|
Als
eine Art High-Tech-Gefängnis mit integriertem Versuchslaboratorium stellt
der „Cube“, ein Würfelsystem aus unzähligen einzelnen Kammern, für
zum Tode verurteilte Sträflinge eine „freiwillige Alternative“ zur
Hinrichtung dar.
Nachdem
den Kandidaten das Erinnerungsvermögen weitestgehend ausgeschaltet worden
ist, machen sich die Schöpfer des Würfels, skrupellose Wissenschaftler,
den angeborenen Freiheitsdrang des „menschlichen Rohmaterials“ zu Nutze,
um allerlei Waffen, Chemikalien und ähnliche Mordinstrumente zu
erproben. Auf der Suche nach dem Ausgang müssen die Eingesperrten
sich nämlich im Würfel von Kammer zu Kammer hangeln. Jeder Raum kann eine
neue tödliche Überraschung für sie bereit halten. Der
Techniker Wynn ist zusammen mit seinem konservativen Kollegen Dodd für die
Überwachung des Würfelkomplexes zuständig. Als
er herausfindet, dass eine unliebsame Regimegegnerin unschuldig in den „Cube“
geschleust wurde, macht er sich auf, sie zu retten. Er
begibt sich selber in das tödliche Labyrinth und somit in Lebensgefahr... |
|
Der
allseits bekannte und beliebte Zauberwürfel ist zurück! Die zweite
Fortsetzung des innovativen Erfolgsfilms „Cube“ beschert dem Publikum
erneut eine rasante Reise in das faszinierende Würfellabyrinth.
Eigentlich eher als eine Art Prequel anzusehen (schließlich heißt der Film
ja nicht umsonst „Cube Zero“), erfahren die Zuschauer weitere
Hintergründe über den mystischen und zugleich tödlichen Würfelkomplex.
Wie schon bei seinen Vorgängern (Regisseur und Produzent Ernie Barbarash
war ja u.a. auch als Produzent für "Cube 2 - Hypercube"
verantwortlich) sind auch bei „Cube Zero“ die Szenen, in denen die
ebenso tödlich wie heimtückischen Fallen in den einzelnen Kammern
unerbittlich zuschnappen, die eigentlichen Höhepunkte des Films.
Dabei ist nicht nur den Protagonisten des Films der Nervenkitzel garantiert.
Auch der Zuschauer wird ständig aufs neue mit Überraschungen konfrontiert.
Man weiß eben nie, welche Gefahren im nächsten Raum warten...Schon der
Beginn lässt den unvorbereiteten Zuschauer mit weit aufgerissenen Mund, den
Splatterfan mit einem Glanz in den Augen vor dem Bildschirm / der Leinwand
zurück:
Ein Würfel-Insasse, ziemlich ausgemergelt und verwirrt durch den
offensichtlich schon etwas längeren Aufenthalt im „Cube“ betritt eine
neue Kammer, um kurz darauf einen extremen Sinnes- und Körperwandel
erfahren zu dürfen:
Seine anfängliche Erleichterung darüber, dass sich der neue Raum
anscheinend als sicher erweist, weicht kurze Zeit später dem Entsetzen,
dass sich in der Kammer DOCH etwas regt. Von allen Seiten wird sein Körper
mit einer Flüssigkeit besprüht. Als die Düsen ihre Funktion einstellen,
registriert er zunächst keinen negativen Effekt, im Gegenteil: In der
Annahme, es handle sich bei der Flüssigkeit um Wasser, leckt er sich
freudig seine Haut ab.
Dass
im „Cube“ natürlich kein „Versuchskaninchen“ bloß mit profanem
Wasser besudelt wird, merkt der arme Mann spätestens dann, wenn sich seine
Haut auflöst, seine Hände zu blutigen Klumpen verätzen und letztendlich
sein ganzes Leben in Form eines blubbernd roten Breis an ihm bzw. in seinem
Overall Richtung Boden vorbeizieht...
Wahrlich
starker und vor allem auch sehr graphisch inszenierter Tobak. Auch im
weiteren Verlauf kommen die einzelnen Räume mit ihren Fallen nicht zu kurz.
Und auch hier beweisen die Macher wieder einigen Einfallsreichtum. Ob Feuer,
Eis, Strom, Drahtseile und Ketten, die in bester „Hellraiser“ - Manier
zum Einsatz kommen: Das Repertoire lässt kaum zu wünschen übrig...Michael
Riley als Bösewicht kommt zwar wirklich sehr fies, zynisch und gemein
daher. Mit Hinkefuß, Krücke und Augenprothese als Resultat eines
misslungenen Experiments mit der Technik, verlässt er sich lieber auf seine
eigenen Instinkte.
Und
die erweisen sich wahrlich als solche der niederen Sorte: Als Wynn’ s
Kollege, anfangs straight die Regeln befolgend, nun geläutert, versucht,
seinem Freund zu helfen, indem er die Technik des „Cubes“ sabotiert und
ein Ersatzteil verschluckt, wird er von „Hinki“ kurzerhand betäubt.
Anschließend zückt dieser die Raptorenklinge und holt sich das Werkzeug
eben auf seine Art wieder zurück. Eigentlich
wäre diese Vorgehensweise ja nun nicht weiter tragisch oder sonderlich
verwerflich (welcher normale Schlosser oder Elektriker würde angesichts
eines drohenden Arbeitsplatzverlustes bei der heutigen Arbeitsmarktlage
nicht ähnlich handeln? ;-) ?), wenn er nicht gepflegt noch auf die Vorzüge
seines neuen Betäubungsmittels hinweisen würde, das nämlich das Empfinden
von Schmerzen eindeutig noch zulässt. Das dem so ist, hört der Zuschauer
dann auch an den Schreien Dodd’ s aus dem Off.
Man
merkt, der Charakter des Schurken hätte durchaus das Zeug zu etwas ganz
großem, allein fehlt ihm jedoch ein wenig die Glaubwürdigkeit. Das liegt
v.a. daran, das einmal mehr ein jüngerer Schauspieler mit angeklatschten
und graugefärbten Haaren künstlich auf alt getrimmt wurde. Das Ergebnis
sieht dann aus wie eine Art Tim Curry aus der Retorte. Schade, jedoch nicht
weiter tragisch. Schön,
dass es Filmen wie „Cube Zero“ gelingt, eine gute Mischung aus modernen
Computereffekten und spannender Inszenierung zu finden. Auf einen
übertriebenen Einsatz von Effekten im Matrix-Stil wird wohltuend
verzichtet. Die Computerdarstellungen sind zudem sehr gut umgesetzt und
passend eingebunden, z.B. als 3-D-Grafik-Animationen am Computer der
Überwachungsmannschaft.
Die
Handlungsstränge außerhalb des Würfels selbst sind, abgesehen von den
angesprochenen Dialogszenen mit Infos über den „Cube“ nicht sonderlich
einfallsreich. Da wird, wie so oft, eher Altbackenes neu aufgewärmt:
Skrupellose Wissenschaftler bzw. Regierungs-Schergen, ein reumütiger
Mitläufer, der ein Komplott entdeckt, unschuldig inhaftierte
Hauptdarstellerin, etc. (Dabei ist besonders der plötzliche Sinneswandel
des Hauptdarstellers auch etwas arg weit an den Haaren herbeigezogen...)
Das alles wäre ohne des eigentlichen Star des Films, nämlich den Würfel,
eine ziemlich (im wahrsten Sinne des Wortes) blutleere Veranstaltung. Da die
Handlung jedoch eigentlich eher als Aufhänger für die Inszenierung des „Cubes“
dient, zudem die Schauspieler ihre Rollen ganz solide ausfüllen, kann man
darüber getrost hinwegsehen. Sehr gelungen ist jedenfalls das sehr
düstere Ende, das nur bedingt als Happy-End angesehen werden kann und die
Option für eine Fortsetzung offen lässt. Sofern die Verantwortlichen auch
weiterhin mit neuen Einfällen für die Schreckenskammern aufwarten, kann
man jedenfalls auch weiteren Fortsetzungen gelassen entgegensehen...
„Cube Zero“ macht mindestens genauso viel Spaß wie seine beiden
Vorgänger und ist wirklich uneingeschränkt zu empfehlen.
|