wird dem armen Professor Haddo
mittels eines Virtual-Reality-Anzugs das Wissen von Aleister
Crowley in die Birne gepeitscht. Dieser ist danach nicht mehr der,
der er mal war. Denn Crowleys Geist hat den Körper von Haddo übernommen.
Jetzt versucht der ein uraltes Ritual durchzuführen. Die
„Chemische Hochzeit“... |
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Drogen
können komische Sachen mit Menschen anstellen.
Heavy-Metal-Legende Ozzy Osbourne ist ein hervorragendes Beispiel
dafür. Ob Bruce Dickinson, der Frontmann der Heavy-Gruppe Iron
Maiden einen ähnlichen Konsum an ungesunden Substanzen in der
Vergangenheit hinter sich hat, ist nicht klar. Klar ist aber, dass
er beim Schreiben des Drehbuchs zu „Crowley – Back From
Hell“ wohl nicht ganz klar im Oberstübchen war.
Regisseur Julian Doyle („Schock-Therapie“ und beteiligt bei
„Leben des Brain“ und Darsteller in „Sinn des Lebens“ )
muss das bewusst gewesen sein, als er sich daran gemacht hat, dass
Geschriebene umzusetzen. Für schräge Ideen scheint Doyle stets
ein offenes Ohr zu haben. Denn die Geschichte ist, gelinde gesagt,
recht eigenwillig. Ein Sammelsurium an Ideen und Phantasien,
welches es dem Zuschauer nicht gerade einfach macht, so richtig
durch das Geschehen durchzublicken.
Die Geschichte ist ziemlich an den Haaren herbeigezogen, über
weite Strecken aber überdurchschnittlich unterhaltsam. Es will
sich zwar keine rechte Spannung und noch weniger eine
Horror-Atmosphäre aufbauen, da sich die Szenarien aber oft
abwechseln, bleibt man bei der Stange. Die Beobachtung des
Protagonisten macht durchaus Spaß. Die Rolle ist recht lustig
angelegt und kann mit einigen seltsamen Aktionen für angenehme
Unterhaltung sorgen. Tabus gibt es nicht. Ob das Anpinkeln von
Studenten, Kacke auf dem Schreibtisch oder eine Bedrängung eines
Studenten von hinten: Regeln des politisch korrekten Kinos werden
nicht eingehalten. Glücklicherweise ist die Darstellung dieser
drastischen Szenen nicht in Vollendung praktiziert worden. Das wäre
dem Guten auch ein wenig zu viel gewesen.
Action und
rasante Szenen kommen in „Crowley – Back From Hell“ nur
selten vor. Dafür gibt es aber eine erhöhte Anzahl an Dialogen,
die glücklicherweise nicht langweilig angelegt sind. Haddo steht
hier natürlich im Mittelpunkt. Die Rolle wird von Simon Callow
gespielt. Callow ist ein erfahrener Schauspieler, der schon in
vielen kleineren Produktionen zu sehen war und sein Handwerk
beherrscht. Auch für den Rest der Crew hat man solide Darsteller
einstellen können, die es verstehen, ihren Job ordentlich zu
erledigen.
Prinzipiell kann man das auch dem Regisseur unterstellen. Wäre da
nicht das Problem, dass er es nicht geschafft hat, der Geschichte
einen roten Faden einzuimpfen. Wahrscheinlich ist er an der
Vorlage gescheitert. Eine Vorlage, die wohl nur sehr schwer
umzusetzen ist. Regisseur Julian Doyle gelingt es aber, den Fokus
in den verschiedenen Abschnitten auf das Wesentliche zu
konzentrieren. Zudem hat er sehr gut aussehenden Kulissen in den
Film gebracht, die ein optisches Vergnügen auslösen und er hat
auch einen guten Schnitt an den Tag gelegt. Anmeckern müsste man
eigentlich noch, dass das Okkulte nicht so rüber kommt, wie man
es bei einem Okkult-Thriller normalerweise gewohnt ist.
Auch in Sachen Splatter ist Sparflamme angesagt. Es gibt zwei,
drei kleinere Szenen, die aber nicht in einem Blutbad enden. Rot
wird es nur bei der Suche nach einem Opfer für die Zeremonie. Natürlich
in Gestallt von schönen Frauen, die mal bekleidet und mal
unbekleidet über den Bildschirm huschen. In diesem Bezug ist eine
sehr witzige Szene zu nennen, in der Haddo einen Rothaar-Check
macht und es nach dem Heben des Röckchens überraschenderweise
mit einer Blondine zutun hat...
Zu den durchsichtigsten Filmen gehört „Crowley – Back From
Hell“ sicherlich nicht und er ist auch kein herausragender
Beitrag in seinem Subgenre. Allerdings versteht es der Film, den
Betrachter gut zu unterhalten. Wenn auch sehr unkonventionell,
provokant und überladen. Aber er ist abwechslungsreich,
stellenweise witzig und bleibt so auf jeden Fall positiv im Gedächtnis. |