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Wegen eines neuen
Jobs in einer größeren Firma bezieht Bob Peterson (Jack Huston) gemeinsam
mit seiner Frau Wendi (Pell James) eine Wohnung in einem
typisch-amerikanischen Vorort. Aufgrund der Freude über die neue Situation
verschwenden die Beiden keinen Gedanken daran, wieso die Gegend seltsam
verlassen wirkt oder wieso sich alle Nachbarn regelrecht in ihren Häusern
zu verbarrikadieren scheinen. Die ersten Nachbarn, die Bob und Wendi kennen
lernen, sind ein sehr merkwürdiges, älteres Ehepaar, sowie der Mann von
gegenüber, der sich ihnen als Adrien (Nick Searcy) vorstellt. Zwar mutet
das Verhalten des Sonderlings etwas unheimlich an, doch fürs Erste tun Bob
und Wendi ihn als einen harmlosen, etwas einsamen Spinner ab.
Eines
Tages bringt Adrien den Beiden Schokolade vorbei, von der sich das junge
Paar allerdings eine schlimme Lebensmittelvergiftung zuzieht. Noch bevor sie
sich überhaupt davon erholen können, steht Adrien schon mit der nächsten
"Leckerei" vor ihrer Tür. Als ihn Bob daraufhin deutlich
zurückweist, hat er keine Ahnung, dass der Terror für ihn und seine Frau
erst beginnen soll. Immer wieder schleicht sich Adrien fortan in ihre
Wohnung, um ihr Essen und ihr Grundwasser zu vergiften, doch für das große
Finale hat der Psychopath etwas ganz anderes für das Paar geplant... |
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Nicht viele Filme
schaffen es, selbst dem gestandenen Gorehound oder Horror-Allesseher noch
eine ungläubige Reaktion oder gar leichte Magenbeschwerden zu bescheren,
doch "Dead Next Door", im Original "Neighborhood Watch",
gelingt dies problemlos. Das liegt nicht etwa daran, dass der Streifen ein
Nonstop-Sammelsurium an kranken und abartigen Gewaltfantasien und
Gore-Schmoddereien auffahren würde, vielmehr ist es in diesem Fall eine
abgrundtief kranke Atmosphäre, gemischt mit immer wieder eingebrachten
Ekelszenen, die ihr übrigens dazu beitragen, dieses Werk selbst für
Hartgesottene noch zu einer Toleranzprüfung werden zu lassen. Interessant
dabei ist, dass sich "Neighborhood Watch" von allen derzeitigen
Horror-Konventionen distanziert und etwas vollkommen Eigenes, in dieser Form
lange nicht mehr Dagewesenes auf die Leinwand bringt, mit dem jedoch
sicherlich nur die Wenigsten etwas anfangen können.
Im Kern
transportiert Graeme Whifler's Film, der Mann schrieb unter anderem bereits
das Drehbuch für "Dr. Giggles" und trat auch für
"Neighborhood Watch" als Autor in Erscheinung, nichts anderes als
Ekel-Exploitation in Vollendung. Da, wo andere Filmemacher auf Dramaturgie
und Spannung bauen, serviert Whifler seinem Publikum einen Angriff auf die
gesunden Geschmacksnerven. Da wundert es auch nicht, dass viele
Internetforen von zusammenbrechenden oder vorzeitig den Saal verlassenden
Kinogängern bei Testscreenings berichten. Auch, wenn sich hinter solchen
Behauptungen oftmals nichts anderes als cleveres Marketing versteckt,
könnte in diesem Fall etwas Wahres dahinter stecken.
"Neighborhood
Watch" ist ein fieser und dreckiger Bastard eines Films, dennoch sollte
es wohlüberlegt sein, den Begriff "Horrorfilm" hiermit in einen
Raum zu stellen. Obwohl die Inhaltsangabe diesen Eindruck vermittelt,
gelingt es dem Streifen kaum, spürbaren Terror zu vermitteln. Von dem
verrückten Adrien geht niemals eine bedrohliche Präsenz aus, die
vermitteln würde, dass Bob und Wendi ihm gegenüber absolut wehrlos wären,
vielmehr arbeitet er mit fiesen und perfiden Tricks, um das Paar zu
vergiften. Graeme Whifler ist dabei jedes Mittel recht, dass sich auch das
Publikum ordentlich vor dem Bad Guy ekeln kann. So dürfen wir dem schrägen
Charakter bei diversen Tätigkeiten seines Alltags beiwohnen, unter anderem
der Selbstbefriedigung. Nur, dass sich der völlig kaputte Adrien hier seine
eigene Methode ausgedacht hat. Mit den Fingern dringt er erregt in eine
klaffende Wunde an seinem Bauch ein, während er sich gleichzeitig
wiederholt Nadeln in die Genitalien sticht. Dazu hören wir, wie übrigens
an vielen anderen Stellen des Films auch, einen ebenso völlig kaputten
Radiomoderator, der seinen Hörern seine Ideologie von einer von Sex und
Schmutz gereinigten Welt eintrichtert.
Solche und
ähnliche Szenen sind hier an der Tagesordnung. Nachdem Bob und Wendi von
Adrien's verdorbenen Pralinen gekostet haben, darf der Zuschauer den Beiden
wiederholt beim Gang zur Toilette folgen, Aufnahmen von allerlei Erbrochenem
oder Durchfall nicht ausgeschlossen. Hier wird einfach nur plump versucht,
das Publikum so effektiv wie nur irgendwie möglich zu ekeln. Der Gewaltgrad
hält sich dabei in überraschend unteren Bereichen, im ganzen Film gibt es
nur eine einzige Goreszene zu bestaunen, die es aber dann wahrhaft in sich
hat. Dieser Effekt wird im Finale präsentiert und ist derart schonungslos
inszeniert, dass Zartbesaitete spätestens jetzt selbst zur Toilette rennen
dürften. Aber vermutlich dürften es ohnehin nur die abgehärteten
Filmnerds bis zu diesem Zeitpunkt ausgehalten haben, alle anderen werden
sich ab der ersten großen Kotz, - Eiter, - und Durchfallorgie in der ersten
Filmhälfte schon verabschieden.
Was den einen oder
anderen anhand dieser abstoßenden Beschreibungen noch überraschen dürfte,
ist die Tatsache, dass "Neighborhood Watch" über weite Strecken
tatsächlich einigermaßen passabel unterhält. Selbstverständlich wird
sich nur eine sehr kleine Fraktion allessehender Trash-Fanatiker dieses
abgefahrene B-Movie zur Gänze ansehen, diese werden allerdings über 90
Minuten relativ gut über die Runden gebracht. Selbstverständlich ist die
Inszenierung an sich ein einziges Dilemma. Die Story verläuft sich zum Teil
in irgendwelchen Nebenplots, die dann überhaupt nicht fortgeführt werden.
So erfahren wir beispielsweise überhaupt nichts von Bob's neuer Tätigkeit.
Er begibt sich zwar einmal in ein spärlich eingerichtetes Gebäude, welches
wohl die Firma darstellen soll und wird dort sogleich von einer neuen
Vorgesetzten angemacht, aber einen tieferen Sinn scheint diese Nebenhandlung
nicht zu haben.
Visuell hat man
zwar nicht den Eindruck, einen Amateurfilm zu sehen, aber auf sonderlich
hohem Niveau ist das Gezeigte natürlich auch nicht. Die digital
eingefangenen Bilder verraten schnell das sehr geringe Budget des Werkes. Da
erstaunt es beinahe schon, dass zumindest die Schauspieler einen
ordentlichen Job abliefern. Jack Huston kennen Genre-Fans bereits aus
"Shrooms - Im Rausch des Todes" und Pell James, die bereits in Jim
Jarmusch's "Broken Flowers" agierte, spielt solide die
verängstigte und verstörte Hausfrau. Das größte Lob geht jedoch an Nick
Searcy, der den ekelerregenden Psycho so überzeugend gibt, dass es den
Anschein hat, als sei ihm ein derartiges Agieren gar nicht so fremd.
"Neighborhood Watch" wird auch für viele Horrorfilmkonsumenten
eine grenzwertige Erfahrung darstellen. Das ganze Werk scheint vor Dreck und
Schmutz nur so zu triefen und ist an und für sich ein fieser, kleiner
Sicko, der einzig und allein von seinen derben Ekelszenen lebt. Gore sucht
man hingegen vergebens und wird in dieser Hinsicht nur in einer einzigen
Sequenz bedient, die es dafür um so mehr in sich hat und zum verstörenden
Charakter dieses Films beiträgt. An und für sich kann man sich den Film
auch ganz gut ansehen, wenn man mit gefestigten Nerven ausgestattet ist,
denn ernsthaft langweilig wird das Geschehen nie. Objektiv ist es aber
unmöglich, hier eine allzu positive Bewertung an den Mann zu bringen, da
die komplette Story des Films ein einziges Alibi für die ekeligen Effekte
ist. Trotzdem dürfte "Neighborhood Watch" ob seines
nihilistischen und dreckigen Charakters für den einen oder anderen
sicherlich interessant sein. |