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Sie haben den modernen
Horrorfilm berühmt gemacht. Filme wie „Freitag der 13.“,
„Halloween“, oder auch „Nightmare On Elm Street“.
Allesamt Streifen die dem Subgenre des Slasherfilms
zuzuordnen sind und an den Kinokassen einige Dollar für die
herstellenden Unternehmen eingespielt haben. Einige Jahre
nach dem großen Slasherboom gibt es nun eine längst
überfällige Dokumentation, die unter dem Titel „Going To
Pieces: The Rise And Fall Of The Slasher Film“ versucht,
im Nachhinein hinter die Kulissen der verschiedensten
Genrebeiträge zu blicken. Eins vorweg: „Going To Pieces:
The Rise And Fall Of The Slasher Film“ ist eine wirklich
hervorragende Dokumentation, allerdings mit der “Schwäche”
das sie prinzipiell zuviel zeigt. Denn zum einen wird dem
unerfahrenen Neufan einiges vorweggenommen und zum anderen
könnte der Film ein ernsthaftes Problem mit der Zensur
bekommen, da in der amerikanischen Originalversion viele
Szenen enthalten sind, die einige Filme mit dem
unrühmlichen §131 in Kontakt brachten. Allerdings bleibt
zu hoffen, dass der eingeschlagene Weg der bewertenden
Behörden weitergeführt wird, und die meist sinnfreie
Zerstückelung ein Ende hat.
Aber zurück zur
Dokumentation. „Going To Pieces: The Rise And Fall Of The
Slasher Film“ beschäftigt sich mit dem populärsten und
wirtschaftlich erfolgreichsten Subgenre des Horrorfilms. Es
wird aber nicht nur auf die oben bereits genannten Titel
eingegangen, auch weniger bekannte Titel wie zum Beispiel
„Ab in die Ewigkeit“, „Die Horror-Party“ oder „Todesschrei
per Telefon“ werden vorgestellt. In der Dokumentation gibt
es verschiedene Kapitel, die sich dann mit einigen Filmen
beschäftigen. Hierzu werden alte Zeitungsberichte
ausgewertet, Zeitzeugen befragt, Leute interviewt und
Werbematerialien gezeigt. Die Interviewten sind alleine
schon den Kauf der DVD wert. Fans des Horror-Films ist es
ein Hochgenuss Genre-Größen wie Betsy Palmer („Freitag
der 13.“), Tom Savini, Wes Craven, Rob Zombie, Joseph Zito
und viele mehr, auf dem Bildschirm zu beobachten, wie sie
ihre Meinung kundtun. Effektmeister Tom Savini erklärt
sogar die Entstehung einige seiner blutigsten
Spezialeffekte, die dann natürlich auch präsentiert
werden.
Besonders gut und
angebracht ist, dass sich die Dokumentation selbst fragt,
was eigentlich ein Slasher ist und welche Filme dieser
Filmkategorie angehören. Die Antwort auf diese Fragen ist
nicht leicht und bietet nicht das dar, was sich so mancher
vorstellt. Es ist nämlich nicht immer ein wahnsinniger,
maskierter Killer, der sich vornehmlich weibliche Teenager
schnappt um durch die Taten irgendeine
Vergangenheitsbewältigung zu verarbeiten. Sicher gibt es
einige stereotype Filme, die dieses Beispiel aufgrund von
fehlender Innovationsfähigkeit immer wieder
durchexerzieren, aber das Genre an sich hat weit mehr zu
bieten.
Da ist es auch nicht
verwunderlich, dass Filme wie „Psycho“, „The Devils
Reject“ oder „Hostel“ angesprochen werden. Allesamt
nicht sonderlich typisch für das Subgenre, aber nach
Meinung der Macher, respektive Adam Rockoff, der die
Buchvorlage zur Dokumentation schrieb, durchaus Teil des
Ganzen. Rob Zombie, Regisseur von „The Devils Rejekt“
und „Haus der 1000 Leichen“ erklärt dem Publikum seine
Sicht der Dinge.
Es wird aber auch auf Erfolg
und Misserfolg der Filmstudios geblickt. Wie Filme ungeahnte
Summen an der Kinokassen einspielten und wie daraufhin ein
Heer von Filmemachern auf den fahrenden Zug aufsprang. Und
das ist bei weitem noch nicht alles, was „Going To Pieces:
The Rise And Fall Of The Slasher Film“ zu bieten hat. Es
gibt noch skurriles am Rande, Einflüsse der Filmemacher,
die Wahl der Waffen, den Giallo, Verwirrungen der
Slasher-Fans, die Wiederauferstehung und vieles mehr.
Somit
ist „Going To Pieces: The Rise And Fall Of The Slasher
Film“ eine klare Empfehlung wert. Für
Freunde des Subgenre, Freunde des Horror-Films, Leute die
sich immer schon gefragt haben warum Filme verboten wurden
und Cineasten jeglicher Couleur. Diese können sich über
eines der schlichtesten und gleich abgründigsten Kapitel
der Filmgeschichte weiterbilden. Die Dokumentation ist
ähnlich „The American Nightmare - Der amerikanische
Albtraum“ (USA, GB 2000) und genau so sehenswert. Da
bleibt nur zu hoffen, dass die deutsche DVD ungeschnitten
auf den Markt kommt. |