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Während in Deutschland sicherlich nur
die Wenigsten überhaupt von Jim Wynorski gehört haben dürften,
zählt der Mann in den USA zur Elite, wenn es wieder einmal darum
geht, irgend einen billigen Schund für einen Science-Fiction Sender
zu verfilmen. Zahlreiche Streifen mit derart abstrusen Titeln wie
"Komodo vs. Cobra" gehen auf sein Konto, doch auch etliche
Actionfilme finden sich in der Schaffensliste Wynorski's. Mit
"Gargoyles - Flügel des Grauens" hat er sich, und das
muss man ihm eingestehen, an ein Thema herangewagt, dass im
Horrorfilm bislang kaum Beachtung fand. Den meisten sind die
Gargoyles wohl aus der gleichnamigen Zeichentrickserie von Disney
ein Begriff, zudem hat sie jeder schon an Kathedralen gesehen,
obwohl dort der Begriff Wasserspeier geläufiger ist.
Wie dem auch sei. Wenn man den Namen Jim Wynorski hört, ist es
eigentlich klar, dass man von dem Film nicht zu viel erwarten sollte
und das dieser sich wohl kaum mit der Mythologie der Gargoyles
auseinandersetzen wird. Es ist ein geläufiger Fakt, dass die Wesen
bei Tage zu Stein werden, um dann bei Nacht zum Leben zu erwachen.
Darauf gehen die Drehbuchschreiber hier überhaupt nicht ein. Die
Gargoyles haben in dem Film überhaupt nichts mystisches mehr, sie
sind einfach übergroße Vampire, die allerdings mehr einem Tier,
als einem Menschen ähneln.
Aus der Story hätte man meiner Meinung nach viel machen können, um
so mehr enttäuscht es dann, dass die Geschichte sich als 08/15
Strickmuster präsentiert. Die Gargoyles wären mit allen anderen
Monstern austauschbar, sie sind lediglich dazu da, hin und wieder
mal einen Menschen umzubringen, doch mit Hintergrundinfos oder
Fakten über sie werden wir nicht versorgt. Der Anfang lässt noch
große Erwartungen aufkommen, als eine Frau im Rumänien des Jahres
1532 mit ihrer Pferdekutsche durch unheimliche Wälder holpert und
dabei von einem der Flugwesen angegriffen wird. Sobald dann aber der
Plot mit den beiden CIA Agenten einsetzt, geht jedwede Spannung und
Horrorstimmung flöten. Das Ganze erweist sich über einen langen
Zeitraum hinweg als kostengünstiger B-Actionkrimi, in der viel
geballert und leider noch mehr gequatscht wird, bis dann endlich mal
wieder der Gargoyle zum Einsatz kommen darf.
"Gargoyles" hat seine positiven Seiten, doch diese finden
kaum Verwendung. Die Charaktere sind oberflächlich gehaltene
Standard-Typen, die Spannungsmomente vorhersehbar und kaum
vorhanden. Um so mehr überrascht es da, dass der Gargoyle selbst
noch verhältnismäßig ok aussieht. Für einen Film dieses
Kostenbereichs, versteht sich. Man erkennt in jeder einzelnen
Einstellung, dass das Vieh aus dem Computer stammt, was aber nichts
daran ändert, dass man derartiges in anderen Filmen schon
schlechter gesehen hat.
Gewalt gibt es, wie die Freigabe ab 12 Jahren schon verrät, beinahe
keine zu sehen. Lediglich eine eher schlecht dargestellte
Enthauptung wird einem präsentiert, ansonsten schnappt der Gargoyle
seine Opfer stets in Sekundenschnelle und fliegt mit diesen davon.
Hört sich nicht so berauschend an, ist es auch nicht. Um so
erfreulicher ist da, dass das Monster recht viel Screentime bekommt
und auch des öfteren in seiner vollen Pracht gezeigt wird. Ein im
Übrigen gutes Stichwort, da die Landschaftsaufnahmen eine gute
Abwechslung zu den öden Stadtszenen in Bukarest darstellen. Gedreht
wurde wohl an Originalschauplätzen, die vielen Schlösser, Ruinen
und Wälder sehen sehr stimmig aus und fügen sich gut in den Film
ein.
Na ja, was soll man zu einem Film wie "Gargoyles"
großartig sagen? Es ist billig gemachter 08/15 TV-Schund, den man
sich guten Gewissens sparen kann. Die Schauspieler agieren hölzern
und sind kaum talentiert, die Story ist, bis auf die Szenen mit dem
Gargoyle, langweilig und kann auch nicht mehr mit dem Nebenplot um
eine Verschwörung der Kirche begeistern. Für einen Monsterfilm ist
das Teil viel zu unblutig, dagegen war ja sogar "Mr. & Mrs.
Smith" ein zweiter "Natural Born Killers". Für ein
Film diesen Kalibers war mir das ganze einfach zu ernst, es hat der
trashige Unterton gefehlt, der alles mit einem Augenzwinkern
versieht. "Gargoyles" hat seine guten Momente, ist aber
weit davon entfernt, als passabler Film durchzugehen.
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