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Es war einmal ein
Science Fiction – Blockbuster mit Arnold Schwarzenegger. Sein
Titel: „TERMINATOR“ (James Cameron, USA, 1984). Dann war da noch
ein ebenfalls erfolgreiches Science-Fiction Movie „TOTAL RECALL“
(Paul Verhoeven, 1990) mit demselben muskelbepackten Recken. Beiden
Filmen gemeinsam war, abgesehen von ihrem immensen kommerziellen
Erfolg, dass sie (nicht zuletzt aufgrund des oben genannten
österreichischen Erfolgsgaranten, sowie der für ihre Zeit
bahnbrechenden Spezial-Effekte) auch enorm hohe Geldsummen für die
Produktion verschlungen haben.
Doch dann war da noch ein fleißiger und findiger Geselle namens
Roger Corman. Dieser werte Herr, bekannt für seine zahlreichen
filmischen Schnellschüsse und nicht zuletzt deswegen auch als „König
des B-Movies“ bezeichnet, zeigt wieder allen Produzenten, wie man
mit seinem Budget wirtschaftlich hauszuhalten hat: Wozu zwei teure
Filme drehen, wenn man für einen Bruchteil des Geldes beide Stories
in einem einzigen Aufguss verwursten kann?? Und Corman wäre nicht
Corman, wenn er sich lumpen lassen würde, dem ganzen nicht noch
eine weitere Story hinzuzufügen: illegalen Organhandel.
Irgendetwas wird dem Zuschauer davon schon gefallen. Sicher ist
sicher...
Die SF/X sind
teilweise auf dem Niveau besserer 70er Jahre Produktionen,
offensichtlich hat Corman’s Roger das Geld lieber in die Gage der
Hupfdolls investiert, die bei jeder noch so passenden Gelegenheit
ihre nackten Leiber beim Striptease um Metallstangen schlängeln
oder sich auf Motorrädern schlängeln. Tja, Sex sells, und der
Roger meint eben zu wissen, wie man technische Mängel geschickt
kaschieren kann...
Zwei – drei
explodierende Köpfe gibt es auch zu bewundern, das ganze allerdings
nur durch Blitze und Effekte sehr verzerrt als Resultat eines (bei
James Bond „Sag niemals nie“ angelehnten) Computer-Laser-Games.
Don „The Dragon“
Wilson hat als Terminator, äh.. sorry.. Cyberon (man beachte
das Wortspiel aus Cyborg und Cameron, vielleicht ein Tribut Corman’s
an seinen ehemaligen Schüler James Cameron für das Klauen des
Terminator-Themas??), eine obercheffige Sonnenbrille auf. Diese
lässt ihn nicht nur aussehen wie Puck - die Stubenfliege, sondern
liefert ihm z.B. beim Betrachten seines Gegenübers auch noch
höchst aufschlussreiche Informationen, die jedem Normal-Sehenden
wohl sonst nie auffallen würden: „Objekt: weiblich. Status:
unbewaffnet.“ Wow!! DAS ist Hightech in der Zukunft!!! Naja, so
ganz so bemitleidenswert scheinen die Erfindungen der Zukunft dann
aber wohl doch nicht zu sein: Man beachte die megacoolen „Direkt-am-Tisch-Bierzapfanlage
in der Kneipe!! Das sollte doch Mut und Hoffnung machen...
;-)
Ansonsten bringt die Zukunft des „FUTUREKICK“ nur wenige Neues:
Die sündige Meile heißt jetzt „rosa Zone“ (huch... HIER macht
dann eventuell die geschlechtererkennende Puck-Brille doch Sinn...),
die Helden sind immer cool, Frauen sehen immer nur schön aus, und
Bullen machen so philosophische Sprüche wie: „Glauben Sie
mir eins: Wir mögen es durchaus nicht, wenn prominente Mitbürger
ohne Herz und Leber aufgefunden werden!“
Die Handlung wartet auch nicht gerade mit Überraschungen auf,
sondern ist eher direkt und teilweise mehr als voraussehbar. Da sagt
z.B. Jeff Pomerantz (als durchtriebener Programmierer im „Freizeit-Franco-Nero“-Look)
extra zu seiner Frau: „Übrigens: Lass die Finger von dem neuen
Programm. Es ist noch nicht ganz ausgereift!“ Es Bedarf wohl
wirklich keines Telefonjokers, um zu wissen, was diese Frau wohl in
dem Moment tut, indem Howard das Zimmer verlässt??.... ;-)
Angesichts der
doch eher dürftigen Zeichnung der Charaktere erübrigt es sich wohl
zu sagen, dass die Darsteller seinerzeit wohl auch nicht unbedingt
mit einer Oscar-Nominierung zu rechnen hatten...
Na ja, da schon
die Story mehr oder weniger zusammengeklaut wurde, warum sich dann
nicht auch gleich bei der Filmmusik bei den Originalen bedienen?? Es
ist wohl kaum ein Zufall, dass sich der Zuschauer bei der
Titelmelodie der Eingangssequenz doch sehr stark an Brad Fiedel’s
coolen „Terminator“-Score erinnert fühlt und jeden Moment
erwartet, dass eine totenschädelzermalmende Kampfmaschine ins Bild
rollt.
Unter
Normalbedingungen könnte man „FUTUREKICK“ (der vom Titel her
eigentlich eher einen Hau-Drauf-Karate-Klopper erwarten lassen
würde) getrost als frech-dreisten Abklatsch und belanglosen
Trash bezeichnen. Geht der Zuschauer mit geringen Ansprüchen und in
Erwartung eben eines typischen Roger-Corman-Filmes (mit all seinen
trashigen Facetten...) an die ganze Sache ran, so kann „FUTUREKICK“
doch ein gewisser Unterhaltungswert nicht abgesprochen werden.
Fazit:
Total TERMINATOR Recall… Ein
typischer Roger Corman. Für Trashfans ganz passabel. Fans gehobener
Action können sich die Zeit eigentlich für ein weiteres mal
TERMINATOR-Gucken aufsparen... |