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Es geschieht immer
wieder mal, dass Filme bereits vor ihrem
Erscheinen für einen kleineren oder größeren Wirbel sorgen. Ähnlich
verhielt es sich auch im Fall von "Evil Breed - The Legend of
Samhain", der zwar schon 2002 gedreht wurde, über die Jahre aber
starke Probleme hatte, einen Verleiher zu finden. Gegenüber der an Sex und
Gewalt reicheren Rohschnittfassung soll die, sich derzeit im Umlauf
befindliche, Uncutfassung etwas gekürzt sein. Dennoch wurde "Evil
Breed", bzw. "Samhain", wie der Streifen 2002 noch hieß, in
letzter Zeit in zahlreichen Foren immer wieder aufgrund seines
Brutalitätsfaktors positiv erwähnt. Etwas Derartiges kommt einem Streifen
natürlich nur zu Gute, sorgt aber auch dafür, dass man mit eventuell zu
hohen Erwartungen an einen Film herangeht, die dann um so anfälliger für
Enttäuschungen sind. Regisseur des Ganzen ist im Übrigen ein gewisser
Christian Viel, der sich neben "Evil Breed" noch für einige
Independentfilme verantwortlich zeichnete, die aber alle nicht gerade mit
guten Kritiken wegkamen und auch nicht weiter bekannt sind.
Sympathische Charaktere, Spannung, eine überragende Inszenierung, über all
das verfügt "Evil Breed - The Legend of Samhain" leider nicht.
Dabei ist es sicher nicht so, dass Christian Viel die groß angekündigten
Versprechen nicht hält und einen umsonst für Blut und nackte Haut
ausharren lässt. Blöd nur, wenn ein Regisseur absolut keine Ahnung hat,
wie man einen Unterhaltungsfaden kontinuierlich und abwechslungsreich durch
einen Film ziehen kann. Nach 5 Minuten, in denen erst mal ein junges Paar,
welches zuvor noch "Jason Goes to Hell" like Sex in einem Zelt
hatte, gekillt wird, und der Torso des männlichen Opfers danach an einem
Spieß über einem Feuer brät, sind die Hoffnungen noch weit oben
angesiedelt. Alles lässt auf 81 höchst spaßige Minuten schließen, doch
je weiter das Geschehen im folgenden Verlauf voranschreitet, desto
verdutzter wird man angesichts der Tatsache, dass man außer dümmlichen
Dialogen und stereotypen Charakteren scheinbar nichts geboten bekommt.
Viel entschied sich dazu, den Zuschauer erst einmal in die Handlung
einzuführen und Atmosphäre entstehen zu lassen, bevor es dann im letzten
Drittel splattermäßig erst so richtig losgeht. Das Problem dabei ist nur,
dass die Grundvoraussetzung bei einem derartigen Vorhaben die ist, dass man
auch eine richtige Handlung zu Grunde liegen hat und in der Lage ist,
Atmosphäre aufzubauen. Beides ist hier jedoch nicht der Fall. Die Story
erinnert an jeden beliebigen anderen Slasher und unterscheidet sich in
keinster Weise von seinen Genrekollegen, weder durch Innovation, noch durch
sonstige Ideen, die das Ganze aufpeppen könnten. Vielmehr schüttelt man
hier das gesamte Repertoire an Teenieklischees aus dem Ärmel, die es so
auch schon viele Male zu sehen gab und über die man nur noch den Kopf
schütteln kann. Das Verhalten der angeblichen Studenten ist unglaublich
dämlich, die Dialoge sogar noch schlimmer. Christian Viel lässt seine
Darsteller allerlei Horrorfilme zitieren und will damit wohl die Fangemeinde
ansprechen, schafft es aber nicht, auch nur einen vernünftigen Dialog in
das Geschehen einzubauen.
Die Handlung hält sich strikt an die Genrekonventionen und lässt aufgrund
ihrer Vorhersehbarkeit kaum Spannung zu. Die Charaktere kommen in einem
bewaldeten Gebiet Irlands an, erfahren dort schnell von dem Kult um Samhain
und von der Legende einer Kannibalensippe (unter diesem Aspekt beruht
"Evil Breed" dann auch zum Teil auf wahren Begebenheiten",
denn eine solche Familie, die durch Inzucht 46 Kinder und Enkel zur Welt
gebracht haben soll und angeblich bis zu 1000 Menschen tötete und deren
Fleisch aß, soll es in Schottland im 15. Jahrhundert gegeben haben). Der
einzig atmosphärische Teil ist der in schwarzweiß gehaltene Rückblick auf
die Taten des kannibalistischen Clans, alles andere ist klischeehaft und
über weite Strecken langweilig. Sobald dann aber das erste Blut exzessiv
verspritzt wird, gelingt "Evil Breed" noch eine spontane Wendung,
wird er doch von da an tatsächlich zu dem angekündigten Splatterfilm, der
halten kann, was im Voraus versprochen wurde. Besonders zwei, drei harte
Szenen bleiben einem noch länger in Erinnerung. Zwar kann es nicht
besonders ernstgenommen werden, wenn einem Opfer die Gedärme aus dem Arsch
herausgerissen werden und dieses daraufhin noch damit stranguliert wird,
doch technisch ist alles zumindest auf annehmbaren Niveau dargestellt. Ein
weiteres Highlight ist der Mord an Jenna Jameson, die in einer expliziten
Sequenz, die stark an die alten Kannibalenfilme der 80er erinnert, zuerst
ausgeweidet und anschließend zu Teilen noch verspeist wird, wobei der
degenerierte Hinterwäldler ausgerechnet das Brustimplantat der Blondine
erwischt und verwundert darauf herumkaut. "Evil Breed" mag also
durchaus brutal und im letzten Drittel für Splatterfans zufriedenstellend
sein, allerdings hätten die Effekte besser über den gesamten Streifen
verteilt werden können.
Was dem Werk zudem noch ein eher negatives Antlitz verleiht sind die
peinlichen Schauspielversuche des Casts. Der eine oder andere bringt seine
Rolle zwar glaubhaft rüber, doch ein Großteil der Crew wirkt einfach
fehlbesetzt. Die Tatsache, dass nicht weniger als vier Pornodarsteller
hierbei mit von der Partie sind sorgte zwar im Voraus für etwas
Aufmerksamkeit, allerdings stellt sich die Ernüchterung schnell ein. Jenna
Jameson, Chasey Lain, Ginger Lynn Allen und Taylor Hayes machen ihre Sache
allesamt nicht sonderlich überzeugend, insbesondere bei den drei
erstgenannten merkt man, dass sie nur ihres bekannten Namens wegen in den
Cast aufgenommen wurden. Für eine weitere Enttäuschung sorgt des weiteren,
dass "Evil Breed" längst nicht mit dem T & A Level aufwartet,
mit dem man anhand der HC Darstellerinnen hätte rechnen dürfen, auch wenn
man, was nackte Haut angeht, natürlich nicht gänzlich leer ausgeht.
Groß angekündigt ist "Evil Breed - The Legend of Samhain" leider
nicht viel mehr als ein vorhersehbares Massenprodukt, wie es sie im B-Movie
zuhauf gibt. Dafür, dass hier tatsächlich ein gewisses Budget zu Grunde
lag, ist die Inszenierung zu billig ausgefallen, das jedoch ist nicht die
einzige Schwäche des Films. Die Story ist absolut austauschbar,
vorhersehbar und kaum spannend, die blutigen Sequenzen wurden alle in das
letzte Drittel des Films gepresst, wodurch sich vor allem anfangs und im
Mittelteil des öfteren mal Langeweile breit macht. Die Dialoge sowie das
Verhalten der Charaktere fallen äußerst negativ auf, Lorbeeren können
sich auch die Schauspieler nicht verdienen, was insbesondere für die
Pornodarstellerinnen gilt. Splatterfans können mal einen Blick auf
"Evil Breed" werfen, mehr als ein paar wenige gute Effekte kann
der Film aber nicht bieten. |