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Der Schrifsteller
H.P. Lovecraft (Jeffrey Combs) findet in einer unheimlich anmutenden und von
seltsamen Gestalten bewachten Bibliothek das sagenumwobene Necronomicon, das
Buch der Toten. Ohne zu ahnen, welches Unheil er damit heraufbeschwört,
öffnet er das Buch und schreibt drei düstere Schauergeschichten daraus ab:
In der ersten
Geschichte, "The Drawned", geht es um Edward De Lapoer (Bruce
Payne), der von seinem verstorbenen Onkel ein altes Haus an der Küste erbt.
Das trostlose Gemäuer verheißt nichts Gutes, was sich alsbald bestätigt,
als Edward einen Brief von seinem Onkel findet, in dem dieser von einem
tragischen Unfall berichtet, bei dem er Frau und Kind verlor. Edward's Onkel
konnte sich jedoch nicht mit dem Verlust abfinden und holte die Beiden mit
einem alten Ritual wieder ins Leben zurück. Seine Frau und seine Tochter
hatten sich jedoch sehr verändert, und wollten nun auch seinen Tod. Da
kommt Edward, der erst vor kurzem selbst seine Frau verloren hat, eine
Idee...
In der zweiten
Erzählung "The Cold", sucht der Reporter Dale Porkel (Dennis
Christopher) das Haus von Jane Ostermann (Bess Meyer) auf, weil in der
näheren Umgebung immer wieder Menschen verschwinden. Ebenso will er wissen,
was es mit den örtlichen Spukgeschichten auf sich hat, die von einem
verrückten Professor erzählen, der einst hier gelebt haben soll. Jane
erzählt dem Reporter daraufhin die Geschichte ihrer Mutter, die einst als
Untermieterin in dieses Haus zog und Dr. Madden (David Warner) kennen
lernte, der im oberen Stockwerk des Hauses lebte. Der Doktor verbarg ein
schreckliches Geheimnis, das ihn dazu zwang, immer wieder unschuldige
Menschen zu entführen und sie für seine tödlichen Experimente zu
missbrauchen. Zuerst kauft der gewitzte Reporter Jane diese Geschichte nicht
ab, muss dann aber schon sehr bald feststellen, dass sie auf grausamen
Tatsachen basiert...
Die dritte und
zugleich letzte Story, "Whispers", handelt von den beiden
Polizisten Sarah (Signy Coleman) und Paul (Obba Babatundé), die bei einem
Einsatz unerwartet in die Fänge des Schlächters geraten, ein schon lange
gesuchter und gefährlicher Killer. Nach einem Autocrash wird der verletzte
Paul tief in ein unterirdisches Katakombensystem entführt, woraufhin Sarah
ihm helfen will und seiner Spur folgt. In dem verwinkelten Tunnelsystem
trifft Sarah auf einen Mann (Don Calfa) und seine Frau (Judith Drake), die
Sarah jedoch direkt in die Fänge des Schlächters locken...
Während
Lovecraft diese Geschichten zu Papier bringt, öffnet das Necronomicon
plötzlich ein Tor zur Hölle, aus dem scheußliche, dämonische Wesen
treten... |
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Einem bekannten
Sprichwort nach verderben zu viele Köche den Brei. Lassen wir unsere
Gedanken mal beiläufig zu dem Anfang der 90er erschienen Horrorstreifen
"Two Evil Eyes" schweifen, dann kommt ein eher langweiliges
Ergebnis in die Erinnerung zurück, und deshalb war meine Befürchtung
groß, dass dies auch bei "H.P.Lovecraft's Necronomicon" der Fall
sein könnte. So gaben sich hier Brian Yuzna ("Return of the Living
Dead 3", "The Dentist", "Bride of Re-Animator"),
Christophe Gans ("Pakt der Wölfe", "Silent Hill") und
Shusuke Kaneko ("Azumi 2: Death or Love") die Ehre und versuchten
sich gemeinsam an drei Kurzgeschichten, die auf Storys von H.P. Lovecraft
basieren. Das Resultat? Ordentlich, und zumindest für Horrorfans ein echter
Leckerbissen!
Der Streifen ist
dabei wie die Meisten seiner Art inszeniert und arbeitet das typische Schema
ab. In diesem Fall gelangt H.P. Lovecraft himself in den Besitz des
legendären Necronomicon und geht in seinem Leichtsinn äußerst
unvorsichtig damit um. Zur Freude des Zuschauers, versteht sich. So kommen
wir nämlich zuerst in den Genuss dreier Kurzgeschichten, eine jeweils von
einem der drei Regisseure inszeniert, und dürfen zum Schluss noch erfahren,
wie es Herrn Lovecraft letzten Endes ergeht, schließlich wäre es ja
langweilig, würde nicht auch der einleitende Plot zu Ende geführt werden.
Wie dem auch sei.
Da hier unterschiedliche Filmemacher am Werk wahren, ist es sicherlich keine
Überraschung, dass sich die Episoden "The Drawned", "The
Cold" und "Whispers" qualitativ voneinander unterscheiden.
Genau so wie ich es erwartete, beherbergten die drei Storys zwar an und für
sich den selben Grundton, es werden ja schließlich Geschichten von ein und
denselben Autor verfilmt, doch von der Machart her sind klare Unterschiede
festzustellen.
Zuerst ist
Christophe Gans an der Reihe, der sich mit "The Drawned" auf den
ersten Blick an eine klassische Gruselstory heranwagen darf. Ein
verbitterter Mann bezieht ein ihm vermachtes, abgeschiedenes und
unheimliches Haus und kommt schon bald hinter die Geheimnisse seines
verstorbenen Onkels, ja, darf sogar auf dessen Pfaden wandeln. Diese
Geschichte benötigt zwar seine Zeit, bis sie mal Schwung bekommt, doch
dafür hat es mich dann um so mehr überrascht, welche Kaliber Gans
aufzufahren weiß. Spätestens dann, wenn die verstorbenen, mittlerweile
überaus schleimigen Verwandten aus dem Meer zurückkommen, bietet die Story
einiges an Special Effekten, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen
lassen. Am Ende darf dann sogar noch der Meeresgott Dagon durch den
Fußboden des Hauses brechen, was effektmäßig auch umwerfend inszeniert
wurde.
Als nächster an
der Reihe ist Shusuke Kaneko, der mir vor diesem Film gänzlich unbekannt
war und der zur Zeit des Drehs anscheinend kein Wort Englisch sprach.
Dafür, dass ich mit Kaneko zuerst nichts anfangen konnte, hat mir seine
Kurzgeschichte "The Cold" sehr gefallen, da sie bisweilen sehr
stark an die kultige TV-Serie "Geschichten aus der Gruft"
erinnert. Hier haben wir eine klassische Horrorgeschichte vorliegen, in der
sich das Grauen langsam anbahnt und einen dann um so mehr in den Bann zieht.
Die Handlung über den Wissenschaftler, der nur bei eisiger Kälte
überleben kann, und ansonsten zu schmelzen beginnt, ist klasse inszeniert
und voller Wendepunkte. Auch hier kommen die Effekte nicht zu kurz.
Insbesondere das langsame Verflüssigen und Auseinanderfallen des Doktors am
Ende ist wunderbar schleimig und blutrünstig in Szene gesetzt.
Als letzter ist
Brian Yuzna dran, von dem ich mir auch das Beste erhoffte. Yuzna hat mit
zahlreichen Streifen im Horrorgenre schon auf sich aufmerksam gemacht, von
denen mir auch viele zusagten. Leider hat sich der Gute mit
"Whispers" eine Geschichte zur Brust genommen, die ihm, wie ich
finde, nicht all zu gut steht, da sie weitgehend von übernatürlichen
Versatzstücken lebt und Yuzna so die Möglichkeit verwehrt bleibt, ein
Schlachtfest auf Zelluloid zu bannen. Hier ist es mehr die Atmosphäre und
außerdem die unglaublichen Sets, die im Mittelpunkt stehen. Allerdings
wäre Yuzna nicht Yuzna, wenn er dem Splattervolk nicht auch was bieten
würde. Zu bestaunen gibt es eine Vielzahl besonders ekelerregender Masken
und Kostüme, die sich der Horror-Altmeister ausgedacht hat. Eine Mutter,
die ihr Embryo mit einem weit geöffneten Bauch in sich herumträgt und
derartiges mehr lassen den zartbesaiteten Zuschauer jedenfalls erschaudern.
Für mich, hingegen meiner Erwartungen, dennoch nicht die beste der drei
Geschichten.
Alles in allem
haben wir hier drei durchaus gelungene und souverän inszenierte
Horrorgeschichten, die jedoch nicht immer gleichermaßen unterhalten
können. Ab und an kommt schon mal etwas Langeweile auf, doch das wird dann
von den tollen Splattereffekten wieder wettgemacht. "H.P.Lovecraft's
Necronomicon" ist ein guter, alter Splatterfilm, der gar nichts anderes
sein will und jeden Gorehound zufrieden stellt.
Betrachtet
man die Schauspieler mal genauer, fallen einem einige bekannte Namen wie
Jeffrey Combs, Bruce Payne und David Warner auf. Erstgenannter hat
bekanntlich in vielen Yuzna-Filmen seinen kleinen Gastauftritt und ist hier
als H.P. Lovecraft persönlich zu sehen. Mit seinem vielen Make Up ist er
fast nicht zu erkennen, agiert aber überzeugend wie eh und je, was sich
auch vom restlichen Cast behaupten lässt.
"H.P.Lovecraft's Necronomicon" ist zwar kein Klassiker des Genres
und wird es schwer haben, diesen Rang jemals für sich beanspruchen zu
können, doch für den befriedigenden Splatterspaß zwischendurch ist der
Film ausgezeichnet geeignet. Yuzna, Gans und Kaneko erledigten ihre Sache
dabei alle ordentlich und inszenierten die Lovecraft'schen Geschichten mit
außerordentlich viel übernatürlichem und obendrein sehr viel Monster- und
Ekel Make Up. Hier und da mal eine kleine Länge sind zu verkraften und
trüben den kurzweiligen Spaß nicht weiter. |