|
Eine in Kambodscha
stationierte Militäreinheit unter der Leitung von Lt. Quinn (Dean Cain)
fällt dort einem seltsamen Virus zum Opfer, ihre Leichen werden
anschließend nach Kalifornien überstellt. Dort staunt der Pathologe nicht
schlecht, als Quinn auf dem Obduktionstisch plötzlich zu sprechen beginnt
und trotz den Vitalfunktionen eines Toten überraschend lebendig scheint.
Natürlich soll der Leutnant sofort diversen Tests unterzogen werden, doch
das lässt Quinn, der seine gefallenen Kameraden wittert, nicht über sich
ergehen. Auch diese sind zwischenzeitlich von den Toten auferstanden,
allerdings ist ihr Zustand weit weniger beruhigend als der von Quinn, da sie
sich mittlerweile zu Zombies verwandelt haben, denen der Sinn nach saftigem
Menschenfleisch steht.
Zusammen
mit dem redseligen Koch Judson (Guy Torry) erledigt Quinn einige seiner
untoten Kameraden und macht sich anschließend auf die Flucht vor der
Polizei, die seiner Geschichte natürlich keinen Glauben schenken würde.
Quinn's Ziel ist es, alle seine ins Leben zurückgekehrten Kameraden
aufzuspüren und zu vernichten, um so eine drohende Epidemie zu verhindern.
Unterstützung erhalten er und Judson dabei noch von der Bardame Holly
(Susan Ward), die sich bestens mit Horrorfilmen auskennt und daher weiß,
wie mit den Zombies zu verfahren ist. Unglücklicherweise gerät das Trio
alsbald in die Fänge des verrückten Arztes Dr. Scott (Peter Greene), der
in dem Zombievirus den Schlüssel zum ewigen Leben wittert und an Quinn's
Resistenz gegen das Virus äußerst interessiert ist... |
|
Nachdem Zack
Snyder's "Dawn of the Dead" Remake das Zombie-Genre wieder
salonfähig und dem Mainstream zugängig machte, sind die Untoten seitdem
wieder gehäuft auf der großen Leinwand oder in der Videothek anzufinden.
Egal ob Low-Budget, gehobenes B-Movie oder vom Altmeister George Romero
persönlich, die verwesten Zombies finden langsam wieder Gefallen daran,
ihre Gier nach Menschenfleisch vor laufenden Kameras zu stillen. Dass man
sich dieser Thematik auch durchaus humoristisch annähern kann, bewies vor
inzwischen 4 Jahren
Edgar Wright's mittlerweile zum Beinahe-Kult avancierte Komödie
"Shaun of the Dead", welche die Untoten mal zum Ziel zahlreicher
satirischer Seitenhiebe machte und zeigte, dass es selbst im Horror-Genre
nicht immer todernst zugehen muss. "Dead and Deader" ist ein fürs
TV gedrehtes B-Movie, das zwei Jahre nach Wright's blutiger Persiflage in
dessen Fußstapfen zu treten versuchte und dabei zwar nicht ganz erfolgreich
war, im Endeffekt aber zumindest für Genre-Allesseher ein kleiner
Leckerbissen darstellt.
Wie immer ist die
Story dabei allerdings das Letzte, auf das der geneigte Konsument sein
Hauptaugenmerk richten sollte. Diese ist in diesem Fall mal wieder Platt wie
eine Flunder und lediglich in ihrer Funktion vertreten, als Aufhänger für
jede Menge Blut und Komik zu dienen. Vor allem letzteres ist in diesem
Streifen reichlich vertreten und wird somit jene, die einen ernstzunehmenden
Zombie-Film à la "Dawn of the Dead" sehen wollen, vor ernsthafte
Probleme stellen. Auch, wenn der Beginn wie ein billiger B-Actioner anmutet,
bei dem in allzu billiger Manier vor einem Kriegsschauplatz aus allen Rohren
gefeuert wird, so erhält die Atmosphäre des Werkes mit dem
Schauplatzwechsel in die Pathologie sofort einen immensen Umschwung. Der
Zuschauer spürt förmlich, wie Regisseur Patrick Dinhut, der hiermit sein
Debüt ablegte, ab diesem Zeitpunkt jedwede Ernsthaftigkeit fallen lässt.
Ab dem ersten
Aufeinandertreffen des Untoten Quinn und des "Quotenschwarzen"
Judson mutiert "Dead and Deader" beinahe schon zu einer
außergewöhnlichen Buddy-Komödie. Während reihenweise Zombies erledigt
und Menschen gefressen werden, liefern sich die Beiden die hitzigsten
Dialoge. Diese sind übrigens von den Drehbuchautoren Mark A. Altman und
Steven Kriozere mit viel Hinsicht auf die Fans des Genres geschrieben
worden. Beinahe in jedem zweiten Satz des Films ist irgendeine Anspielung
auf diverse Filmklassiker zu hören. So lässt sich Quinn's Vorgesetzter
beispielsweise darüber aus, das dessen Geschichte mehr Lücken hätte als
ein Film von Michael Bay, Holly stellt direkt einen umfassenden Vergleich
zwischen dem Remake und dem Original von "Dawn of the Dead" an und
zwei Lastwagenfahrer diskutieren ausgiebig, welcher Bond denn nun eigentlich
der Beste war.
Es hat jedoch noch
weitere Gründe, weshalb "Dead and Deader" ohne viele Längen
einfach gut unterhält. Der Film nimmt sich selbst nicht all zu ernst und
serviert den Fans anspruchsloser Horror-Komik das, was sie sehen wollen.
Leicht schräge Charaktere, dauerhaft etwas zum Schmunzeln und natürlich
ausreichend Gore. Dieser ist hier noch sichtlich handmade, erfreulicherweise
wurde auf störendes CGI verzichtet. Die Effekte entsprechen etwa dem
Standard für einen solchen Streifen und warten mit Enthauptungen, diversen
Amputationen und reichlich Fress-Szenen auf, was die Genre-Freaks definitiv
zufrieden stellen wird.
Vieles dürfte den
Trash- und Horrorfreund nicht daran hindern, seinen Spaß an diesem Werk
haben zu können, so lange die Erwartungen nicht zu hoch angesetzt werden.
"Dead and Deader" unterhält einwandfrei, mehr aber auch nicht.
Was einem hier geboten wird, ist nicht unbedingt ein Film, der danach noch
wochenlang in Erinnerung bleiben wird, sondern der von seiner Kurzweiligkeit
lebt und danach bald wieder vergessen wird. Gravierende Abstriche sind hier
aber in keiner Hinsicht zu machen, selbst die Schauspieler agieren
annehmbar. Am deutlichsten hervor treten dabei Guy Torry als Judson, der den
Film durch seine lockere Art beinahe im Alleingang trägt, sowie Peter
Greene als Mad Scientist. Vielen dürfte Greene noch als Zed aus "Pulp Fiction",
oder ebenfalls als Bad Guy aus der Komödie "Die Maske" mit Jim
Carrey in Erinnerung geblieben sein. Greene ist einer der Akteure, die durch
ihre Präsenz sofort jede Szene vereinnahmen, was ihn für einen Film wie
"Dead and Deader" beinahe schon überqualifiziert wirken lässt.
"Dead and
Deader" ist ein kurzweiliges Zombie-B-Movie, das sich selbst nicht all
zu ernst nimmt und den Fans durch eine Menge Genre-Insider, einer gut
portionierten Menge Blut und Gore, sowie super aufgelegten Darstellern
durchaus gefallen dürfte. Bei der Handlung sind natürlich wieder einmal
diverse Abstriche zu machen, doch wer das verkraften kann, wird hiervon 85
Minuten lang solide unterhalten werden. Die Story um den infizierten
Leutnant, der zusammen mit einem sprücheklopfenden Koch und einer heißen
Bardame durch die Gegend zieht, um andere Untote unschädlich zu machen hat
zwar nicht das Zeug zum Hit, reicht für den kurzweiligen Spaß
zwischendurch aber allemal aus.
|