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Was das
Subgenre des Tierhorrorfilms betrifft, ist es doch wirklich
erstaunlich, dass das Genre seit sehr vielen Jahren schon immer
wieder von den selben Storys lebt, bei den Fans aber immer noch
gerne gesehen ist. Verschiedenste Filmemacher, die innerhalb des
Horrorgenres tätig sind, werden einfach nicht müde, sich immer
wieder an ihre Schreibtische zu setzen, um die wildesten Einfälle
und Ideen auf Papier zu bringen. Welche Tiergattung gab es
eigentlich noch nicht, die uns als gefährliche Killer präsentiert
wurde? Von Bienen über Wale bis hin zu bösartigen Katzen wurde
wirklich schon alles erdacht, um den Fans des Genres etwas zu
bieten. Bei der 2006 entstandenen Produktion "Graveyard
Monster" (vielleicht war dem deutschen Vertrieb der
Originaltitel "Cemetery Gates" nicht reißerisch genug)
ist es nun ein Tasmanischer Teufel, der auf arglose
Klischeejugendliche losgelassen wird. Das besondere an diesem
Filmchen ist aber, dass er trotz seines niedrigen Budgets sehr gut
unterhalten kann und das er dem geneigten Zuschauer ein unerwartet
blutiges Splatterfest liefert.
Im Gunde genommen hätte ich es mir wirklich sparen können, dieses
Review mit einer Inhaltsangabe auszustatten, denn die Handlung des
Streifens ist derart mit Klischees überladen, dass man den Eindruck
erhalten könnte, dass "Graveyard Monster" sogar eine
Persiflage auf das Tierhorrorgenre sein möchte. Ob aber nun
ernstgemeint oder bewusst mit altbekannten Versatzstücken behaftet,
Fakt ist, dass der Film wirklich alles nur erdenkliche bietet, was
man schon aus anderen Genreproduktionen kennt. Dabei dürfte
insbesondere die Präsentation der Hauptfiguren für all jene eine
Zumutung darstellen, die die Angewohnheit haben, alles stets zu
ernst zu nehmen. Blöder kann man jugendliche Protagonisten nämlich
kaum zeigen. Zu dem eigentlichen Hauptprotagonisten Hunter kann man
keinerlei Sympathien aufbauen, und seine Begleiter sind da noch
schlimmer. Zwei Machos und eine vollbusige Blondine, die den
Filmdreh noch begleiten, denken ständig nur an das Eine und
scheinen über keinerlei nennenswerte Gehirnzellen mehr zu
verfügen. Spätestens wenn sich die beiden Typen eine
selbstgebrannte CD mit ihren eigenen Fürzen anhören, kann man
eigentlich nur noch den Kopf schütteln. Die einzige Aufgabe der
Blondine ist es derweil, für eine Portion Titten zu sorgen. Wenn
sie sich oben ohne präsentiert, um ein Sonnenbad zu nehmen, obwohl
keine Sonne am Himmel zu sehen ist, dann weiß man sehr schnell
über ihre Funktion bescheid.
Neben hitzigen Diskussionen, ob nun der Geruch eines Furzes oder das
Geräusch die Hauptsache wären, wird also noch viel über die
Titten des Blondchens gesabbert, so dass man heilfroh ist, wenn die
ständig geilen Amateurfilmer endlich abgeschlachtet werden. Dennoch
muss man sagen, dass die Jugendlichen längst nicht so nerven, wie
man es aus anderen Produktionen des Genres schon kennt, da sie
derart überzeichnet sind, dass man es kaum noch ernst nehmen kann.
Trash des Trashes willen ist hier eben die Devise und wer damit
nichts anfangen kann, der soll ich "Graveyard Monster"
halt auch nicht zulegen. Es ist eben kein ernstgemeinter
Hollywood-Horror à la "Saw" oder "Hostel", der
einem hier geboten wird, vielmehr visiert Regisseur Roy Knyrim ein
Zielpublikum an, das auch über Machwerke wie "Turkish Star
Wars" oder "Terror Firmer" lachen kann, ohne danach
das Bedürfnis zu haben, sich erschießen zu müssen.
Apropo Roy Knyrim: Den Guten dürften namentlich wohl die wenigsten
kennen, doch seine Schaffensliste spricht für sich selbst. So ist
Knyrim überwiegend im Special Effects Sektor unterwegs und sorgt
schon seit Jahren dafür, dass es bei zahlreichen Genrefilmen auch
so richtig spritzt. "Slugs", "2001 Maniacs",
"Toxic Avenger" 2 & 3, "Wishmaster 3" und
noch viele andere Horrorproduktionen wurden von Knyrim bereits mit
blutigen FX versehen, doch als Regisseur schuf der Effektekünstler
bislang noch nichts sonderlich Nennenswertes. Dass sich Knyrim in
seiner eigenen Produktion von seiner besten Seite zeigt und die rote
Suppe ordentlich spritzen lässt, dürfte klar sein. An diesem Punkt
wird einem auch wieder einmal die drastische Entwicklung der
deutschen FSK bewusst, denn während "Graveyard Monster"
vor einigen Jahren sicherlich eine Konfrontation mit §131 erlebt
hätte, wird er heute sogar schon 16 jährigen zugänglich gemacht.
Was man hier zu sehen bekommt, sollte garantiert jeden Splatterfan
über den Kaufpreis hinwegtrösten. Ausgerissene Gliedmaße und
zerteilte Körper, wohin das Auge sieht - wo der Tasmanische Teufel
zuschlägt, ist anschließend jedwede Leichenidentifikation schier
zwecklos. Die Opfer verlieren bei einem Angriff meist literweise
wild umherspritzendes Kunstblut und werden vom Tasmanischen Teufel
nicht selten meterweit durch die Luft geschleudert. "Graveyard
Monster" ist sicherlich nicht menschenverachtend oder
verstörend, doch wieso dieses Werk mit einer FSK 16 davongekommen
ist, will mir dennoch nicht einleuchten.
Es gibt guten Trash und es gibt Trash für die Tonne - ganz egal,
für welchen man sich entscheidet, mit einem allgemein
verträglichen Geschmack kommen wohl beide Varianten nicht überein.
So ist auch "Cemetery Gates" wirklich nur für all jene zu
empfehlen, die eine Vorliebe für schonungslos zelebrierten
Schwachsinn haben. Der Film ist von vorne bis hinten unlogisch und
dämlich, macht aber viel Spaß. Zu lachen gibt es auch reichlich,
oftmals unfreiwillig, ab und an aber gewollt (etwa in der
Drogenhalluzination eines Kiffers, in der ihm das Monster als
friedliches Zeichentrickwesen erscheint - diese Szene ist
kultverdächtig!). Der Freund des B-Movies wird von so viel
Schwachfug unterhalten, der ausreichen würde, um zwei Filme damit
zu füttern. Trotz einer Herkunft aus dem Low-Budget Sektor muss man
dem Film aber zugestehen, dass der Tasmanische Teufel recht passabel
aussieht. Er wird schnell in seiner vollen Pracht gezeigt, was
dafür sprechen sollte, dass die Macher keinen Hehl aus dem geringen
Budget gemacht haben. Und das ist ungemein sympathisch, ebenso wie
die Tatsache, dass der Streifen die meiste Zeit über am Tag spielt.
Einer der wenigen Aspekte, den ich als Negativ aufführen würde ist
der, dass dem Film zum Ende hin etwas die Puste ausgeht und die gut
90 Minuten Laufzeit auch etwas hätten heruntergekürzt werden
können.
Die Leistungen der Schauspieler reichen von gut annehmbar bis hin zu
unvorstellbar grottig. Kristin Novak etwa, die das Blondchen August
mimt, scheint es nichts auszumachen, dass sie nur ihrer Oberweite
wegen gecastet wurde, sie fühlt sich in dieser Rolle
augenscheinlich sogar recht wohl.
Freunde des phantastischen Films werden in der Besetzungsliste
einige bekannte Namen wiederfinden, wie beispielsweise Reggie
Bannister, welcher einem noch aus den "Phantasm" Werken
bekannt ist. All zu viel zu den Akteuren zu sagen ist aber
überflüssig, da sie genau so spielen, wie man es von einem
derartigen Film erwarten würde.
Trash, as Trash can - Mehr muss zu "Graveyard Monster"
nicht gesagt werden, handelt es sich hierbei doch um ein
Paradebeispiel dafür, dass selbst die dünnsten Handlungen mit
einfachsten Mitteln durchaus noch Spaß machen können. Wer zum
Lachen in den Keller geht und nichts für blutige Effektspektakel
übrig hat, sollte den Amoklauf des Tasmanischen Teufels meiden,
insbesondere Sympathisanten des Low-Budget Sektors werden mit Roy
Knyrim's Werk aber mit Sicherheit ihre Freude haben. Es ist gut zu
wissen, dass auch heute noch derartige Filme gedreht werden, die an
die guten alten 70er und 80er erinnern, als derartiger Unsinn noch
in Massen produziert wurde.
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