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Bereits im Jahre
1968 verfilmte der 2006 verstorbene Regisseur Richard Fleischer („20.000
Meilen unter dem Meer“ (1954), „John Christie, der Frauenwürger von
London“ (1971), „Amityville 3“ (1983) uva.) den Fall eines Mörders,
der Anfang der 60er Jahre Boston unsicher machte.
Albert Henry DeSalvo
wurde als einer der ersten Menschen als Serienmörder von den Medien
wahrgenommen. „The Boston Strangler“ wurde später verhaftet und es
wurden ihm 13 Morde zur Last gelegt. Allerdings konnte kein einziger
nachgewiesen werden. Der am 3.9.1931 in Massachusetts geborene Albert Henry
DeSalvo bekannte sich zwar zu den Morden, wurde ihrer aber nie angeklagt.
Trotzdem wurde der Serienverbrecher und Vergewaltiger zu lebenslanger Haft
verurteilt, die er bis zum 26. November 1973 absaß. Dieses Datum ist sein
Todestag, den ein Mithäftling mit einem Herzstich herbeiführte.
Die Thematik ist
sicherlich nicht so interessant wie die anderer Serienmörder. Und filmisch
umgesetzt wurde das Ganze auch nicht besonders gut. Gerade weil der Film „Der
Frauenmörder von Boston“ doch etwas mit Informationen über den
Protagonisten geizt. Auf seine Lebensgeschichte wird kaum eingegangen. Das
er eine schwere Jugend hatte, bereits als junger Mann hohe kriminelle
Energien entwickelte, dass er viele Jahre bei der Army in Deutschland war
und dort seine Frau kennen lernte, dass er krank war...
Regisseur Richard
Fleischer konzentriert sich eher auf die Fahndung. Reißt das große „Warum“
nur an. Und das erst gegen Ende, nachdem man die ein und andere Filmlänge
hinter sich gebracht hat. Spannung kommt nur ganz selten auf, ebenso eine
dichte Atmosphäre. Abgelenkt wird man immer mal wieder von einer damals
neuen Technik: Dem Splitscreen-Verfahrens. Heute haut das sicherlich
niemanden mehr vom Hocker. Für die damalige Zeit war das früher sehr
aufwendige Verfahren aber ein Gesprächsthema.
Zudem haben die beiden Hauptakteure für positive Schlagzeilen gesorgt. Tony
Curtis und Henry Fonda glänzen in ihren Rollen. Curtis mimt den
Frauenmörder glaubhaft und Fonda präsentiert dem geneigten Betrachter
einen Polizisten, den man genau so sehen will, wenn es um die
Verbrechensbekämpfung geht. Tony Curtis erhielt 1969 die
Golden-Globe-Nominierung für „Der Frauenmörder von Boston“ als „Bester
Filmdarsteller“.
„Der Frauenmörder
von Boston“ sorgte zwar damals für großes Aufsehen, ist heute aber nur
ein Serienmörder-Film von vielen. Er geht nicht genug ins Detail um den
Betrachter zu beeindrucken, verstört kaum und verfügt über zu viele
Längen und zu wenig Abwechslung. Auch Freunde blutiger Effekte werden nicht
bedient, was aber niemanden verwundern dürfte.
Insgesamt
gesehen ist „Der Frauenmörder von Boston“ nicht mehr als ein
durchschnittlicher Film. Für True-Crime-Interessierte sicherlich
lohnenswert, allerdings darf man nicht zu viel erwarten. |