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Da
ist er also. Der lang erwartete, von vielen gefürchtete, neue
Schnaas. Andreas Schnaas, der sich bereits in seiner Vergangenheit
für Filme wie „Violent Shit“, Zombie 90“ oder auch dem
unvergleichbaren „Anthropophagous
2000“ verantworten musste, hat es erneut gewagt, etwas
Besonderes in den Kasten zu zaubern. Ob es ihm gänzlich gelungen
ist, darf in Frage gestellt werden. Denn ein wirkliches Talent fürs
Filmemachen kann auch bei diesem, seinem neunten Streich nicht
festgestellt werden.
Wenn man also auf gewisse Fähigkeiten verzichten muss und
trotzdem einen Film basteln will, braucht man entweder verrückte
Ideen oder eine Menge Effekte. Ersteres ist bei der viel zu lahmen
Story nicht zu finden. Der Plot ist recht eintönig, zu gradlinig
und wenig überraschend. Von einigen Wirrungen abgesehen. Da
bleibt also nur noch die Möglichkeit über, einen Film mit
Effekten so voll zudröhnen, dass man den Rest gepflegt vergessen
kann. Wenn man als Betrachter über die Fähigkeit verfügt, einen
Film mit einem bis zwei zugedrückten Augen zu betrachten, kann
man durchaus zum Schluss kommen, dass Schnaas zumindest versucht
hat, seinem geliebten Genre etwas gutes anzutun.
Neutral betrachtet muss man sich aber eingestehen, dass Herr
Schnaas wohl nie etwas Vernünftiges auf die Leinwand bringen
wird. Die Story ist, wie bereits erwähnt, dumm und fad. Schnaas
konzentriert sich mehr darauf Bilder sprechen zu lassen, die Leser
der Bildzeitung erfreuen sollten. Zeigewillige Damen, die etwas
abgewrackt erscheinen und nur den Kameramann nervös machen, weil
dieser unbedingt die Möpse mit auf den Film bringen will und zu
zittern beginnt. Zahlreiche Nazi-Symbole und Tempelritter dürfen
in der Beschreibung des Films auch dienlich sein, um die
Springer-Zielgruppe anzusprechen.
Die
filmtechnischen Probleme sind auch nicht zu verachten. Das Tempo
ist im Prinzip viel zu langsam. Es wird zwar in zahlreichen Szenen
von Geschrei und Getöse erhöht, was prinzipiell gut
funktioniert, diese Szenen wiederholen sich aber immer wieder.
Immer wieder Geschrei, immer wieder Lärm. Und da gesellt sich
dann immer wieder der Kernpunkt des Geschehens hinzu: Die
Spezialeffekte.
Es
gibt viel Splatter. Einiges ist sogar gut zu betrachten. Die
Effekte sind brutal – bisweilen sogar brutal schlecht. Wenn zum
Beispiel die Augen platzen bleibt nicht viel mehr als Gelächter
zurück. Als Trash-Fan sollte man diese und andere, vergleichbare
Szenen natürlich unbedingt gesehen haben, um auch mitsprechen zu
können. CGIs gibt es auch. Um diese zu beschreiben ist wohl das
Wort „komisch“ am besten gewählt. Wenn man zum Beispiel die
Geistererscheinung sieht fragt man sich berechtigterweise, ob das
ausgegebene Film-Geld nicht besser in einem ordentlichen Catering
angelegt worden wäre. Dem Film tun die Szenen auf jeden Fall
nicht gut. Dennoch muss man feststellen, dass die Metzelszenen
zwar alles andere als perfekt sind, aber gut zu unterhalten
wissen.
Was allerdings die Zombie-Party mit der abgehalfterte
Zombie-Metal-Band an Unterhaltungswert beisteuern soll ist
schleierhaft. Diese Szene passt genau so gut in den Film wie
beispielsweise ein Papst-Interview über Fußpilz. Was sich der
Regisseur dabei gedacht hat, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Ein
weiteres Geheimnis dürfte die Auswahl der Darstellerriege sein,
die angezogen komplett versagt.
Auch wenn man ansatzweise merkt, dass der Szene-Regisseur versucht
hat sich Mühe zu geben, muss man zum Schluss kommen, dass „Don’t
Wake The Dead“ alles andere als ein filmischer Hochgenuss ist.
Er erinnert zeitweise an Filmversuche von Ivan Zuccon. Einige
werden jetzt sicherlich sagen, dass das auch niemand einen
filmischen Kracher erwartet. Mag sein, aber diese Blut- und Brüste-Show
wird wohl nur bei eingefleischten Schnaas-Fans Jubelstürme auslösen. |