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Wer hätte William Malone nach dem
soliden „Haunted Hill - Evil Loves to Party” und dem mäßigen
“Fear Dot Com” sowie seiner vernachlässigbaren filmischen
Vergangenheit zugetraut, dass er einen richtig guten Genrebeitrag
für die „Masters Of Horror“ Serie aus dem Hut zaubert? Und
überhaupt als Regisseur für die Serie nominiert wird? Sicherlich
nicht viele, dennoch hat er mit „Fair Haired Child“ einen Film
geschaffen, der von vorne bis hinten (und noch mal zurück)
überzeugen kann.
Der Film beginnt zwar träge und
Befürchtungen machen sich breit, dass es sich um irgendetwas
Neumodisches mit Teenagern zu tun hat, dieser gewonnene Eindruck
wird aber rasch zerstört. Zum Glück. Denn was im Keller „abgeht“
ist astreiner Terror-Horror, der allen gefallen wird, die sich für
dieses Genre interessieren. Es ist dunkel, dreckig, mysteriös,
spannend und blutig. Zugegebenermaßen nicht zu blutig. Aber halt
genau richtig blutig.
Zu den genannten Vorzügen gesellt
sich noch die besondere Art, mit der Malone den Film in den Kasten
gebracht hat. Über die gesamte Spieldauer, den Anfang ausgenommen,
macht sich eine Stimmung breit, die so nur in wenigen Filmen zu
betrachten ist. Verstörend, leicht wirr, holperig, kühl und
visuell belastend. In der Gesamtheit aber äußerst genial und
faszinierend. Lori Petty („Tank Girl“, „Route 666“ ) und
William Samples spielen dabei eine gewichtige Rolle, als
durchgeknalltes Ehepaar. Erstaunlich, wie sie die Rollen, die sehr
überdreht sind, relativ glaubhaft in den Kasten bekommen. Lindsay
Pulsipher spielt die Rolle der Tara solide Jesse Haddock kann aber
keine gute Leistung attestiert werden, da er seine Rolle einfach zu
hölzern runterleiert.
Inhaltlich wird eigentlich mehr
erzählt, wie verarbeitet werden kann. Gerade wenn es um das Ehepaar
und ihre schrägen Absichten geht. Malone versteht es aber auch,
immer wieder „einfache“ Szenen zu zeigen, die aufgrund der Angst
vor dem Ungewissen viel Spannung erzeugen. Es ist zwar nicht
unbedingt viel Tiefe vorhanden, dafür deckt Malone aber viele tiefe
Abgründe auf.
Die Szenen spielen sich in wenigen
Kulissen ab, hauptsächlich im dreckigen Keller. Dadurch wird neben
der Spannung auch eine dichte Horror-Atmosphäre geschaffen, auf der
sich der Film tragen lässt. Blutige Szenen gibt es kaum, diese sind
aber auch nicht unbedingt notwendig, da der Terror größtenteils
psychischer Natur ist.
Einzig zu bemängeln wäre eigentlich
nur die Computer-Animation des „Es“. Sie wirkt ein wenig
abgehackt und unrund, versteht es aber trotzdem, dem Betrachter eine
gehörige Portion Angst einzujagen.
Alles in allem muss man zum Schuss
kommen, dass „Fair Haired Child“ sicherlich einer der besten
Beiträge zur „Masters Of Horror“ Reihe ist. Er ist über die
gesamte Spielzeit extrem unterhaltsam, dazu spannend und
schockierend und weist viele verstörende Momente auf. Malone ist
ein kleines Kunstwerk gelungen, mit dem niemand rechnen konnte.
Diese Tatsache macht den Film umso empfehlenswerter. |