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Kennste einen, kennste alle...
Merkt eigentlich niemand, dass die
besten Zeiten eines Stephen King schon seit Jahren vorbei sind, und er
inzwischen nur noch ständig ein und dieselben Geschichten und
Charaktere in unterschiedlicher (von Mal zu Mal immer dümmlicher
werdender) Verpackung abliefert??
Den Kino-Produzenten scheint dieses
Problem wohl doch aufgefallen zu sein, schließlich ersparen sie seit
einiger Zeit dem Publikum derartige King-Adaptionen glücklicherweise,
wahrscheinlich aus Angst vor dem drohenden Volkszorn. Doch was für
eine Kino-Verwertung offensichtlich zu beschränkt ist, muss ja für
den Video-und Fernsehmarkt nicht gänzlich ausgeschlossen werden,
immerhin ist der Name „Stephen King“ ja schon seit jeher ein
Zugpferd mit Einschaltquotengarantie, unabhängig von der Qualität
des dargestellten.
Und so muss sich der Zuschauer eben
immer wieder aufs neue über uninspirierte und billige Stephen King-
Schundwerke wie z.B. „The Stand“, „Langoliers“ oder eben das
vorliegenden „Haus der Verdammnis“ ärgern.
Konnte man manchen Stephen
King-Verfilmungen selbst trotz mangelnder Spannung und technisch
absolut niveauloser Umsetzung einen gewissen Unterhaltungswert durch
die Zeichnung der einzelnen Charaktere nicht absprechen, so ist „Haus
der Verdammnis“ auch in diesem Punkt eine Enttäuschung auf ganzer
Linie. Die Personen der Handlung sind fast ausschließlich absolut
übertrieben dargestellt und nerven teilweise schon bei ihrem ersten
Auftritt. Überhaupt bleibt insgesamt ein schaler Beigeschmack, wird
der Zuschauer letztendlich von einem filmischen Deja-Vu-Erlebnis zum
nächsten geführt, da die Charaktere beinahe alle austauschbar sind
mit denen anderer (schlechter) King-Veröffentlichungen der letzten
Jahre: Schmieriges Muttersöhnchen, das am Ende geläutert wird, noch
schmierigere Mutter des selbigen, netter alter Opa, „Alice-Schwarzer-Verschnitt“
als Medium, autistisches Mädchen mit telekinetischen Fähigkeiten,
das letztendlich alle rettet... die Liste ließe sich nach Belieben
noch erweitern.
Spannung ist während des ganzen Films
vergeblich zu suchen. Und die paar vielversprechenden Momente, in
denen eine Art Gruseln aufkommen könnte, werden durch schlampige
Umsetzungen und Make-Up-Effekte auf Amateur-Niveau schon im Ansatz
zunichte gemacht. Dass die „Special-Effects” aus Kostengründen
überwiegend am Heimcomputer des minderjährigen Sohnes des Regisseurs
entstanden sind, versteht sich wohl von selbst. Roger Corman wäre
stolz auf das Produzenten-Team!!!
Das einzige Gruseln stellt sich dann
auch nur beim Blick auf das Zählwerk des Videorekorders ein, wenn man
mit Schrecken erkennen muss, dass der Film sich immer noch nicht
seinem Ende neigt...
„Haus der Verdammnis“ wurde
eindeutig für das Fernsehen konzipiert, inklusive markanter Schnitte
für Werbepausen. Werbung bleibt dann allerdings (leider) aus. Schade,
dabei gibt es doch einige Werbespots, die im Vergleich zu diesem Film
doch wenigstens etwas Spannung und Handlung bieten...
Julian „Warlock“ Sands scheint eine
Wette verloren zu haben. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass
er sich für einen derartigen Schwachsinn hergegeben hat. Entsprechend
hölzern und angenervt agiert er denn auch und darf mit „Ich bin
gerade aus dem Bett gefallen“-Frisur doof in die Kamera kucken und
ab und an einen neunmalklugen Spruch abgeben.
Einige wenige atmosphärisch gute
Ansätze bietet der Film, wenn die Forschungsgruppe das Haus erkundet
und auf spiegelverkehrte Säle oder ellenlange, die geometrische
Gesetze außer Kraft setzende Korridore stoßen, die abrupt enden.
Diese Momente, die teilweise an die Fabelwelt von „Alice im
Wunderland“ erinnern, besitzen zusammen mit der Hammer-Studio
ähnlichen Kulisse der Außenansicht des Hauses und des Gartens
durchaus einen phantastischen Charme, kommen allerdings leider viel zu
kurz und gehen daher durch den enttäuschenden Gesamteindruck des
Films völlig unter. Hier hätte man wesentlich mehr raus machen
können!! Gerettet hätte das den Film bei dieser Billigproduktion
allerdings auch nicht mehr....
Fazit:
4-Stunden-Ärgernis auf billigstem
Niveau!! Stephen King, bitte hör auf!!!
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