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Ach, sie
können es einfach nicht lassen. In regelmäßigen Abständen kommen
immer wieder Regisseure auf die glorreiche Idee, das
Teenieslashergenre wiederzubeleben und erneut aus der Versenkung zu
ziehen. Dass die meisten Versuche, das in letzter Zeit sehr
verrufene Subgenre wieder populär zu machen, kläglich scheitern,
muss an dieser Stelle wohl nicht erwähnt werden. Nach Werken wie
"Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast" und
"Scream" folgte eine nicht zu stoppende Welle an
ähnlichen Produktionen, die bis heute auf dem Vormarsch ist und
noch immer versucht, das Publikum mit den immer gleichen Storys noch
einmal zur Kasse zu bitten. Auf den ersten Blick handelt es sich
auch bei "The Greenskeeper" um nichts anderes als eine
x-beliebige Genreproduktion, die schon im Vorneherein dadurch einen
suspekten Eindruck erweckt, dass sie tatsächlich von drei
Regisseuren ins Leben gerufen wurde. Dabei darf aber weder Kevin
Greene noch Adam Johnson oder Tripp Norton ein hoher
Bekanntheitsgrad zugesprochen werden, bislang durften die Jungs im
Filmbusiness nur mal etwas herumschnuppern, anstatt richtig dick im
Geschäft zu sein.
Vielleicht erklärt sich auch so, dass aus "The
Greenskeeper" keine sonderlich ernsthafte Angelegenheit wurde,
sondern man einfach mal das Beste aus einer halbwegs passablen Idee
herausholte. Hierbei handelt es sich um eine eher dem Low-Budget
Sektor zuzuordnende Angelegenheit, der man den Spaß noch deutlich
ansieht, den alle Beteiligten am Dreh hatten. So viel lässt sich
ohne Umschweife sagen: Wer auf der Suche nach ernsthaftem, hartem
und kompromisslosen Horror ist,
der könnte hier nicht falscher sein, denn "The
Greenskeeper" ist so auf den Unterhaltungswert getrimmt, dass
er stellenweise wie eine reine Parodie auf das nicht immer sehr
beliebte Slashergenre wirkt. Letztendlich wird jeder die Frage für
sich selbst beantworten müssen, ob alle nur erdenklichen Klischees
hier nur schamlos auf die Spitze getrieben werden, oder ob
tatsächlich die Intention einer klassischen Parodie die treibende
Antriebskraft hinter dem Projekt war.
Letztendlich ist es aber völlig egal, ob man "The
Greenskeeper" nun als reinen Teenieslasher sieht, der gänzlich
aus den bekannten Versatzstücken besteht, oder ob man darin eine
Parodie zu erkennen glaubt, funktionieren kann der Streifen nur
dann, wenn man bereit ist, sich auf seine etwas unkonventionelle Art
einzulassen. In bester TROMA Tradition kommt der Streifen mit einem
knallbunten Look und den wohl dämlichsten Charakteren seit
Menschengedenken daher. Da wird dann schon auch mal hitzig darüber
diskutiert "ob auch heiße Schnecken scheißen" oder über
derartige Zwänge erhaben sind. Sich darüber aufzuregen hat leider
keinerlei Effekt, da man die 77 Minuten auf diese Weise wahrlich nur
schwer übersteht. Es ist nicht purer Trash, der einem hier serviert
wird, nicht so sehr over the top wie bei Lloyd Kaufman's eben
genanntem Filmstudio, vielmehr ist das Ganze schon wieder so
grenzdebil, dass man ständig über die Vermutung nachdenkt, ob der
Streifen nicht doch todernst gemeint ist und einfach von einem
Haufen Vollidioten inszeniert wurde.
In der ersten Hälfte ist davon, dass es sich hierbei um einen
"Teenieslasher" handelt, noch nicht viel zu sehen. Die
Handlung konzentriert sich auf Allen und eine ganze Schar anderer
Loser, denen man bei ihren alltäglichen Situationen auf Schritt und
Tritt folgen darf und dabei auch Zeuge von so manch
"tiefsinnigem" Gespräch wird. Dennoch wird das Treiben im
Golfclub niemals langweilig, da es letzten Endes von Green, Johnson
und Norton doch noch überraschend unterhaltsam inszeniert wurde und
das ist schließlich auch die Hauptsache bei einem Film wie diesem.
Ganz egal, wie dämlich das Geschehen auf dem Bildschirm wird,
Langeweile kommt nie bis selten auf, auch wenn man sich manchmal
schon die Frage stellt, von was man sich da eigentlich so gut
unterhalten lässt.
Sobald der Streifen dann anfängt eine härtere Gangart einzulegen,
wird auch endlich klar, wo die Freigabe ab 18 herrührt. "The
Greenskeeper" ist kurz davor, als Funsplatter durchzugehen,
doch dafür ist der Blutgehalt dann doch etwas zu gering. Wenn aber
Köpfe abgetrennt oder Gartensprinkler in tote Körper gesteckt
werden, worauf das Blut dann nur so durch die Gegend spritzt, dann
erzeugt das durchaus Stimmung. Kreativität beweist "The
Greenskeeper" auch in Hinsicht auf die Morde, da hier einem
endlich mal mehr als das übliche Larifari gezeigt wird. Da werden
Nägel in Tennisballmaschinen gesteckt und somit als tödliche
Geschosse verwendet, oder Wasserspritzanlagen anal eingeführt, um
den dümmlichen Kids so einen tödlichen Einlauf zu verpassen. Die
Morde sind nicht unbedingt zahlreich, aber wenn hier zur Sache
gegangen wird, dann deutlich unterhaltsamer als bei vielen anderen
Genreproduktionen. Letztendlich ist auch der Blutgehalt das Einzige,
was an einen Horrorfilm erinnert. Alles andere, seien es die bösen
Visionen Allen's oder der hin und wieder auftretende Versuch, so
etwas wie Spannung zu erzeugen, enden damit, dass man unweigerlich
Mitleid mit den Regisseuren bekommt und sich insgeheim für sie
wünscht, dass sie sich doch bitte nie wieder an einem Horrorfilm
versuchen mögen.
Die Schauspieler sind großteils eine Zumutung und so ist es keine
Seltenheit, dass sie über keinerlei erkennbare, schauspielerische
Fähigkeiten verfügen. Einige Rollen wurden dennoch passabel
besetzt. Es kann in einem derartigen Streifen nie schaden, wenn man
ausreichend zeigefreudige Damen heranschafft, die Tits & Asses
Fraktion dürfte jedenfalls ihren Spaß an dem Werk haben.
Ex-Pöbel-Baseballer John Rocker macht seine Sache souverän, ebenso
agiert Hauptdarsteller Allelon Ruggiero nicht ganz so mies, wie es
seine Rolle vermuten lässt. Dennoch ändert das nichts daran, dass
die meisten der darstellerischen Leistungen ebenso einem TROMA Film
entsprungen sein könnten.
"The Greenskeeper" ist keine sehr einfach einzuordnende
Angelegenheit. Auf der einen Seite ein durchaus unterhaltsamer
Teenieslasher, auf der anderen das beste Beispiel dafür, dass sich
dieses Genre mittlerweile nur noch
durch Selbstimitationen am Leben erhält. Andererseits wirken
sämtliche Klischees in dem Streifen schon wieder so überspitzt
präsentiert, dass die Vermutung nahe liegt, dass das Werk als
Parodie konzipiert war. Wie man es auch dreht und wendet, die
Mindestvoraussetzung, um "The Greenskeeper" etwas
abgewinnen zu können, ist, sein Gehirn einfach mal auszuschalten
und nicht weiter über das Treiben nachzudenken. So kann der recht
blutige und stellenweise auch spaßige Streifen nämlich durchaus
für gute Unterhaltung sorgen, so lange man nicht zu viel erwartet.
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