|
John
Eastland und Michael Jefferson kämpfen in Vietnam Seite an Seite.
Die beiden Kollegen müssen einiges mitmachen und entkommen nur
knapp dem Tod. Nach längerer Gefangenschaft kehren sie eines
Tages in die USA zurück und versuchen in New York ein normales
Leben zu führen.
Dieser Versuch wird allerdings auf den Kopf gestellt, als die
beiden Ex-Soldaten einen Überfall beobachten und beherzt
eingreifen. Sie können die Räuber zwar in die Flucht schlagen,
diese kommen aber wenig später zurück um Rache zu üben. Michael
wird dabei das Genick gebrochen, was ihn zu einem Pflegefall
macht. John hat es auch erwischt. Allerdings nicht körperlich.
Dinge sind aus seiner Erinnerung zurückgekommen, die er
eigentlich verdrängt hatte. Er ist nun wieder der todbringende
Soldat, der er einmal war und legt sich nicht nur mit seinen
Peinigern an, sondern mit der kompletten kriminellen Unterwelt der
Stadt. Der Exterminator ist geboren… |
|
„Exterminator“
ist einer dieser Filme, die man eigentlich gar nicht sehen möchte.
Man weiß, dass einen eine Mischung aus Vietnam-Krieg und
One-Man-Show like Charles Bronson erwartet. Und das im
B-Movie-Format. Aber der Titel löst Faszination aus. Gerade weil
es eine Cut und eine Uncut-Version gibt, die sich in vielen
Minuten unterscheiden. Wer sich einmal das gestutzte Werk angetan
hat will dann unbedingt die ungeschnittene Fassung betrachten.
Die Geschichte ist, wie man sich denken kann, recht eintönig.
Allerdings gibt es zu Beginn doch etwas Abwechslung. Man befindet
sich nämlich in einem Foltercamp in Vietnam und kann einige
Explosionen und sogar eine Kopf-Ab-Szene bestaunen. Dann geht es
nach good old America, wo die beiden Protagonisten erst mal in
einer Spedition am Hafen arbeiten. Bis hier hin macht der Film
noch Laune. Als der „Exterminator“ dann aber umherläuft um
einen nach dem anderen den Garaus zu machen, wird es monoton.
Man kann die Kälte von New York spüren. Den Hass, der langsam
aber sicher aufsteigt und zu explodieren droht. Allerdings bietet
die Geschichte nichts Neues mehr. Der „Exterminator“ rennt nur
noch umher, um sein nächstes Opfer zu finden. Dies ist dann auch
der Grund, warum man bei der Stange bleibt. Gartenkralle,
Fleischwolf und Elekro-Messer sind die Sachen, die noch für
Abwechslung sorgen. Und in der sieben Minuten längeren
Uncut-Fassung sogar stellenweise sehr heftig. Die Effekte sind
dabei ganz gut gemacht. Ohne CGI oder ähnlichem Gedöns. Aus
Pappe und Knete werden hier noch Spezialeffekte auf den Bildschirm
gezaubert, die sich gut angucken lassen.
Die Darsteller spielen für einen ernstgemeinten Film viel zu übertrieben.
Die Authentizität bleibt entsprechend dem Talent der Beteiligten,
auf der Strecke. Auch
die deutsche Synchronisation tut ihr übriges dazu bei, dass man
den Film nicht ganz so ernst nehmen kann, wie es sich Regisseur
James Glickenhaus der einige unbedeutende Actioner in seiner Vita
stehen hat, wohl erhofft hat. Das ist natürlich schade, da
einiges an Kaltblütigkeit verpufft.
Was auch nicht gerade gut tut und somit als weiterer Kritikpunkt
hinzugefügt werden muss, sind einige Längen im Ablauf. Gerade
dann, wenn der „Exterminator“ auf Opfer-Suche geht, scheint
ein manches Mal die Zeit stillzustehen: Nicht passiert und man
kommt dem Ende des Streifens nicht näher.
Aber immerhin gibt es nicht nur negative Punkte sondern auch
einige positive. Der Anfang macht Spaß, die Szenen, in denen der
„Exterminator“ das Böse auslöscht machen (natürlich nur
ungeschnitten) Spaß und letzten Endes macht der Film auch atmosphärisch
Spaß. Dann, wenn die Kälte New Yorks zu spüren ist, oder man
sich in diesem, 1980 gedrehten Film, an den Anfang der 80er Jahre
zurückversetzen kann. Zudem werden einige schöne Bilder von
„Big City“ eingefangen und die Musik ist ab und an richtig
nett zu verfolgen.
Für nebenbei reicht der Streifen also allemal. Man darf bloß
nicht mehr als einen mittelprächtigen B-Action-Film mit leicht
erhöhtem Gewaltanteil und dafür leicht gesenktem Tiefgang
erwarten. Quasi ein „Ein Mann sieht rot“ oder „Taxi Driver“
für Arme… |