Haus der Verdammnis

OT: Stephen King's Rose Red
ca. 244 Minuten
USA 2001
 
Regie
Craig R. Baxley
Darsteller
Nancy Travis
Matt Keeslar
Kimberly J. Brown

u.a. 
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Um der Welt die Existenz übernatürlicher Mächte zu beweisen, organisiert eine Parapsychologie-Professorin einen Wochenend-Trip in das verlassene Anwesen „Rose Red“ am Stadtrand von Seattle. Angeblich soll das alte Herrenhaus ein dämonisches Eigenleben besitzen: Immer wieder wird von Personen berichtet, die auf mysteriöse Art und Weise in dem sich wie von selbst ständig erweiternden Gemäuer spurlos verschwunden sind. Die medialen Fähigkeiten der Expeditionsteilnehmer, allesamt mit übersinnlichen Kräften ausgestattet, sollen den Geist des Hauses beschwören. Der Spuk kann beginnen....



 

Kennste einen, kennste alle...

Merkt eigentlich niemand, dass die besten Zeiten eines Stephen King schon seit Jahren vorbei sind, und er inzwischen nur noch ständig ein und dieselben Geschichten und Charaktere in unterschiedlicher (von Mal zu Mal immer dümmlicher werdender) Verpackung abliefert??

Den Kino-Produzenten scheint dieses Problem wohl doch aufgefallen zu sein, schließlich ersparen sie seit einiger Zeit dem Publikum derartige King-Adaptionen glücklicherweise, wahrscheinlich aus Angst vor dem drohenden Volkszorn. Doch was für eine Kino-Verwertung offensichtlich zu beschränkt ist, muss ja für den Video-und Fernsehmarkt nicht gänzlich ausgeschlossen werden, immerhin ist der Name „Stephen King“ ja schon seit jeher ein Zugpferd mit Einschaltquotengarantie, unabhängig von der Qualität des dargestellten.

Und so muss sich der Zuschauer eben immer wieder aufs neue über uninspirierte und billige Stephen King- Schundwerke wie z.B. „The Stand“, „Langoliers“ oder eben das vorliegenden „Haus der Verdammnis“ ärgern.

Konnte man manchen Stephen King-Verfilmungen selbst trotz mangelnder Spannung und technisch absolut niveauloser Umsetzung einen gewissen Unterhaltungswert durch die Zeichnung der einzelnen Charaktere nicht absprechen, so ist „Haus der Verdammnis“ auch in diesem Punkt eine Enttäuschung auf ganzer Linie. Die Personen der Handlung sind fast ausschließlich absolut übertrieben dargestellt und nerven teilweise schon bei ihrem ersten Auftritt. Überhaupt bleibt insgesamt ein schaler Beigeschmack, wird der Zuschauer letztendlich von einem filmischen Deja-Vu-Erlebnis zum nächsten geführt, da die Charaktere beinahe alle austauschbar sind mit denen anderer (schlechter) King-Veröffentlichungen der letzten Jahre: Schmieriges Muttersöhnchen, das am Ende geläutert wird, noch schmierigere Mutter des selbigen, netter alter Opa, „Alice-Schwarzer-Verschnitt“ als Medium, autistisches Mädchen mit telekinetischen Fähigkeiten, das letztendlich alle rettet... die Liste ließe sich nach Belieben noch erweitern.

Spannung ist während des ganzen Films vergeblich zu suchen. Und die paar vielversprechenden Momente, in denen eine Art Gruseln aufkommen könnte, werden durch schlampige Umsetzungen und Make-Up-Effekte auf Amateur-Niveau schon im Ansatz zunichte gemacht. Dass die „Special-Effects” aus Kostengründen überwiegend am Heimcomputer des minderjährigen Sohnes des Regisseurs entstanden sind, versteht sich wohl von selbst. Roger Corman wäre stolz auf das Produzenten-Team!!!

Das einzige Gruseln stellt sich dann auch nur beim Blick auf das Zählwerk des Videorekorders ein, wenn man mit Schrecken erkennen muss, dass der Film sich immer noch nicht seinem Ende neigt... 

„Haus der Verdammnis“ wurde eindeutig für das Fernsehen konzipiert, inklusive markanter Schnitte für Werbepausen. Werbung bleibt dann allerdings (leider) aus. Schade, dabei gibt es doch einige Werbespots, die im Vergleich zu diesem Film doch wenigstens etwas Spannung und Handlung bieten...

Julian „Warlock“ Sands scheint eine Wette verloren zu haben. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass er sich für einen derartigen Schwachsinn hergegeben hat. Entsprechend hölzern und angenervt agiert er denn auch und darf mit „Ich bin gerade aus dem Bett gefallen“-Frisur doof in die Kamera kucken und ab und an einen neunmalklugen Spruch abgeben.

Einige wenige atmosphärisch gute Ansätze bietet der Film, wenn die Forschungsgruppe das Haus erkundet und auf spiegelverkehrte Säle oder ellenlange, die geometrische Gesetze außer Kraft setzende Korridore stoßen, die abrupt enden. Diese Momente, die teilweise an die Fabelwelt von „Alice im Wunderland“ erinnern, besitzen zusammen mit der Hammer-Studio ähnlichen Kulisse der Außenansicht des Hauses und des Gartens durchaus einen phantastischen Charme, kommen allerdings leider viel zu kurz und gehen daher durch den enttäuschenden Gesamteindruck des Films völlig unter. Hier hätte man wesentlich mehr raus machen können!! Gerettet hätte das den Film bei dieser Billigproduktion allerdings auch nicht mehr....

Fazit:

4-Stunden-Ärgernis auf billigstem Niveau!! Stephen King, bitte hör auf!!!

Review by MiP

Der Autor

Splatter
Spannung
Story
Ekelfaktor
Atmosphäre
Gesamt

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