Dämon

OT: Kichiku
ca. 105 Minuten
Japan 1978
 
Regie
Yoshitaro Nomura
Darsteller
Ken Ogata
Shima Iwashita
Mayumi Ogawa
Hiroki Iwase
u.a. 
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Sokichi und seine Frau Oume betreiben zusammen eine kleine Druckerei. Ihre Gerätschaften sind nicht mehr die allerneusten und das Geld will bei den Selbstständigen auch nicht so recht fließen. Es läuft also nicht sonderlich gut. Dann, eines Tages, verschlimmert sich die Lage der beiden Eheleute. Die Geliebte von Sokichi stattet der Familie einen Besuch ab. Zusammen mit ihren drei Kindern, die sie von ihm hat. Oume ist natürlich empört, da sie von all dem nichts wusste.

Nach einem Streit und einer Übernachtung verschwindet die Mutter der Kinder. Allerdings ohne ihre Zöglinge mitzunehmen. Sokichi und seine erboste Frau dürfen sich nun mit ihnen rumschlagen. Sokichi versucht daraufhin, seine ehemalige Geliebte ausfindig zu machen, allerdings ohne Erfolg. Sokichi und Oume bleibt scheinbar keine andere Wahl, als einen teuflischen Plan auszuhecken...



 

Für einen Horror-Film braucht man nicht zwangläufig schleimige Monster, blutsaugende Vampire oder mordende Psychopathen. Es reicht schon, sich mit dem Mensch an sich zu beschäftigen. So kann man es in Yoshitaro Nomuras „Dämon“ betrachten. Der Film, der im Original den Titel „Kichiku“ trägt, beschäftigt sich mit Ottonormalbürgern, die plötzlich von einem „Dämon“ heimgesucht werden.

Und dieser „Dämon“ diktiert den erwachsenen Protagonisten quasi, die frisch erworbenen Kinder wieder loszuwerden. Unter finanziellem Druck stehend, meinen die Eheleute die drei unehelichen Schreihälse nicht großziehen zu können. Der 1978 gedrehte Film beschäftigt sich ausschließlich mit dieser Thematik. Ohne auch nur einen Moment zu langweilen. Und das, obwohl er mit 105 Minuten durchaus lang geraten ist.

Dass „Dämon“ so gut unterhält, hat er verschiedenen Faktoren zu verdanken. Beispielsweise den brillanten Darstellern. Allen voran Ken Ogata als leidgeprüftem Vater Sokichi und Shima Iwashita als dessen Frau Oume. Hier werden verschiedenste Gefühlwallungen sehr glaubhaft wiedergegeben. Aber auch die jungen Kinder tragen zum guten Gelingen bei. Des weiteren führt Regisseur Yoshitaro Nomura die Kamera derartig gut, dass dem Betrachter atemberaubende Bilder präsentiert werden. Es gibt mal tolle Aufnahmen in der Druckerei, wunderbare Einstellungen in anderen Gebäuden und atemberaubende Außenbilder.

„Dämon“ ist nicht ohne Grund Träger von zahlreichen Preisen. Und um die grauenhaften Absichten darzustellen, braucht es nicht mal blutige Szenen. Der Film ist auch ohne rote Farbe hart genug – Zumindest wenn man etwas für kleine Menschen, in all ihrer Abhängigkeit, übrig hat.

Der Film liegt durchaus schwer im Magen. Gerade weil er durchaus realistisch angelegt ist. Zudem gibt es die ungewöhnliche Konstellation, dass der männliche Protagonist alles andere als ein Held ist. Das Gegenteilige ist hier der Fall. Sokichi ist schwach und ohne Rückgrat ausgestattet. Er hat das zu tun, was seine Frau im sagt. Ist immer voller Furcht und oftmals in einer demütigenden Haltung. Auch sein Gesichtsausdruck spricht Bände. Mit Identifikation ist bei dieser Rolle als nichts zu machen.

All das macht „Dämon“ zu einem sehr sehenswerten Film. Dank der fehlenden deutschen Tonspur ist man gezwungen, den Film mit voller Konzentration zu gucken, was man im Anschluss daran nicht bereut. Man ist vielmehr froh, diesem intensiven Filmerlebnis beigewohnt haben zu dürfen.

Review by ThS

Der Autor

Splatter
Spannung
Story
Ekelfaktor
Atmosphäre
Gesamt

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