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Im Grunde sollte es
Filmfans, im Speziellen Horror-Liebhabern, Warnung genug sein, wenn ein
billig anmutendes B- oder gar C-Movie aus einem Land kommt, das schon nicht
gerade für seine überschwemmende Filmproduktion bekannt ist. In diesem
Fall erblickte der Streifen "Damned Forest", der im Original den
Titel "Engine Trouble" trägt, in Belgien das Licht der Welt.
Zugegeben, es sollte nicht vergessen werden, dass uns die Belgier bereits
erstklassige Werke wie "Mann beißt Hund" oder "Ex
Drummer" bescherten, doch von diversen Perlen abgesehen, ist die Liste
nennenswerter Werke aus Belgien sehr kurz. Dies muss nicht zwingend als
Warnzeichen gewertet werden, schließlich ist gerade im Bereich des
Horrorfilms sehr viel mit wenig finanziellen Mitteln machbar. Doch was der
Filmemacher Marc Ickx mit "Damned Forest" auf sein Publikum
loslässt, ist nicht nur eine Frechheit, sondern hat auch einen
internationalen Vertrieb absolut nicht verdient.
Eine platte Handlung
ist für Horrorfilme nichts untypisches, doch die Story dieser
filmgewordenen Zuschauerbeleidigung ist selbst für Genre-Konventionen viel
zu simpel gestrickt. Nach einer spannungslosen pre-title-sequence lernen wir
die beiden Hauptcharaktere Rebecca und Sandra kennen, oder besser, bekommen
sie vorgesetzt. Von kennen lernen kann innerhalb der gut 90 Filmminuten
keinerlei Rede sein, da die Personeneinführung hier absolut miserabel
vonstatten geht. Wir erfahren, dass Rebecca und Sandra Freundinnen sind und
in den gemeinsamen Urlaub fahren wollen, das war alles. Die einzige
Möglichkeit innerhalb des Filmes, den beiden etwas Tiefe zu geben, und zwar
bei der ersten Autofahrt, verschwendet der Regisseur damit, seine
Protagonistinnen dämliche, sich ständig wiederholende Urlaubslieder singen
zu lassen.
Das folgende
Geschehen ist ein bloßes Abziehbild dessen, was man als Horrorfans bereits
in- und auswendig kennt. Die Autopanne, der hilfsbereite Sonderling, der
sich später auch als Fiesling entpuppt, der unheimliche Killer usw. Alles
schon dutzendfach gesehen, dennoch schafft es "Damned Forest",
seine Vorbilder noch um Längen zu unterbieten. Lustigerweise macht der
Titel des Films überhaupt keinen Sinn, da im Filmverlauf zu keiner Sekunde
ein Wald auftaucht, des weiteren sind die seitens des Verleihers gezogenen
Vergleiche mit "Wrong Turn" und "Freitag der 13." nichts
anderes als ein peinlicher Versuch, diesen Mist noch irgendwie an den Mann
zu bringen.
Es erfordert
wirklich kein Talent, einen solchen Film in den Kasten zu bringen, was die
Frage aufwirft, mit wem Marc Ickx schlafen musste, um überhaupt einen
internationalen Verkauf für "Damned Forest" zu erreichen. Wäre
dieses Werk nur eines von tausenden Backwood-Filmchen und würde sich
zumindest noch etwas Mühe geben, dann könnte man dies als Zuschauer noch
verschmerzen. Doch was einem hier geboten wird, ist derart hochgradig
lächerlich und schmerzhaft belanglos, das man es kaum für möglich halten
mag. Nach den 90 Minuten Spielzeit, die sich quälend langsam hinzuziehen
scheinen, hat man den nachträglichen Eindruck, dass der komplette Film nur
aus 2-3 Szenen bestand und diese bis ins Unerträgliche ausgelotet wurden.
Von Abwechslung oder Spannung kann hier jedenfalls keine Rede sein, die
Handlung ist in wenigen Worte zusammengefasst. Sandra kommt von ihrem Gang
zur Tankstelle nicht wieder zurück, eine bösartige Kreatur taucht auf,
nimmt Rebecca gefangen und treibt schließlich noch bösartigere Spiele
mit ihr.
Was schon banal
klingt, ist in der filmischen Umsetzung noch wesentlich eindimensionaler
ausgefallen. "Damned Forest" scheint selbst nicht so recht zu
wissen, ob er sich nun selbst ernst nehmen möchte und serviert uns einen
offenbar von Geburt an geistig behinderten Killer, der in den meisten Szenen
nicht einmal aufrecht stehen kann, bei diversen Verfolgungen aber munter
artistische Meisterleistungen vollbringt, die die Vermutung aufkommen
lassen, dass sich Jackie Chan hinter der eigenwilligen Maskerade verbirgt.
Die Intention, die hinter den Morden steckt, könnte auch dämlicher nicht
erklärt werden. Ein geistig behinderter Junge bekommt von seinem
verrückten Vater regelmäßig Frauen "geschenkt", die er dann
töten darf, da er ja sonst offenbar keine Freude in seinem Leben hätte.
Sich einen derartigen Stuss auszudenken, darf sicherlich schon als
Kunststück angerechnet werden.
Die Inszenierung des
Films ist billig und versucht krampfhaft, an die US-Vorbilder anzuknüpfen,
was aber in keinster Weise gelingen mag. Die wenigen Splattereffekte sind an
einer Hand abzuzählen und verfehlen ihre Wirkung in jeder Hinsicht,
während auch die Kulissen einen äußerst notgedrungenen Eindruck machen.
Den dicksten Bock schießt jedoch die unglaublich hundsmiserable
Synchronisation. Gerade Rebecca wurde derart dilettantisch und lustlos ins
Deutsche übersetzt, dass es einem lediglich hier Angst und Bange wird.
Gegen diese heisere Raucherstimme, die absolut nicht in der Lage ist,
Schreie oder unterschiedliche Emotionen an den Mann zu bringen, ist jede
Porno-Synchro Gold wert. Durch die scheußliche Übersetzung wirkt die
Leistung der Schauspieler, die ohnehin schon nicht sonderlich überragend
ausfällt, natürlich noch einmal ein ganzes Stück unbrauchbarer.
"Damned
Forest" ist ein in jeder Hinsicht überflüssiger Backwood-Horrorfilm,
der diese Genre-Zuordnung im Grunde nicht einmal verdient. Alles, was man
von ähnlich gestrickten Filmen schon kennt, wird hier in der denkbar
miesesten Form nacherzählt und aufs Billigste kopiert. Nicht nur, dass
eigene Ideen hier Mangelware sind, auch die Fremdeinflüsse wurden derart
lustlos übernommen, dass einem bereits nach den ersten 15 Minuten jede Lust
auf das Werk vergangen ist. Atmosphäre, Spannung oder Blut sind ebenfalls
so gut wie nicht vorhanden, die jederzeit vorhersehbare Story ist ein
schlechter Scherz und die untragbare Synchronisation eine Frechheit. Als
einzig positiver Aspekt an "Damned Forest" sei an dieser Stelle
der unfreiwillige (!) Humorgehalt genannt, der diese Zeitverschwendung aber
auch nicht empfehlenswerter macht. Unbedingt meiden und sich selbst ein
Ärgernis ersparen!
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