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EVIL DEAD TRAP ist wohl einer der bekanntesten
Vertreter des modernen japanischen Horror- (Splatter-) Kinos. Die Story
selbst kann man nun ja nicht gerade als sehr innovativ bezeichnen, bildet
sie doch gewissermaßen lediglich eine Verquickung verschiedener Motive
bereits einschlägig bekannter Filmklassiker. Zu nennen wäre da z.B. New
York Ripper / Maniac (Splatterszenen), Psycho (Schizophrenie-Motiv) oder
Basket Case (Latex-Happening am
Ende des Films). Auch besitzt der Film zum Ende hin ein paar Längen, die
verbunden mit ein paar kleineren Ungereimtheiten im Drehbuch den Filmgenuss
ein wenig trüben. Dass der Film den Betrachter dennoch in seinen Bann zieht
und im Gedächtnis bleibt, liegt allerdings in den expliziten
Gewaltdarstellungen und seiner streckenweise sehr eindringlichen
Atmosphäre, die nicht zuletzt durch ungewöhnliche Kameraeinstellungen
kreiert wird. Besonders gelungen sind dabei vor allem die Szenen, in denen
fast minutenlang das Stakkato-Blitzlicht der Kamera eines Reporters als
einzige Lichtquelle die Dunkelheit erhellt, wodurch sich das Geschehen wie
in Zeitraffer abzuspielen scheint.
Die Splatter-Szenen haben es wirklich in sich
und lassen die Erinnerung an die Blütezeit des (italienischen)
Splatter-Kinos aufleben, das ganze jedoch qualitativ auf wesentlich höherem
Niveau. So wird u.a. die Zerstechung eines Augapfels dermaßen effektvoll in
Szene gesetzt, dass selbst dem New York Ripper das Quaken im Halse stecken
bleibt. Es erübrigt sich wohl zu sagen, dass der Film dem
Otto-Normal-Filmkonsument stellenweise einen starken Magen abverlangen
dürfte...
Einen gewissen Italo-Flair erhält das ganze
letztendlich auch durch den dezenten Soundtrack, der durchaus auch einem
Argento-Film entliehen sein könnte.
Im Gegensatz zu einer Vielzahl ähnlicher
Vertreter des asiatischen Kinos verzichtet EVIL DEAD TRAP glücklicherweise
auf jeglichen (oftmals ohnehin fehlplatzierten, da überriebenen)
humoristischen Unterton, sodass er als grimmiger, düsterer Genre-Beitrag
trotz oben genannter Mängel durchaus überzeugen kann.
Fazit:
Kein bahnbrechender, dafür aber umso deftiger japanischer Splatter-Film mit
Motiven moderner Horror-Klassiker. Ein räudiger Mix aus Blairwitch Projekt,
New York Ripper, Psycho und Basket Case!!! |