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Eine seltsame Seuche bringt
die Welt aus ihrem Gleichgewicht, wie es zuvor kein Angriff auf die
Menschheit geschafft hat. Tote werden zu Untoten und machen Jagd auf die
Überlebenden, um sich an ihrem Fleisch zu laben. Langsam aber sicher
gewinnen die lebenden Toten überhand, da Gebissene sich ebenfalls zu
Zombies verwandeln, was den Überlebenskampf der letzten Menschen zu einer
recht aussichtslosen Situation macht.
Krankernschwester Ana bekommt das Ganze hautnah mit. Erst sieht sie wie
immer mehr Leute ins Krankenhaus eingeliefert werden und später, nach einer
überlangen Schicht, bricht bei ihr zu hause das Chaos aus. Ihr Familie wird
mit der Seuche infiziert und sie kann sich nur mit viel Glück auf die
Strassen retten. Draußen ist es allerdings auch nicht unbedingt
ungefährlich, da eine Vielzahl von Zombies die Umgebung unsicher macht.
Ana schafft es schließlich, sich einer Gruppe von Überlebenden
anzuschließen, die sich dann gemeinsam in einem Kaufhaus verbarrikadieren.
Das Gebäude ist zwar frei von Zombies, dafür haben sich hier aber ein paar
Sicherheitsbeamte eingenistet, die anfangs nicht mit den neuen
Eindringlingen kooperieren wollen und ihnen nur widerwillig ein Quartier
anbieten. Doch die Überlebenden müssen verstehen, dass sie nur gemeinsam,
gegen die zahlenmäßig überlegenen Kreaturen, eine Chance haben, auch wenn
diese verschwindend klein ist... |
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Wenn in der Hölle mal wieder
kein Platz ist, müssen die Toten erneut auf die Erde kommen...
So, oder zumindest so ähnlich, haben schon einige gedacht, die gerne die
Rechte des unumstrittenen Zombieklassikers aus dem Jahre 1978 gehabt
hätten, der von George A. Romero gedreht wurde. Allerdings stellten sich
die Rechteinhaber lange Zeit quer, da sie vermuteten das ein Remake von „Zombie
– Dawn of the Dead“ dem Film viel von seinem erworbenen Kultstaus rauben
könnte.
Aber irgendwann kam die Crew um Zack Snyder mit einem neuen Storybord, dass
den Altmeistern gefiel, woraufhin sie sich dazu durchgerungen haben, ein
Remake zu genehmigen. Allerdings trifft das Wort Remake nicht voll und ganz
auf Snyder´s „Dawn of the Dead“ zu, da nur einige Grundelemente
behalten und der Rest fast völlig neu erfunden wurde.
Dies wird dem Betrachter bereits zu Beginn ersichtlich, da es zügig zur
Sache geht und von den modernen Techniken des Horrorfilms gebrauch gemacht
wird. Es gibt viele schnelle Schnitte, die den Kinogast unweigerlich in den
Bann des Films ziehen, viel Blut und eine Art Vorgeschichte zur Seuche, die
zwar nicht im geringsten mit den Nachrichten aus dem Original zu vergleichen
sind, dafür aber ein ziemlich genialen Titelsong vorweisen kann. Kein
Geringerer als der im September 2003 verstorbene Kultcowboy Johnny Cash,
steuert posthum den Song „The man comes around“ bei, der zwar für den
gemeinen Zuschauer etwas merkwürdig rüberkommen könnte, aber ziemlich gut
zum Geschehen passt.
Nach den Anfangsbildern wird dann eine kleine Szene eingespielt, die wohl
stellvertretend für die überlebenden Menschen steht und die
Krankenschwester Ana zeigt, die nicht nur den schmerzlichen Verlust ihrer
Mitmenschen mitbekommt, sondern auch mit ansehen muss, wie sich die Seuche
in ihrer Familie verbreitet und ihre Liebsten ihr schließlich nach dem
warmen Fleisch trachten. Nach einer erfolgreichen und ziemlich spannend
inszenierten Flucht trifft Ana dann auf ein paar Gleichgesinnte und
schwups... befindet man sich im guten alten Kaufhaus, dass als Hauptspielort
dienen soll.
Auch wenn das Ambiente schön hergerichtet ist, sieht man gleich das alles
nicht unbedingt so passgenau ist, wie es noch im Klassiker von Romero zu
betrachten war. Das ist auch nicht sonderlich überraschend, da Romero und
seiner Crew in ihrer Freizeit in einem echten Kaufhaus drehten, während die
2004er Crew ein zum Abriss freigegebenes Einkaufszentrum in Kanada wieder
aufbauen mussten, um es als Schauplatz nutzbar zu machen. Den geschulten
Augen der Zombie-Fans wird dabei sicherlich nicht entgehen, dass einige der
Einkaufsläden die Namen einiger Zombie-Veteranen tragen. Es gibt zum
Beispiel „Wooley´s Dinner“ und ein Bekleidungsgeschäft mit dem Namen
„Gaylen Ross“ (Gaylen Ross spielte im Original Francine und Wooley war
der Rollenname von Jim Baffico), aber das sei nur am Rande erwähnt.
Was ins Auge sticht ist, dass das Kaufhaus nicht mal ansatzweise die
Atmosphäre verbreitet, wie es noch im Original der Fall war. Die Insassen
gehen nicht sorgenfrei Einkaufen und decken sich mit Gütern ein, die sie
sich in einer normalen Situation nie hätten leisten können, sie spielen
keine „Katz und Maus“ Spielchen mit den Untoten und es gibt
beispielsweise auch keine ausgiebigen Schlachtpläne, um das Überleben
sicherzustellen. Dafür gibt es aber einige kurzweilige Szenen, die mit
Spannung und Splatterszenen ausgestattet sind und ihre eigene Atmosphäre
haben, die anders, aber nicht unbedingt schlecht ist. Zudem kommt hier ein
wichtiges Grundelement der Vorlage zu tragen, denn alleine wird niemand
überleben und die Gruppe muss einsehen, dass sie es nur gemeinsam schaffen
kann, was allerdings nicht alle Mitglieder auf anhieb verstehen. Deswegen
kommt es natürlich unweigerlich zu zwischenmenschlichen Problemen, die
gelöst werden müssen.
Das Ziel ist natürlich, wie aus der Vorlage entnommen, die Flucht, um
irgendwie das Überleben der menschlichen Rasse zu sichern. Es gibt zwar
keinen Helikopter, dafür aber die Aussicht auf eine einsame Insel, welche
die Lebensgeister in den Protagonisten am Leben erhält. Bevor dieses Ziel
erreicht werden kann, muss aber noch einiges erledigt werden, was dem
Betrachter die Zeit bis zum Schluss mit einigen spannenden und interessanten
Szenen versüßt. Zur Unterhaltung tragen im übrigen auch die
Spezialeffekte bei, die, wie die Zombiemasken, recht gelungen und auch recht
hart sind. Meistens sieht man zwar nur irgendwelche Kopfschüsse, da die
Zombies durch die Zerstörung ihres Gehirns eliminiert werden müssen, es
gibt aber auch die ein oder andere spektakuläre Szene, die Leuten mit
schwachem Magen sicherlich schwer aufstoßen wird. Aber wenn man auch hier
den Vergleich mit dem Original zieht, muss man unweigerlich feststellen,
dass ein Tom Savini nicht durch einem David LeRoy Anderson ersetz werden
kann, auch wenn die Darstellung der Untoten sicherlich etwas besser gelungen
ist. Anderson hat sich drei verschiedene Stadien des Verfalls ausgedacht und
diese künstlerisch umgesetzt. Die Effekte sind zwar gut, „Zombie - Dawn
of the Dead“ ist aber doch um einiges härter, auch wenn man im Remake
eine wunderbare Kettensägenszene betrachten darf. Mister Savini gibt sich
im übrigen die Ehre, einen Gastauftritt als cooler Sheriff abzugeben und
auch seine damaligen Kollegen Scott Reiniger (er spielte Roger DeMarko) als
General und Ken Forcee (er spielte Peter Washington) als TV-Pfarrer, der die
berühmten Worte: „'When there's no more room in hell, the dead will walk
the earth“ noch einmal wiederholt, sind mit von der Partie.
Die auffälligsten Änderungen der 2004er Version sind allerdings der
hinzugefügte Humor, der die ganze Sache etwas auflockert und den
Betrachtern mehr als nur ein müdes Lächeln entlockt, sowie die Tatsache,
dass alles etwas schneller vonstatten geht. Man muss aber leider auch
eingestehen, dass der Film das hohe Tempo über weite Strecken nicht halten
kann und somit etwas abflacht, da die etwas ruhigeren Szenen sicherlich
nicht seine Stärke sind und mitunter für etwas öde Stimmung sorgen.
Dafür wurden die Charaktere einfach nicht gut genug durchleuchtet und sie
liefern sich auch nicht gerade Vorzeigegespräche ab, mit tiefsinnigen und
sinnvollen Dialogen, die dem ganzen mehr Bedeutung hätten geben können.
Eine apokalyptische Stimmung ist zwar zu spüren, allerdings ist sie nicht
mal halbwegs so ausgeprägt wie im Romero Streifen.
Ebenfalls etwas störend ist, dass die Verwandlung zum Zombie nicht nach
einer gewissen Regelmäßigkeit vonstatten geht, sondern immer so lange
dauert, wie es am besten in das Skript passt. Mal dauert eine Verwandlung
viele Stunden und dann auf einmal nur wenige Minuten...
Die Schauspieler meistern ihre Rollen allesamt grundsolide, was im
Horrorgenre sicherlich nicht der Normalfall ist. Höchstleistungen werden
den Protagonisten zwar nicht abverlangt, wichtig ist aber das sie nicht
stören und man ihnen ab und an den Ernst der Lage ansieht. Ving Rhames ist
der Einzige, der etwas heraussticht und das keinesfalls negativ. In Quentin
Tarantinos „Pulp Fiction“ hat er bereits bewiesen, dass er für ernste
Rollen taugt, als er den Gangsterboss Marsellus Wallace zum besten gab. Auch
hier spielt er wieder eine ähnliche Rolle, die zwar mit wenigen Worten
auskommt, dafür aber optisch überzeugt.
Zusammenfassend kann man sagen, dass „Dawn of the Dead“ sicherlich ein
guter Horrorfilm ist, der im Strom der Zeit schwimmt und eher für ein
jugendliches Publikum gedacht ist, dass sich mit alten Horrorschinken, wie
dem Original, nicht sonderlich identifizieren können. Daher ist „Dawn of
the Dead“ auch recht weit weg vom Original, da er einfach nicht über die
ernorme Atmosphäre und die Darstellung der Ausweglosigkeit verfügt, was
nicht unbedingt schlecht sein muss. Er vermittelt leider nur begrenzt die
Sozialkritik, die „Zombie – Dawn of the Dead“ noch ausgemacht hat, da
die Kaufhäuser und der damit verbundene Kapitalismus längst in unsere
Breitengrade vorgedrungen sind und die Gesellschaft dies mehr oder weniger
akzeptiert hat. „Dawn of the Dead“ vermittelt nur den Vorteil der
Gruppendynamik und beschränkt sich sonst auf gute und spannende
Unterhaltung.
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