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Guckt man sich, vor der eventuellen
Betrachtung dieses Streifens, Kritiken zu „Ghost Lake“ an, so
kristallisiert sich da eine eindeutige Meinung heraus: Bloß nicht
gucken. Wenn das mal nicht Grund genug ist, sich die Silberscheibe
zuzulegen und sich selbst ein Bild von diesem stümperhaften
Machwerk zu machen...
Und kaum hat die DVD ihren Weg in den heimischen Spieler gefunden,
wird es klar: Die Rezensenten hatten Recht. Und wie. Man bekommt
Grausames geboten, aber leider nicht in der Form, wie es sich der
Freund von Horror-Filmen wünscht. Die Story hat weder Hirn noch
Herz und scheint bei einem schnellen Toilettengang fertig
geschrieben worden zu sein. Dummdialog reiht sich an Dummdialog und
einige Darsteller... ne... da fällt selbst demjenigen, der schon
viele Filme gesehen hat, nicht mehr viel zu ein.
“Aber ist ja nicht so schlimm“ denkt man sich, wenn das trashige
lustig wird und die angepriesene „Mischung aus Splatter und
Komödie“ aufkommt, wird alles gut. Darauf wartet man dann aber
leider vergeblich. Zugegebenermaßen sind zwei, drei Dialoge der
lustigen Art dabei, dies aber nur aufgrund von groben Blödsinn
seitens der Macher. Wahrscheinlich ist das sinnlose Gebrabbel im
Film sogar erst gemeint... Und splattertechnisch gibt es bei diesem
FSK 16 Streifen nur eine einzige Szene, wo Blut spritzt. Und das
auch noch mit einem Billigst-Effekt in die Kamera. Selbst zu
C64-Zeiten gab es da bessere Animationen. Und das mit den
Blutspritzern ist lange nicht der einzige Computer-Effekt. Wo es
geht werden Bits und Bytes verstreut und man meint, das es jedes Mal
schlimmer wird. Was auch richtig schlimm ist, ist eine Autopsie an
einer Leiche. Die Einzigen, die wohl nicht merken, dass das Skelett
aus der hiesigen Schule stammt, war wohl das Spezialeffekt-Team.
Mehr brauch man dazu nicht zu sagen...
Aber auch sonst bringt „Ghost Lake“ noch so einigen Schwachsinn
mit sich. Es gibt ein wildes Gelaber mit Theorien um die Zahl 13,
die im Film einen zentralen Punkt spielt. Was man sich da anhören
muss, treibt selbst die Atheisten zum Wahnsinn. Es fehlt da nur noch
die Aussage, dass Jesus 13 Zehen hatte. Und den Darstellern wird
auch einiges abverlangt. So zum Beispiel einem Angler, der etwas am
Haken hat. Anstatt es mit seiner Angelroute an die Oberfläche zu
befördern, kniet er sich auf den Steg, gleitet mit seiner Hand
Richtung Wasser um das Fischlein rauszuholen und wird dann von einer
gruseligen Mischung aus Zombie und Computeranimation ins Wasser
gezogen. Da muss man echt aufpassen, dass man sich nicht vor der
Überdosis Blödsinn erschreckt.
Wie bereits erwähnt, ist das Ganze aber leider nicht witzig
geworden, sondern nervt über die gesamte Spielzeit des Films, die
mit über 100 Minuten viel zu sehr in die Länge gezogen wurde.
Gerade gegen Ende, wenn man vergeblich auf einen spektakulären
Showdown wartet, macht sich das bemerkbar. Die Story zieht sich wie
ein zäher Kaugummi in die Länge.
Aber, man soll es kaum glauben, es gibt auch einen Grund, sich „Ghost
Lake“ anzugucken. Dieser ist die freizügige, hübsche Blondine
Tatum Adair, der man sogar so etwas wie schauspielerisches Talent
nachsagen kann. Sie hat zwar ein dämliche Rolle im Film, versucht
aber einige Probleme mit Sex zu lösen und das wird sicherlich
keinen der männlichen Betrachter des Films abschrecken.
Aber unterm Strich bleiben dann doch eher die negativen Eindrücke
in der Hirnrinde zurück, die ja schließlich auch weit über 99%
des Films ausmachen. Schlimme CGI, Splitt-Screens die dort platziert
sind, wo man keine hinsetzt, schaurig agierende Nebendarsteller und
das dümmliche Drehbuch. Wenn die ganze Sache dann nicht mal über
die angepriesene Witzigkeit und Spezialeffekte verfügt, dann bleibt
einem nur zu sagen: „Ker... hätte ich die Warnungen doch mal
ernst genommen...“
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