|
Ein paar Kumpel wollen ein
ganz großes Ding drehen. Die Kleinkriminellen planen einen Banküberfall
in der Provinz, bei dem richtig Schotter gemacht werden soll. Die
Jungs werden von einem hiesigen Gangsterboss unterstützt, der den
Räubern sicherheitshalber noch einen Aufpasser zur Seite stellt,
damit sich die potentielle Beute nicht selbstständig macht.
Der Raubüberfall klappt auch ganz gut, bis die Verbrecher einen
Fehler machen und eine der Geiseln unbeobachtet den Alarmknopf drücken
kann. Schon bald ist das Gebäude von Polizisten umstellt. Die Räuber
brühten nun über dem Problem, wie sie das Gebäude lebend
verlassen können, ahnen dabei nicht im Geringsten, dass dieses
Problem bald keins mehr ist. Denn als die draußen lauernden
Polizisten plötzlich von seltsamen Dingern überfallen werden,
geht es ums blanke Überleben... |
|
Aus alt + alt + alt mach neu.
So könnte die Überschrift des Raubüberfall-
Hip-Hop-Gangster-Zombie-Films lauten. Denn was der Zuschauer hier
betrachten darf ist alles andere als filmisches Neuland.
Drehbuchautor Anghus Houvouras hat zusammen mit Regisseur Bo Webb
einfach Teile aus Filmen genommen, die gut funktioniert haben um
daraus etwas Neues zu schaffen. In der Hoffnung, dass das
Funktionierende wieder funktionieren wird. Und das macht es. Zwar
nicht im hochprofessionellen Stil, dass darf man von diesem Film
der B-Kategorie nicht erwarten, aber in einer soliden,
unterhaltsamen Art.
“Dead Heist“ (Heist ist passenderweise Slang und bedeutet
soviel wie Raub) ist eine wilde Mixtur. Ähnlich wie in „From
Dusk Till Dawn“ gibt es zwei völlig unterschiedliche
Abschnitte. Allerdings gibt es auch einen Unterschied zu Robert
Rodriguezs Vampirfilm. In “Dead Heist“ bekommt man nämlich
gleich zu Beginn einen Vorgeschmack auf das, was noch folgen soll.
Und das ist gar nicht so verkehrt. Man weiß zwar nach der Einführung
nicht so recht was Sache ist, es beginnt aber schwungvoll und
mysteriös. Danach gibt es dann ein wenig Gangstar-Zeug. Nicht
vollends authentisch, aber doch recht lässig. Es spielen sogar
einige amerikanische Rap-Größen mit, die aber in unseren Landen
weniger bekannt sind. Die auffälligsten Sprachgesangs-Akrobaten
sind BIG DADDY KANE und E-40. Schauspielerische Höhepunkte sucht
man vergebenes. Dafür kann man bei einigen Protagonisten sehen,
wie man nicht unbedingt spielen sollte. Beispielsweise bei der übermoralischen
Polizistin oder bei dem weißen Semi-Kriminellen.
Teil 1 des Films ist irgendwo zwischen Blacksploitation, Black
Cinema und einem Raubüberfall-Dingen, wie man es in Etwa in „Killing
Zoe“ oder „Dead Presidents“ bewundern durfte. Es macht Spaß,
dem Geschehen beizuwohnen, auch wenn der ein oder andere Charakter
und Dialog etwas schwachbrüstig rüberkommt. Es wird auch ein
bisschen viel gelabert, dass ändert sich dann aber im zweiten
Teil. Hier geht es gut zur Sache. Es gibt eine nette Geschichte um
die infizierten Angreifer und schöne Metzeleien mit zahlreichen
Opfern. Die Spezialeffekte der blutigen Art beschränken sich auf
Schüsse und Bisse, sodass der Hardcore-Splatter-Freak nicht
unbedingt bedient wird.
Problematisch ist, dass sich keine wirkliche Untoten-Atmosphäre
breit macht. Dafür ist dieser B-Movie etwas zu steril. Die
Spannung geht in Ordnung und dank der kurzen Laufzeit von knapp 75
Minuten ist das Ganze auch sehr kurzweilig geraten.
Regisseur Bo Webb hat mit “Dead Heist“ einen durchaus
gelungenen Beitrag zum Horror-Genre abgeliefert. Und das bei
seinem ersten Versuch. Der Film zeigt zwar nichts wirklich Neues,
funktioniert aber gut. Probleme gibt es zwar bei einigen
Schauspielern und der Ernsthaftigkeit, jemand, der sich freiwillig
B-Zombie-Filme anguckt, kommt damit aber sicherlich bestens klar. |