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Der junge amerikanische Student Charles
Whitman ist als unauffälliger und intelligenter Mann bekannt, der stets gut
gelaunt durchs Leben geht. Zumindest solange, bis sich seine Psyche
dramatisch verändert. Er scheint zunehmend keinen Sinn mehr im Leben zu
sehen und selbst mehrere Besuche beim hiesigen Pfarrer können ihn nicht von
seinem mörderischen Plan abhalten.
Eines Tages stattet er seiner Mutter einen Besuch ab und tötet sie
überraschend. Kurze Zeit später soll seiner Ehefrau das gleiche Schicksal
widerfahren. Charles hinterlässt jeweils einen Zettel am Tatort und macht
sich auf, seinen makabren Plan fortzusetzen.
Er packt seine Armee-Klamotten zusammen, kauft sich im örtlichen
Waffenladen noch etwas Munition und macht sich dann auf zum Turm der
Universität, um aus luftigen Höhen Menschen abzuschießen. Dies gelingt
ihm anfangs auch, da niemand mit einem solchen Amoklauf gerechnet hat. Doch
nach wenigen Minuten ist die Polizei in Bereitschaft versetzt und erwidert
das Feuer. Nun gilt es Charles Whitman dingfest zu machen, bevor er noch
mehr Menschen verletzt und tötet... |
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"Deadly Tower"
beruht auf einer wahren Begebenheit und spiegelt das Leben, respektive das
Ende, des berühmt berüchtigten Charles "Sniper In The Sky"
Whitman wider. Trotz des recht hohen Berühmtheitsgrades von Whitman, der
immerhin einer der bekanntesten Massenmörder ist, ist "Deadly
Tower" niemals richtig bekannt geworden. Es gab zwar schon einige
Ausstrahlungen im öffentlich-rechtlichen TV. Auch die Tatsache, dass mit
Kurt Russel ein recht bekannter Hollywood-Star mitspielt sollte ihn
eigentlich bekannter machen. Allerdings fristet er (wenn überhaupt)
anscheinend immer noch ein Dasein in den eher hinteren Ecken der
Videotheken. Dies ist allerdings jammerschade, denn "Deadly Tower"
ist ein durch und durch gelungener Film, der zwar ohne wirkliche Höhepunkte
auskommt aber über die gesamte Spielzeit hinweg sehr unterhaltsam und
aufschlussreich ist.
Erzählt wird, wie gesagt, die Geschichte des Charles Whitman, die kurz vor
seinem letzten Tag, auf dem Turm der Uni, beginnt. Der Charakter des
Massenmörders wird nicht besonders durchleuchtet, da Charles im
eigentlichen dadurch auffällt, dass er so gut wie kein Wort redet. Er
lässt vielmehr Taten sprechen und die haben es wirklich in sich. Wie aus
heiterem Himmel tötet Charles Whitman seine Angehörigen. Wofür oder
warum, erfährt der Betrachter erst am Ende des Streifens. An dieser Stelle
soll das Ende aber unerwähnt bleiben, um die Spannung nicht zu
rauben.
Spannung ist ein gutes Stichwort, denn besonders spannend ist der Streifen
eigentlich nicht. Die Hauptszenen spielen sich auf und um den Turm der
Universität ab und sind alles andere als innovativ. Aber sie sind ja auch
aus dem Leben gegriffen und das ist wohl auch die Tatsache, die den Streifen
so faszinierend macht. Man versucht zu verstehen, was der Killer vor hat
oder zumindest zu erahnen, warum ein junger Mann seine Mitmenschen
auslöschen will. Dadurch vergehen die knapp 90 Minuten wie im Schlaf. Ehe
man sich versieht, ist der Film vorüber und man denkt, man hätte
eigentlich noch gar nicht soviel mitbekommen. Als einziger Nebenplot dient
die Geschichte eines jungen mexikanischen Polizisten, der mit seiner Arbeit
eigentlich recht unzufrieden ist, da er nicht befördert wurde, aufgrund
seiner Loyalität aber am freien Tag zum Dienst erscheint, um der Polizei
seine Unterstützung anzubieten. Wie hoch der Wahrheitsgehalt der
Nebengeschichte liegt, kann nur erahnt werden, aber es hat den Anschein, als
ob die Macher des Streifens hier ein wenig amerikanischen Pathos ins Spiel
bringen wollten.
Zu den Protagonisten gibt es eigentlich nicht viel zu sagen, da ihnen nicht
wirklich viel abverlangt wurde. Das Gute ist, dass es nicht weiter
auffällt, dass hier nur wenig schauspielerisches Können von Nöten war.
Die Dialoge, die eh kaum vorhanden sind, stören weniger, auch wenn man hier
und da das Gefühl hat, sie seien falsch angebracht oder die Stimmen passen
teilweise nicht zu den Akteuren. Hauptsache ist, dass der Gesamteindruck
positiv ist. Und das ist er allemal. Die Atmosphäre ist sicherlich nicht so
dicht wie bei "Henry", und das Ganze ist auch nicht so
erschütternd wie im Ausnahmestreifen "The Secret Life Of Jeffrey
Dahmer". Wer sich für TRUE CRIME interessiert, sollte "Deadly
Tower" aber auf jeden Fall mal gesehen haben.
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