Hansel & Gretel

OT: Henjel gwa Geuretel
ca. 112 Minuten
Südkorea 2007
 
Regie
Lim Pil-seong
Darsteller
Cheon Jeong-myeong
Eun Won-jae
Sim Eun-kyeong
Jin Ji-hee
u.a. 
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Eun-soo macht genau das, was man nicht machen soll: Er sitzt am Steuer seines Wagens und telefoniert mit seiner schwangeren Freundin. Als er einen kleinen Moment unaufmerksam ist, sieht er einen Schatten auf der Straße und weicht diesem aus. Mit schwerwiegenden Folgen: Er kommt von der Straße ab und überschlägt sich mit seinem Auto.

Als der junge Mann wieder zu sich kommt, versucht er erst mal die Stelle um den Unfallort zu erkunden. Er ist weit weg von der Zivilisation und sein Handy hat keinen Empfang mehr. Nachdem er etwas von der Umgebung durchschritten hat, trifft er auf ein kleines Mädchen. Sie nimmt ihn mit zu ihrer Familie. Diese wohnt mitten im dichten Wald, in einem wunderschönen Haus und scheint ein perfektes Familieleben zu führen.

Eun-soo ist erst sehr beeindruckt von der Farbenfülle und der heiteren Stimmung. Er ist sehr dankbar für die Hilfe der netten Familie, doch er will natürlich nach hause. Die Nacht muss er allerdings im Haus verbringen. Morgens macht Eun-soo sich, nach einem üppigen Frühstück, auf den Weg den Wald zu verlassen. Es gelingt ihm aber nicht und er landet wieder da, wo er gestartet ist. Der junge Mann wird nun misstrauisch. Denkt, dass etwas mit der Familie nicht stimmt. Und er soll recht behalten. Denn bald verlassen die Eltern die Familie und bitten Eun-soo, sich um die Kinder zu kümmern. Eine Aufgabe mit fatalen Folgen...



 

„Hansel & Gretel“ oder auch „Hänsel und Gretel“ ist ein bekanntes Märchen der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm, welches schon einigen Filmemachern zur Vorlage diente. Im Falle des südkoreanischen Beitrags „Hansel & Gretel“ muss man schon einiges an Phantasie mitbringen, um direkte Parallelen zum deutschen Märchen zu erkennen.

Heißt es doch schon alleine in der ersten Zeile eines berühmten Kinderliedes: „Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald“. In der Geschichte, die uns dargeboten wird, verläuft sich unser männlicher Protagonist Eun-soo im Wald. Die fehlende Analogie vergisst der Betrachter aber recht fix. Denn was man optisch und stimmungsmäßig beim Beginn von „Hansel & Gretel“ geboten bekommt, ist großes Kino. Sogar ganz großes. Es gibt atemberaubende Kamerafahrten, eine berauschende Atmosphäre und wunderschöne Bilder.

Man meint sich in einem perfekten Film. In einer bunten Welt. Ohne das es dabei auf die eigentliche Geschichte ankommt. Das Erzähltempo ist langsam, es wird zu Beginn aber nie langweilig. Dies ändert sich dann leider im Verlauf. Man bemerkt, dass nicht viel Story um das farbgewaltige Bild herumgestrickt wurde. Was der Film hergibt ist wenig und wurde in seiner Gesamtheit schon oft gesehen.

Regisseur Lim Pil-seong („Antarctic Journal“) versucht wenigstens einige seiner Aussagen in der Optik umzusetzen. Es gibt beispielsweise krasse Unterschiede in der Darstellung. Auf der einen Seite bunt, schrill und entspannt, auf der anderen Seite düster, trist und beängstigend. Er schafft es auch immer wieder den Betrachter bei der Stange zu halten, in dem er einige Schockeffekte einstreut, die es stellenweise in sich haben. Dies täuscht aber auch nicht darüber hinweg, dass es gerade im Mittelteil etwas langatmig wird und man sich nicht mehr so ganz auf das Geschehen konzentrieren kann.

Die Darsteller, die für diesen Film zur Verfügung standen erledigen ihre Jobs ordentlich. Der recht unbekannte Hauptdarsteller Cheon Jeong-myeong hat vor allem mit seiner Rolle zu kämpfen, die nicht viel hergibt. Die Charakterisierung ist sehr oberflächlich. Besser sieht es da in dieser Hinsicht bei den mitspielenden Kindern aus. Diese wirken in einigen Szenen zwar überfordert, was nicht verwunderlich sein dürfte, sie vermitteln aber die Botschaft des Films. Die sicherlich nicht einfach auf den Bildschirm zu zaubern ist.

Die Geschichte ist, wie bereits erwähnt, eigentlich eher Nebensache. Die Märchen-Vorlage vernachlässigbar. Dennoch versteht es „Hansel & Gretel“ trotzdem wunderbar zu unterhalten. Man muss sich beim Gucken nur fallen lassen und den perfekt geplanten visuellen Eindrücken folgen. Dann meint man, man befände sich tatsächlich in einem Märchen. Einem Horror-Märchen das zwar nicht perfekt aber beeindruckend ist.

Review by ThS

Der Autor

Splatter
Spannung
Story
Ekelfaktor
Atmosphäre
Gesamt

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Bildmaterial
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