|
El Topo, ein griesgrämiger, in schwarz
gekleideter Cowboy reitet mit einem nackten Jungen durch die Wüste. Als die
beiden an einem Dorf vorbeikommen, müssen sie sehen, dass fast alle
Einwohner brutal ermordet wurden. El Topo nimmt sich selbst in die
Verantwortung. Der schwarze Rächer macht sich daraufhin auf die Suche nach
den Verantwortlichen und bringt sie zur Stecke.
Doch das scheint unserem gottgleichen Helden nicht zu reichen. Er macht sich
ohne seinen nackten Jungen weiter auf die Suche. Nach etwas
Übermenschlichen. Um es zu besiegen. Um der Sieger zu sein.
|
|
Die Story liest sich für einen Western
sicherlich etwas bescheuert. Aber das liegt daran, dass die Story an sich
auch sehr bescheuert ist. Hier hat man es mal wieder mit einem Film zu tun,
der den schmalen Grad zwischen Kunst-Film und bildgeladenen Schrott begeht.
Die Meinungen zu den zwei Wertungsmöglichkeiten mögen sicherlich
auseinander gehen, doch als Filmfan möchte man ja eigentlich, wenn man es
sich vor dem Fernseher bequem gemacht hat, einen Film gucken. So mit
nachvollziehbarer Handlung, Dialogen die man nachvollziehen kann, Spannung
und was da sonst noch so zugehört. „El Topo“ bietet einem da reichlich
wenig. Der Film schafft es zwar, den Betrachter schwer zu verwirren, es
gelingt ihm aber nur recht selten, mit seinen Bildern zu beeindrucken.
Der Normalo hat sicherlich Probleme, das Ding an einem Stück zu gucken.
Viel zu Wirr, zu uninteressant und anfangs zu pädophil kommt der Film
daher. Es macht keinerlei Spaß, nur die Hoffnung lebt noch, dass der Film
noch so unglaublich gut wird, wie man es in vielen Quellen lesen konnte.
Aber die löchrige Story, die absolut unlogisch ist und mit vielen
Seitenblicken jede Gradlinigkeit verliert, bietet keinen Grund zur
Besserung. Regisseur (und Hauptdarsteller) Alejandro Jodorowsky wollte mit
„El Topo“ sicherlich den Drogenkonsum in der Welt erhöhen. Denn im
Rausch kann man die vorbeirauschende Geschichte vielleicht eher
nachvollziehen. Vielleicht? Aber selbst da muss man hinterfragen, warum ein
Kaninchen und seine Kumpel sterben, wenn der „Man In Black“ daherkommt.
Elektromagnetismus? Herzversagen? Vor Schreck? Wegen Maul und Klauenseuche?
Man weiß es nicht… Und das ist nur ein Beispiel für zahlreiche filmische
Dummheiten.
Nicht ganz so dumm in Szene gesetzt sind die schönen Landschaftsaufnahmen,
die stellenweise mit sehr unterhaltsamer Musik untermalt werden. Wer sich so
etwas aber gerne anguckt, sollte auf andere Western zurückgreifen. Die
Natur, die wahrscheinlich nicht extra für diesen Film geschaffen wurde,
kann ja auch nicht wirklich etwas dafür, dass sie so schön ist. Aber es
ist schon auffällig, dass die Technik an sich ok ist. Sicherlich nicht so
gut wie in anderen Bildgewaltigen Filmen wie „Spiel mir das Lied vom Tod“,
aber ok.
Das, also die Optik an einigen Stellen, ist es eigentlich auch schon, was
einem positiv in Erinnerung bleibt. Im Film gibt es noch ein, zwei
verstörende Szenen, die als gelungen betrachtet werden dürfen. Viel mehr
ist da aber nicht. Freunde der Gewaltdarstellung mittels Spezialeffekten
kommen auch nicht wirklich auf ihre Kosten. Es gibt zwar Einiges der
härteren Gangart, da kann man sich aber besser irgendeinen guten
Splatterfilm reinziehen, bevor man auf dieses Werk zurückgreift.
Für Freunde des sehr anderen Kinos, Freunde von Lynch und Konsorten oder
Leuten, die wie unser Held „El Topo“ die etwas andere Herausforderung
suchen, wird die Meinung dieser Filmbesprechung sicherlich nicht daran
hindern können, sich dieses „Ding“ anzugucken. Aber das ist natürlich
auch ihr gutes Recht. Für Normalsterbliche ist dieser Film auf jeden Fall
ungeeignet. Es sei denn, man möchte unbedingt mitreden…
|