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Der ungewöhnliche Filmbeitrag „Firecracker“
ist sicherlich nur ein Film für ausgewähltes Publikum. Zwar
befasst er sich mit einer Geschichte, die sich in Wahrheit so
abgespielt haben soll, ist aber alles andere als die
Wiederspiegelung irgendeiner Realität. Dies wird schnell klar, wenn
man mit dem hauptsächlichen Stilmittel von Regisseur Steve
Balderson konfrontiert wird. Alles, was nichts mit der bunten Welt
des Zirkus zutun hat, wird kalt, starr und farblos dargestellt.
Hierfür verzichtet Balderson komplett auf Farbe. Wenn dann aber die
bunte Welt des Zirkus, mit all seinen schillernden Gestallten im
Fokus ist, wird alles in grell leuchtenden Farben dargestellt.
Gleich zu Beginn weiß der Film sehr gut zu gefallen. Die düstere
Darstellung versprüht eine besondere Atmosphäre und eine leicht
verstörende Stimmung und es werden wunderschöne Bilder
eingefangen. Die anfänglichen Dialoge wecken Interessen und machen
Lust auf mehr. Man weiß zwar nicht wirklich, was „Firecracker“
erzählen will, bleibt aber gespannt am Ball.
Auch als in
den Zirkus geht, der eher einem Jahrmarkt ähnelt, reist der
Informationsfluss nicht ab. Dazu gibt es dann auch wieder wunderbare
Bilder, die, wie erwähnt, eine ungeahnte Farbpracht aufweisen und
mit nahezu genialen Kamerafahrten eingefangen werden. Doch wenn sich
die Eindrücke setzten, und der Film dann immer dialoglastiger wird,
kann das anfängliche Interesse schnell verfliegen. Denn „Firecracker“
hört fast auf die Geschichte weiterzuerzählen und fängt an
dahinzuplätschern. Es wird viel erzählt, doch nur allzu wenig
gesagt. Man merkt, dass der Film nicht, wie anzunehmen ist, ein
Kriminalfilm ist, sondern eher in Richtung Drama abrutscht. Hierfür
werden aber eindeutig zu wenig menschliche Abgründe gezeigt.
Balderson schafft es zwar, die zwei von ihm entwickelten Welten
kontrastreich gegenüberzustellen, dass Gezeigte hat aber nicht
genug Potential um dauerhaft zu unterhalten. Vor allem weil die
Spannung, die ja nun mal ein wichtiges Element in Filmen ist, fast
gänzlich fehlt.
Ebenso
fehlt es etwas an schauspielerischer Ausdruckskraft, um die
außergewöhnlichen Charaktere glaubhaft auf den Bildschirm zu
bringen. Zwei der fünf Hauptrollen sind interessanterweise doppelt
besetzt. Zum einen der männliche Part von Frank und David, die von
Mike Patton recht blass und manchmal etwas übertrieben gespielt
werden. Patton ist normalerweise Musiker bei der populären
Rock-Band „Faith No More“ und somit ist sein fader Auftritt
entschuldbar. Anders ist das bei der B-Movie-Legende und ehemals
Oscarnominierte Karen
Black. Sie spielt die Rollen der Sandra und Eleanore. Karen Black
ist in den letzten Jahren, durch die Rolle der Mother Firefly in
Rob Zombies „Haus der 1000 Leichen“, zu spätem Ruhm gekommen.
Doch auch sie schafft es nicht, die Rollen wirklich überzeugend und
mitreißend zu spielen. Ein Lob bleibt somit lediglich für
Schauspielneuling Jak Kendall
übrig, der die Rolle des Jimmy mit Leben füllt.
Alles in allem ist „Firecrackers“
zwar ein interessanter, aber keine sonderlich unterhaltsamer und
einfach zu guckender Streifen. Es fehlt schlicht und einfach an
Spannung und einem dickeren Drehbuch. Die visuelle und technische
Seite ist zwar einwandfrei, was für eine Low-Budget Produktionen ja
nicht gerade alltäglich ist, die Langatmigkeit beraubt ihn aber
seiner verdienten Lorbeeren. Das ist sicherlich etwas schade, lässt
aufgrund der guten Arbeit von Regisseur
Steve Balderson für die
Zukunft auf mehr hoffen. |