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Kaum
zu glauben, dass die deutschen Filmemacher sich nicht unterkriegen
lassen. Im Profi-Bereich läuft es, zumindest im Vergleich mit
vielen anderen Ländern, ja nicht gerade rosig. Und dennoch gibt
es immer wieder junge, kreative Menschen, die sich davon nicht
beirren lassen und ihre Amateur-Filme im professionellen Gewand
drehen. Vieles davon ist Splatter oder Horror. Aber mit „Erdora
- Der Todeskreis“ kommt ein Fantasy-Film mit kleinen
Horror-Elementen auf den Markt. Nach der zurückliegenden Kinovorführung,
Ende 2009, aber nur für einen kleinen Betrachter-Kreis. Denn die
Auflage der DVD ist auf 500 Stück limitiert.
„Erdora - Der Todeskreis“ wurde bereits 2007 gedreht. Er kommt
jetzt erst raus, da die Post-Production länger als erwartet
gedauert hat. Geplant war damals ein Dreiteiler, für den auch
schon das komplette Drehbuch vorliegt und einige Andeutungen im
Film gemacht werden. Regisseur Philip Polcar („Friday the 13th:
Jason Conquers Germany”, „Everlasting Hate”) ist sich
allerdings nicht mehr so sicher, ob die Teile 2+3 auch noch
gedreht werden, da seine Arbeit, nach seiner eigenen Aussage,
professioneller geworden seien.
Und in der Tat ist „Erdora - Der Todeskreis“ kein
professioneller Film. Dies merkt man an zwei wesentlichen
Bestandteilen. Zum einen an der Kamera, die nicht die besten
Bilder einfängt. Technisch und auch optisch. Es gibt einige
Einstellungen, die nicht sonderlich gut aussehen. Mal haut die
Sonne rein und mal ist es überlichtet. Das zweite große Manko
sind einige der Darsteller. Zwar hat man mit Moritz Gabriel und
Alice von Lindenau zwei Talente ins Boot geholt, welche die Rollen
des Pärchens Julia und Paconius gut wiedergeben, der Rest der
Crew besteht aber aus Laiendarstellern. Und einige davon sind
richtig schlechte. Dies dürfte den geneigten Betrachter solcher
Low- respektive No-Budegt-Filme aber nicht abschrecken. Auch
Ittenbach und Co. haben schon Leute vor die Kamera gezerrt, die
null Talent hatten und untalentiert in Schwertkämpfe gegangen
sind. Wie auch hier.
Aber es ist nicht alles schlecht in „Erdora - Der Todeskreis“.
Auffällig gut ist der brachiale Sound. Der hört sich wirklich
hervorragend an. Passend zu einem Fantasy-Spektakel. Des weiteren
gibt es auch gute Computer-Animationen. In einem
Hollywood-Streifen, mit Millionen Budget, würde man diese zwar
verreißen, für eine Kleinst-Produktion sind die Effekte aber
extrem gut. Da sieht man, dass die Verantwortlichen Liebe zum
Detail an den Tag gelegt haben und Ahnung davon hatten, was sie
getan haben.
Das Wichtigste ist aber, dass das Gucken Spaß macht. Selbst
Leuten, die sich sonst nicht mit Licht- und Schatten-Elfen, Königen,
Zauberern, Waldläufern, Drachen und so was beschäftigen,
bereitet der Film Freude. Weil er flüssig und schwungvoll ist. Es
gibt zwar einige Dialoge, die sehr rollenspieltechnisch angelegt
sind, auf der anderen Seite gibt es dann aber auch einen Auftritt
einer Zombie-Armee. Das Blutvergießen hält sich dabei und auch
sonst in Grenzen. Der Film hat keine Freigabe, würde bei der Prüfung
der FSK aber ganz sicher ein FSK 16 bekommen. Im Film werden
lediglich ein, zwei härtere Sachen angedeutet.
Unterm Strich ist „Erdora - Der Todeskreis“ ein passabeler
Film geworden. Man sieht ihm natürlich an, dass er aus dem
Amateur-Bereich kommt, wer damit aber kein Problem hat, oder auf
Live-Rollenspiele steht, kann den Film problemlos genießen. Ob
der Film inhaltlich taugt, kann an dieser Stelle nicht bewertet
werden. Der Horror-Anteil ist gering und von Fantasy-Welten, wie
sie in „Herr der Ringe“ zu sehen sind, hat der Schreiber
dieses Reviews zu wenig Ahnung. Regisseur Polcar meint in den
Extras aber, dass das Geschehen in „Erdora - Der Todeskreis“
so wie in „Herr der Ringe“ ist. Der Horror-Anteil passt auf
jeden Fall und der Film ist technisch in Ordnung. Natürlich den
Umständen entsprechend. Man darf auch nicht vergessen, dass es
lediglich eine Drehwoche, bei einer Vorbereitungszeit von
anderthalb Monaten gab, wo alles geplant und geschrieben wurde.
Wenn die Macher ihre limitierte DVD-Auflage verkauft bekommen,
gibt es vielleicht auch noch irgendwann die Teile zwei und drei.
Wer weiß? |